Full text: Lübeckische Blätter. 1941 (83)

! ? Heinz Webers pianisstische Kunst ließ aufhorchen. verfügte, zur umfassenden Tonreihe gegeben. Wagner W Hier ist ein Jünger am Werk, der zu besonderen Hoff- sselbst war ein Freund der Militärmugik, der er Ver- nungen berechtigt. Als Begleiter geht er eigene Wege, breitung seiner Werke im Volke verdankte. Schon was sich schon rein äußerlich darin zeigt, daß er alle zu Lebzeiten Beethovens hat der Berliner Kapell- Begleitungen auswendig spielte und mit ihrer Wieder- meister Weller klassische Sinfonien, die noch wenig gabe den Eindruck augenblicklicher musikalischer Im- bekannt waren, für Militärkapellen instrumentiert und pressionen erweckte. Seine bedeutenden pianistischen dadurch volkstümlich gemacht. Fähigkeiten kamen besonders bei der Wiedergabe der Es gibt heutzutage Militärkapellen, die nur Blechbas- beiden großen Sonaten, dem op. 101 von Beethoven instrumente verwenden, wie die Kavallerie mit ihren und op. 2 von Brahms, zum Ausdruck. Seine gute Kornetts, Flügelhörnern, Tenor- und Waldhörnern. Armtechnik vermittelte Größe, Fülle aber zugleich auch Alle Instrumente stehen in B-Tonarten, daher müssen Weichheit des akkordlichen Spiels und eine ausge- Werke, die in Kreuztonarten stehen, transponiert wer- zeichnete Fingertechnik formte ein Legato von perlen- den. Bei der JInfanteriemusik sind jet außer den der Geläufigkeit. Die vortreffliche Ausbildung der Holzblasinstrumenten (Oboen, Klarinetten und Fa- linken Hand ließ eine souveräne Beherrschung des gotts) auch Saxophone eingeführt, die Einheitsparti- polyphonen Spiels in der Beethoven-Sonate zu. Die tur, die auch die transponierten Stimmen in der jungen Künstler, vom Beifall des Publikums reich be- Haupttonart bringt, ist eine wesentliche Erleichterung. lohnt, scheinen mir, nach den Leistungen des Abends Besonders der Jnspizient der Luftwaffe, Hußadel, ist zu urteilen, ein Anrecht auf Betreuung von Kammer sehr um eine Reform der Militärmusik bemüht, außer und Behörde zu haben, wie sie in der so vortrefflichen der Einführung neuer Klarinetten will er die Pro- Einrichtung der „Stunde junger Künstler“ jungen gramme der Militärkonzerte reformieren, er rückt von deutschen Musikern zuteil wird. den früher so beliebten Potpourris ab und wünscht Lrr~f~. die Berücksichtigung der Barockmusik. Komponisten Bayreuther Nachmittag der Gegenwart wie Hermann Grabner schreiben für Rechtsanwalt Ernst Häßler machte die Mitglieder Militärkapellen neue wertvolle Stücke. des Richard-Wagner-Verbandes in einem sehr auf- Dem Redner wurde für seine aufsschlußreichen schlußreichen Vortrag mit dem aktuellen Thema Ausführungen herzlicher Beifall gezollt. „Deutsche Militärmusikt“ bekannt. Der Redner gab Dr. Elli Frerichs zunächst eine historische Übersicht, er berichtete über : die Instrumente der alten Römer, der Tuba und Hfsellschaft zur Vefürderung gemeinnütziger Tätigkeit Bucina, die man aus Abbildungen auf dem Titus- h z . 7 . bogen kennt und die wohl nur Fanfarenmujik erzeugen Naturwissenschaftlicher Verein in Lübeck konnten. Die Germanen hatten das teilweise bis zur Dienstag, den 4. März 1941, 18.30 Uhr unshöhe große Stierhorn, in hetciy ter und in im großen Saale der Gemeinnützigen erader Form, dessen Töne im Schlachtengetümmel ‘nfs r lit rr11 f Os ; ++; . > (ür trytsf dufreizend uud ermatigend wirken folien. Jn de: f M ULiK ‘cs Min e E h Landsknechtzeit besaß jedes Fähnlein zwei Spielleute, Gäîté wilkkomtnen. . Ur Peter! die hoch im Ansehen standen und den Rang eines höheren Offiziers bekleideten, sie waren in Kamerad- O schaften zusammengeschlossen. Der Dreißigjährige Geographische Gesellschaft Krieg brachte dann die neue Militärmusik, die vor Freitag, den 7. März 1941, 19 uhr allem auf dem Rhythmus aufgebaut ist. Der Tambour im Ägidiensaal. markierte ihn, aber die Melodie war das zündende Dr. Werner Wrage, Hamburg: „Zu den Vogel- musikalische Element. Der reinen Blechmusit gesellen felsen und Walfängern der Lofoten“! (mit farbigen sich Holzinstrumente bei, der führende Bläser ist der Lichtbildern). Stabshoboist. Ende des 17. Jahrhunderts wird die. In Verbindung mit dem Deutschen Volksbildungs- Klarinette führend. Der Beginn des 19. Jahrhunderts werk. + Gäste willkommen. W. Weber, Vorssitender bringt tllezlet jett t'gebréuehliche Instrumente wie das Bassethorn u. a. Spontini ließ die Märssche aus ; i seinen Opern für Militärkapellen bearbeiten und auf Photographie hefelljchaft Lübei diese Weise für ihre Verbreitung sorgen, der Klang der Mittwoch, den 5. März 1941, 19.30 Uhr Orchester war noch sehr weich wie etwa der der klassi- " im kleinen Saal schen Sinfonien, sobald nur Blasinstrumente ertönen. Ausstellung von zwei Wandermappen. Der Berghoboist Blümel erfand die Klappen, und Bildkritikabend. Diapositive bitte mitbringen. damit war der übergang von der beschränkten Zahl Verschiedenes. der Naturtöne, überdiebisher nur jedes Blasinstrument In Verbindung mit dem Volksbildungswert Lübeckische Blätter: Herausgeber: Gessellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit ( Pressewart) Verantwortlich für den Text: Professor Paul Brockhaus. Verantwortlicher Anzeigenleiter: Paul Teudt, sämtlich in Lübeck Druck und Verlag von H. G. Rahtgens, Lübeck. Zurzeit ist Preisliste Nr. s gültig 1 1-
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