Full text: Lübeckische Blätter. 1940 (82)

31 J rung des äußersten germanischen Bollwerks im Westen, von gläubigen Kündern und Sängern der Freiheit. dessen Verlust eines Tages auch dem deutschen Volke Möchte dieses urgesunde, kraftvolle, kämpferische Volk gefährlich werden mußte. Der unglückliche Ausgang den Führer finden, den es braucht, und den es, wenn des Krieges und die innere Zerrüttung Deutschlands auch vielfach noch unbewußt, ersehnt. Der Weg ließen aber diese Erkenntnis wieder in Vergesssenheit dazu ist jetßt frei. geraten, wie ja auch die flämische Bewegung durch die In der Julinummer der in Holland erscheinenden brutale Politik der von Le Havre zurückgekehrten Zeitschrift „De Hollandsche Post voor Voltsche Brüssseler Regierung vorübergehend einen Rückschlag Wedergeboorte, Dietsch Bewustzijn en Neder- erlitt, um dann freilich, verjüngt durch das Märtyrer- duitsche Stamverb ondenheid“" schreibt der flä- tum der eingekerkerten oder nach Holland und Deutsch- mische Herausgeber, Jef Hinderdael, in Beantwortung | land geflüchteten Führer in ungeahnter Stärke wieder eines offenen Briefes des deutschen Schriftstellers Wil- aufzuleben. Zu einer einheitlichen politischen Aus- helm Kotde-KottenrodtanseineflämischenFreunde(ver- richtung und Willensbildung des Flamentums ist es öffentlicht im Völkischen Beobachter vom 18. Mai 1940): | freilich nicht gekommen. Auf dem Boden des Parla- „Wij leventhans in een tijd van radicale Umwertung ments, dessen drei große Parteien sich nach den über- aller Werte“. Een heerlijke tijd, bij alle verschrikkelijk- kommenen weltanschaulich-wirtschaftlichen Ideologien heden! ... Duitschland, dat geen halfslachtig wert kent, und Interessen bilden und den wallonisch-flämischen moge ook hier en in Vlaanderen deze radicale Um- Gegensatß in den eigenen Fraktionen austragen und wertung aller Werte met vaste hand doorzetten. Nu ausbalanzieren müssen, wenn sie nicht auseinander- of nooit! ... brechen wollen, kam das Flamentum nie zum vollen Over „staatsvormen“ en dies meer zullen wij maar Einsat und zu kompromißlosen Lösungen im Sinn der liever zwijgen; deze zijn niet primair! Primair is het Aktivisten. Eigene kleine parlamentarische Gruppen volk, ons volk; primair is het behoud onzer volksche blieben ohne entscheidenden Einfluß. Vertraten doch zelfstandigheid; primair is de waarborg van onzen die flämischen Gruppen in alt-germanischer Eigenbrö- volksaard; primair is, dat ons volk zich nu eindelijk vrij telei jede ihr eigenes staatlich-völkisches Programm. kan ontplooien naar zijn Noordsch-Germaansch wezen Vom , Belgizismus“, der an der staatlichen Einheit en dat het bevrijd wordt uit de klauwen van het ioodsch- Belgiens festhält, über eine Verwaltungstrennung in demoe-plutocratische monster ... einen flämischen und einen wallonischen Teil, über Donze diepste vreugde is wel, dat een lang ge- einen selbständigen Staat Flandern bis zu einem koesterde wensch thans in vervulling gaat: Een nauwere Groß-Niederland durch Zusammenschluß mit Holland sammenwerking tusschen Nederlanders, Vlamingen en und gar zu einer Wiederhersstellung des alten Burgund Duitschers op den grondslag eener bloed- en bodem- von Luxemburg bis Friesland — welche Fülle von verbondenheid, die onze volksaard niet aantast, onze Programmen und leider auch von Kampfparolen. Aber geestelijke vrijheid waarborgt en onze germannsche doch auch welche Fülle von prachtvollen Gestalten, Eenheid bevestigt.“ von leidenschaftlichen Kämpfern. von glühenden Herzen, Nu of nooit! Jett oder nie! Paul Brockhaus Dr. Gustav Struck zum Abschied von Lübeck Ende Juli hat der Direktor der Lübecker Stadt- ist vollauf geglückt. In Auswertung des im Besitz bibliothek, Dr. Gustav Struck, unsere Stadt verlassen, der Stadtbibliothek befindlichen wertvollen Geibel- um einer ehrenvollen Berufung durch den Ober- Nachlasses, gab er 1939 den Briefwechsel Geibels und präsidenten Prinz Philipp von Hessen zum Direktor Gödekes heraus, eine für die Kenntnis des Dichters der Nassauischen Landesbibliothek in Wiesbaden, Folge und Menschen Geibel wie auch seines Freundes, des zu leisten. bedeutenden Literaturhisstorikers, sehr ergiebige Quelle. Lübeck verliert mit ihm eine Persönlichkeit, die sich Mit großem Erfolg war er auch bemüht, die Schätze nicht nur in ihrer amtlichen Stellung, sondern auch unserer Stadtbibliothek durch Ausstellungen weiteren in weiteren Bezirken des kulturellen Lebens höchst Kreisen zugänglich zu machen. Kein kulturelles Er- fruchtbar ausgewirkt hat. eignis in Lübeck ging vorüber, ohne daß nicht auch die Nach dem Umbruch im Herbst 1933 von der Landes- Stadtbibliothek mit einer einschlägigen Schau zur bibliothek Kassel nach Lübeck berufen, widmete er Stelle gewesen wäre. Als Schrifttumsbeauftragter seine Arbeitskraft zunächst der Reorganisation der für den Kreis Lübeck hat er bei Veransstaltungen des Stadtbibliothek nach einheitlicher Grundplanung für Buchwesens und der Schrifttumspflege ratend und die wissenschaftliche und volkstümliche Bücherei. Be- tatend mitgewirkt. sonders lag ihm dabei am Herzen, die Bücher- und Lese- Aber sein Verantwortungsgefühl und seine Arbeits- halle räumlich, technisch und geistig zu modernisieren, freudigkeit riefen Dr. Struck zu weiterem Einsatz. Eine und er konnte dies bei ihrer Übersiedlung in die neu- umfangreiche und vielseitige Vortragstätigkeit gibt zeitlich hergerichteten früheren Räume des Archivs, Zeugnis davon. Als Kreisredner der Partei, auf Königstraße 21, verwirklichen. Der Übergang zum Schulungstagungen, in den Frauenschaften und Orts- Freihandsystem, der manchem als ein Wagnis erschien, gruppen, in der Volkshochschule, deren Leitung er bi:
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.