Full text: Lübeckische Blätter. 1941 (83)

Großmächte, Österreich und Preußen, die Macht bes tung des preußischen Staates; er hatte schon als aßen, auf die es ankam, daß ihre Auseinandersetunge Bundestagsgesandter in Frankfurt erkannt, daß eine also über die nächste deutsche Zukunft entschieden.] kriegerische Auseinanderseßung mit Österreich kaum z Wiederum traten zwei Lösungsmöglichkeiten einande ermeiden sei; seine Politik wich ihr nicht aus, sonder . gegenüber. Der General Joseph Maria von Radowit,, bereitete sie vor, kühn und lisstig zugleich; auf de reich, aus einem ursprünglich ungarischen Adelsgeschlecht, ge- chlachtfeld von Königgrätz fiel am 3. Juli 1866 die mar- pann seinen König, Friedrich Wilhelm IV. von Entscheidung; dem Zweiten Deutschen Reich, das a den; ßreußen, in dessem empfänglichem Geist kleindeutsche 1 8. Januar 1871 im Donnerder Geschütze seine Krönung i des ind großdeutsche Gedanken unruhig nnebeneinander" fand, gehörte Österreich nicht mehr an; mitten durd , die wohnten, für einen Vorschlag, den bereits der Präsi4 deutsches Land gingen fortan des Deutschen Reiches per dent der Paulskirche, der Hesse Heinrich von Gagerns Grenzen. krieg gemacht hatte: ein engerer nationaler Bund unter Die kleindeutsche Lösung von 1866 und 1871 ist den lein- preußischer Führung ohne Österreich, also ein Klein Deutschen diesseits der Grenzen lange Zeit als der das deutschland, sollte mit einem weiteren großdeutsch Leisheit letter Schluß erschienen. Vergeblich wiese ngte mitteleuropäischen Bund, dem Örsterreich angehöre, die Niedersachien Paul de Lagarde und Konttanti öglichst eng verbunden werden. Dagegen stellte der Frantz, Vorkämpfer eines mitteleuropäischen Bundes i österreichische Ministerpräsident Felix Fürst Schwarzen zwischen einem preußischen Norden und einem öster h. Ep tc: urtutq r seen an rh Sun [zuhita. sic!. sf eie s-areerv raus üct- edanken eines großösterreichischen eil urercger q Reich", schrieb Paul de Lagarde, „ruht 'auf einem z eich iebzigmillionenreiches, und gleichzeitig entwarf der knappen Fundamente; Kleindeutschland kann das zu ein österreichische Finanzminister Karl Ludwig Bruck, ein tragen nicht zugemutet werden, was zwar jett ge- die Iberfelder, geistig den großen hansischen Bürger| tragen werden muß, was aber nur Mitteleuropa trage u- eistern des Mittelalters ebenbürtig, das Bild einesß kann.“ ... Die kleindeutschen Historiker feierten das he; gewaltigen mitteleuropäischen Wirtschaftsgebietes, das rgebnis der Einheitskriege überschwenglich, und die ber über vier Meere in den überseeischen Raum vordrang; öffentliche Meinung auch des deutschen Südens geriet t trol der fremden Nationalitäten sei eine deutsche Herr mehr und mehr in ihren Bann. Rasch und gern wurde te chast möglich. „Jene Volksstämme“, schrieb Bruck noch vergessen, daß nicht Preußen, sondern Österreich den e im Sommer 1859, „erhalten Gesetze und Einrichtungen,] Eroberungen Ludwigs XIV. ein Ziel gesteckt und bi ac sîunst, Wissenschaft und Literatur, alle das Leben ver 809 gegen Napoleon I. gefochten, daß Österreich den h edelnden Güter in nächster Hand aus, Deutschland, sien § ürken abgewehrt und im Südosten dem deutschen der, ind auf allen Gebieten des Verkehrs und der Gesell Volk Achtung und Arbeit versschafft hatte. Gerade i en. chaft, in Gemeinde und Staat auch unmittelbar mit" sen Kreisen der sogenannten „Gebildeten“ machte sich zu. lebendigem deutschem Stoffe durchflochten ~ und man eine verhängnisvolle Unwissenheit breit; Franzose nd ollte nicht vertrauensvoll diese Tatsachen durch sicl nd Engländer wußten über die großen Probleme des selbst wirken lassen ?" Cinstweilen brachte Österreich Südostens besser Bescheid als die Reichsdeutschen; nu ! die preußischen, Preußen die österreichischen Pläne wenige ahnten, daß Österreich die Fülle nichtdeutscher zum Scheitern; schon am 1. September 1850 war der, Völker, die sonst in einem großslawischen Reiche auf- Bundestag in Frankfurt wieder eröffnet worden, und gegangen wären, „an die deutschbestimmte Mitte Österreich hatte das. Präsidium wieder über-. Europas“ band (Srbik „Österreich“); nur wenige . nommen. ahen ein, daß ein slawisiertes Österreich das Ende f Trobdem gehörte die nächste Zukunft den Kleindeut des deutschen Einflusses in Ungarn und. Böhme | chen, während die Großdeutschen in den Schatten tra- nd schließlich auch in den deutschen Alpenländern be- ; en. In ihrem Lager wogten die Meinungen wirr durch- d euten würde, daß die Deutschen in Österreich, die als ] einander: neben dem Gefühl und dem Wissen um Bolitiker und als Krieger, als Künstler und als Gelehrte ; Österreichs geschichtliche Leistung, um des deutschen" das ewige Deutschland mitgeschafsen hatten, jett wie- b Österreichs politische, wirtschaftliche und kulturelle derum wie im frühen Mittelalter im Vorkampf gegen ! Sendung, machten sich Partikularismus und KRleri- das Asien standen, das das ahnungslose Reich nicht alismus, Legitimismus und Föderalismus breit, nicht minder als sie bedrohte. Die Tragödie dieser Deutsche G als Mächte der Bejahung, sondern als Mächte der Ver in der Ostmark war eine Tragödie des Deutschtums ] neinung, haßerfüllt gegen Preußen gewandt: ein Zerr:. bas Vorspiel!, aber würde nicht das Spiel selbst binnen bild entstand, an das lange Zeit im Süden und Süd kurzem folgen? Gewiß, auch die deutschen Österreicher osten geglaubt wurde. Das Schicksal entschied zunächs pergeudeten ihre Kräfte lange, allzulange in liberaler tt! §rrtcWhger. su sister Bit vi: 110% Lr§z!rzn; sher ter egellh: mehr Ü. ; f!lh-fielche ittuvr ju! lhn jemals hätten aus J; mer! verlieren können einmal flammte eine großdeutsche Begeisterung durch , War in dem großen Osten“, so heißt es in Heinrich das deutsche Volk, als Österreich 1859 gegen Frankreich Zillichs politischem Roman , Zwischen Grenzen u und Italien das Schwert zog; politische Wirkunge Zeiten‘, „nicht überall deutsches Volk Träger des hatte sie nicht. Otto von Bismarck übernahm die Lein Wissens und der Erweckung ? Volk in Städten, Dör ! 97
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