Full text: Lübeckische Blätter. 1941 (83)

an römischen Recht gegenüber im Nachteil war, nämlich sich die Räte beider in Betracht kommenden Städte ist. in dem Mangel einer eigentlichen Kodifizierung und selbst unterziehen . . . und gehen weiter zu einer ster in dem Fehlen eines echten Instanzenzuges, innerhalb unmittelbaren Gegenwart, die auch wieder etwa Eier Ige- dessen das Urteil des Oberhofs den Zwang zur Durch- amtlich prüfen läßt und auch „wieder in Kriegszeiten [ es führung in sich schloß, hat das Lübecker Recht von härteste Strafen für Diebereien einführt . . . êc:; Beginn an auf beides gehalten. Es unterschied sch Dieses lübische Recht konnte als weitest ausge- darin wesentlich von den zahlreichen Stadtrechts- hildetes unter den deutschen Rechten dem Fremdrecht fral familien, der Aachener, Kölner, Wiener und selbst gen stärksten Widerpart bieten und ihm gegenüber [i; der durch die Ostsiedlung am weitesten ausgebreiteten ¿ine echte deutsche Jurisprudenz zu entwickeln ver- Uh Magdeburger. Die etwa hundert Städte lübischen suchen. Der Vortragende verweilte bei dem Traktat " Rechts am baltischen, dem eigentlich deutschen Meer yum Sonderrecht der Kaufleute des Dr. Johannes )rs- des Mittelalters, erhielten bei Aufnahme in die Rechts- Marquard, das nach ihm den vielleicht großartigsten 4e- familie den Kodex von der Mutterstadt, in der eine Jdeenentwurf eines Handelsrechts darstellt. Filmartig ‘ln, Bestimmung sie verpflichtete, dort „zu Haupte zu rollte der Lebensgang Marquards vorbei: Student die gehen“, wenn ihr Urteil von einer der beiden Parteien in Padua, als Jungvertreter in Venedig erfolgreich des gescholten ward, und die vom Lübecker Rat gefällte und mit Orden ausgezeichnet, nach Lübeck, mit 63 1uß Entscheidung nicht nur als Rechtsbelehrung entgegen- Jahren Bürgermeister, fünf Jahre darauf als ösjäh- ge zunehmen, sondern auch auszuführen. riger verstorben. Eine Kette von Mißgeschicken hin- isch Inhaltlich ist das lübische Recht aus dem Wesen derte die Auswirkung seiner Schrift, die als einzige [st einer Handelsstadt mit räumlich und zeitlich weit- Darstellung des Kaufmannsrechts auch die Handels- . gespannten Geld- und Kreditverhältnissen erwachsen. verträge und das Seerecht ins Syfstem einbegreift. ber Es mußte, zumal bei den nicht abreißenden Kriegs- Bis ins erste Drittel des 18. Jahrhunderts war das ne läuften, mit harter Hand gegen das Verbrechen vor- lübische Recht noch lebendig + die letzte Insel ger- ; gehen — mit allzu harter, wie das 19. Jahrhundert manischer Rechtsprechung auf dem norddeutschen és. meinte , und es mußte, worauf später zuerst der Urboden des Germanentums . . ., wie die Höürer- [z berühmte Kommentator des lübschen Rechts, David gedanken weiterschweifen ~; dann hört die Rechts- t Mevius, hingewiesen hat, den Kredit auf jede Weise belehrung für verwandte Städte auf, und schließlich nb zu befestigen suchen. Die Forschung hat zunehmend holt sich auch Lübect Gutachten von Universitäten [d: festgestellt, daß das Handelsrecht, zumal in Wechsel- römischen Rechtes ein. Aber in seinen Mauern bleibt ter und Kontkurssachen, keineswegs so ausschließlich auf es beim eignen Recht. Es bleibt im Grunde dabei bis gt: s hheritalilhe sr! ttt. hc. "igt higher .. bis zur Einführung des Bürgerlichen Geset- 'hjs s!z1bte. inc zetuehr z:! selbftändige und entwickeltere Inzwischen aber hat es mit anderen, sagen wir ge- Gedanken gebracht: Der auswärtige Gläubiger wird ynischten Landrechten zusammen begonnen, das rö- vie dem heimischen gleichgestelt ~ ein Hansegenosse wmische Recht von innen heraus für ein neues deutsches en also dem anderen ; mehrere Beschlagnahmen ver“ Recht umzuformen. In diesem langwährenden Prozeß z ê- schiedener Gläubiger werden im Verfahren als Einheit spielt eine Rolle der in Lübeck zu Anfang des 19. Jahr- "e: behandelt; ein Konkursverwalter wird eingeführt, hunderts amtierende Hamburger Oberappellationsrat 0 ); der durch Weiterführen des Geschäfts gehäufte Ver- hHeise, dessen „Einleitung“ ins werdende Deutsche Recht gt: luste unterbindet; der betrügerische Bankerott wird jenigstens verhindert hat, daß es noch römischer e als strafbar behandelt. Ebenso sindet der Wechsel, der jyurde, als es damals ward. Lübeck entstammt ferner “js seinen deutschen Namen der u:zahlung in tre! Heinrich Thöl, der §ber:;tite des Haybels:«pt. danit äluäuvig h tt tus. eigentümliche eh ttt. uu ur "ils eu t gan Formen. Erklärlicherweise spielten seerechtliche Sprüche der Lübecker Gerichtspraxis auf Haltung und Denken eine große Rolle. Der Geist unserer Vorfahren rührt hie Rede. Anders ist das später beim Entstehen unseres vernehmlich an unser Ohr, wenn wir über den Schuß Seerechts, das etwa zur Hälfte aus den lübschen, zur des „guten Glaubens“ Sähe lesen wie: „Da jemand Hälfte aus den preußischen Bestimmungen gesschöpft seinen Glauben gelassen, da muß er ihn wiederum ward; dabei ist aber heute erwiesen, daß die preußischen, suchen.“ eigentlich ostpreußischen Rechtssäte historisch auf Grund Die arigrwotn, Getarttn, dre tern Fehurt Peha. vet echt u" Öciitc rehztt si en; freundes sehen dabei die Lübecker Hafen- und uf füaktia Prozent Frte geftansen hat Ebcnfs srummes jeit mannsumwelt vor sich mit den staatlich vereideten | PL if ker Gruudschulb td die wichttgstss Teile eit Güteprüfern für Holz, Hering, Bier q! v hllé; cs des Konkursrechts im heutigen Recht aus Lübeck her. :!: luher Varez. rf scs Verchtzten üstr Echte 1v: Wenn jemals, so sprach nach solchen Ausführungen “ IOIGsi.nn : - mit dem Orte ' iki den Beschwerden über Warenmängel, die zu untersuchen stattete. Klöcking
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.