Full text: Lübeckische Blätter. 1940 (82)

51 — Ist man für manches auch zu alt Des Stückes Name schwebt mir noch im Kopf. Liebt Neues, ist es nicht nur neu, Ich werde es mir einfach holen Sieht Großes, wo es wirklich groß ~ Und mich und meine Zeit darin verspinnen. Doch ist zu viel Geräusch darin Wo steht's? Es hat doch seinen Plat! Zuweilen und für meine Ohren! (Sie sucht im Bücherbord. Eine Drehorgel klingt herauf.) (Sie nimmt die Handarbeit wieder auf.) (Lächelnd.) . Vie still ist es. Wie angenehm. ~ Ach, muß der auch noch kommen ... ? Immerhin. — Nun kann ich andren Stimmen lauschen! F!) rr nut 41 Lues io der ~ Dom? . lEttferiter Gloten]ehlag.) Lügt solcher Art sich auch die kleine. Von St. Marien schlägt es sechs. (Sie findet das Buch.) Ein kalter, prächt' ger Wintertag. Hier ist es! Lieber Lederband, Geheimnisvoll erglänzt der Schnee. Worin ich manchen Tag verblättert. Um diese Zeit mit heißem Eifer (Jn Gedanken zum Drehorgelmann.) Zum Fasching wurde sonst gerüstet. Geh' nun und kling vor andren Türen! Ein Tuscheln unter uns hub an, Denn ohne Störungen will ich Ein heimliches Kostümbefragen, (Mit dem Blick auf die Titelseite des Buches.) Gewählten Zuschnitts-Ausprobieren, ~ „Die lust'ge Seelenwanderung Dann im versschloss nen Mädchenstübchen Andreas‘ jetzt genießen. Mit flinker Nadel ward's zurechtgebracht, Will ~ als geschäh' es heute — lesen, — Kaum die intimste Freundin wußte drum Und nicht, als ob es längst gewesen ..." Und fiel nichts ein, verblieb ein Domino! ~ (Die Szene verdunkelt sich. Beim Schließen des Vorhangs wird In allem nur der Wunsch, einmal eine Sopranstimme, die eine altitalienische Koloratur-Arie singt, Ganz etwas anderes als jeden Tag inimer vernehnrbater.) Hier vorzustellen, ja zu sein Vielleicht ss; rer Brit zr sert! ein Tausch – Erich-Dummer-Gedächtnisausstellung. Und so begehrt, daß nichts uns halten konnte. Am Sonntag, dem 4. Februar, wurde die Ge- Ja — Maskenspiel und Larvenscherz dächtnisausstellung für den Lübecker Maler Erich Und in ein fremdes Leben tauchen . . . Dummer eröffnet. Herr Jan Cleemann hatte ~ als War ich nicht einst ~ ach, lächeln muß ich + persönlicher Freund des Malers und Verehrer seiner Gar eine wilde Spanierin? ; Kunst –~ die Einführung übernommen. Es gelang Und zarte Geisha mit dem Trippelschritt ? ihm, in skizzenhaften Zügen das Bild des Menschen Und Nippes-Porzellan im Rokoko ? Erich Dummer zu entwerfen, dessen Lebenspendel Und bastbehängtes Südseemädchen? zwischen höchstem Glücks- und Freudegefühl und Und dann + das war besonders schön tiefstem Leiden hinundherschwebte. Darüber hinaus Als ,Donna Bella‘ aus Florenz! versuchte Herr Cleemann auch das letztlich Verborgene Mein Herz ging mit sich selber durch ... im Wesen dieses Künstlers zu nennen und mit seinen (Pause.). eigenen Worten, dem schönen schlichten Gedicht Erinnre Dich! Vor Jahren sah ich „Masken“, zu belegen. Ein Stück, das spielte in der gleichen Stadt: Unter der Einwirkung der Worte des Freundes wird Florenz – und auch im Karneval ~, wohl mancher viele ihm schon bekannte Bilder des Als königliche Künstler seinn RH m Malers neu und anders gesehen haben. Es wird viel- Für alle Erdenzeit begründet haben, ~ leicht bei diesem ersten Besuch der Ausstellung nicht so Als der Antike Geist und Schönheitssinn sehr die Frage nach der künstlerischen Qualität im In seinen Mauern wieder ward geboren. Vordergrund des Interessses gestanden haben als viel- Und in dem Stück -+ ein wunderlicher Mann: mehr die Frage: Was war dies für ein Mensch ? ~ Die Von Freunden launig angetrieben, widerspruchvollsten Antworten geben seine Bilder dem Begann die Seele ihm zu wandern ersten Blick. Da sind Landschaften fast ohne „Motiv“, In einen andren Menschen, ja, es schien, ein paar dünne, magere Bäumchen im Vordergrund Als wollte sie im Ernst sich wandeln! ~ mit wenigen gekrümmten Aten, eine langsam an- . . hebende Bodenwelle, auf deren Kamm vielleicht ein Von einem hellen Übermut Häuschen steht ~ mehr ist nicht da. Aber das alles ist War dieses heit're Spiel erfüllt. farbig sehr abgestimmt, durchsichtig und klar gestaltet. Wie war der Titel? ~ Daß man so vergißt! Schon möchte man den Ausspruch wagen: War er nicht Jetzt weiß ich: Geibel hat's geschrieben, ein harmonischer Mensch ? War seine Liebe zur Natur Ja, unser Geibel, unser Geibel! nicht eine ganz unsentimentalisch-einfache ? –~ Aber Als Kind hab' ich ihn noch gesehn ~ dann schrecken dich jene im dritten Raum aufge- Ehrfürchtig, denn es hieß: „Ein Dichter !‘ hängten „Waldinneres", „Walderlebnis“ genannten Und. Uaz. 1rgr. viel- Viel. iwie: ein iirfi. Bilder auf, sie sagen dir, daß nichts in diesem Menichen
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