Full text: Lübeckische Blätter. 1940 (82)

291 ich ich, um zu sehen, ob das Schiff schon abgesegelt sei? sen? Man hat gestern den ganzen Tag über nach dir Y Aber es war noch da. Der Tag verlief; es wurde gesucht! – Mit der Versicherung, daß ihr Capitain ; h Abend; ich bat die Negerin, mich noch eine Nacht zu eines Matrosen bedürfe, ersuchten sie mich, auf ihr ! beherbergen. Sie that es. Am andern Morgen stieg Schiff mit ihnen zu gehen. Sie gaben mir Essen und MI : :; 5,1500 G ; rte he re fs jie Kanonenschuß. Ich dachte, hilf Gott, sollten das wohl mir der Schiffer und fragte den Bootsmann: Was h die Lootsen sein? Ich ging wieder auf den Berg; da ist das für ein Mann ? Der Bootsmann sagte, er wisse Eri hatte das Schiff eine Flagge aufgezogen und ging in es nicht; der Steuermann aber sprach: Er will Dienste t See. – Nun wurde mein Herz leicht. Ich ging wie- bei uns nehmen. Da wurde der Schiffer grimmig, [te derum zu meinen Negern und fragte, was ich schuldig wie ein Bär, und befahl, ich solle ans Land gehen. 11 sei? Sie forderten zwei Spanische Thaler, welche ich Die Matrosen verstummten und ich eilte ans Land s: ihnen auch gab. – Darauf kehrte ich nach der Stadt und begab mich von da auf ein anderes Schiff, wo [ Amsterdam zurück. Hier begegneten mir zwei Matrosen mich die Matrosen einige Wochen verbargen; denn mit f: von einem englischen Kaufmannsschiffe, die ich schon so einem Manne, wie ich war, hatten sie viel Mit- s vorher gesehen hatte. Sie sprachen: wo bist du gewe- leiden. (Schluß folgt) en s Deutsche Graphik unjerer Zeit Es läßt sich an dieser Auswahl aus dem graphischen i Schaffen der Gegenwart (und daß es nur ein Aus- t Zur gegenwärtigen Ausstellung in der schnitt ist, lehrt allein das Fehlen der Lübecker, von te Overbeck-Gesellschaft denen mancher in dieser Schau einen Ehrenplatz ein- ; {. nehmen müßte), es läßt sich an dieser Auswahl, meine es Die Künstler, deren Arbeiten hier vom Verein Ber- ich, nur schwer feststellen, ob es Scheu oder Unvermögen f liner Künstler zusammengesstellt sind, um Zeugnis ab- ist, daß keines der Werke den Stempel des Bekenntnisses d zulegen für das graphische Schaffen in unserer Zeit, trägt. Vielleicht ist aber gerade das das Charatteristische fo sind zum großen Teil als Lehrer an Kunstschulen oder des neuen Stils ? Vielleicht liegt in der sachlichen fi, Akademien tätig; sie vertreten also nicht das, was man Nüchternheit und in dem Verzicht auf die Darstellung ht die junge Generation nennt, und so sind die hier aus- des seelisch Erregten das Neue ? Wie sonst sollten wir fu gestellten Arbeiten nicht von der brodelnden Proble- die Bevorzugung architektonischer Motive, die einen x matik einer künstlerischen Jugend erfüllt, auch tragen breiten Raum einnehmen, erklären, wie sonst die „Sach- [! sie nicht die Zeichen eines neuen Stilwillens, wie wir lichkeit“ der Bildnisse verstehen? Abgesehen von ein is es vielleicht von der deutschen Graphik unserer Tage paar Einzelgängern wie Pudlich und Voigt und ab- erwarten dürften. Hier kommt jene Generation zu gesehen von denjenigen Künstlern, die eine überholte [ Wort, die Impressionismus und Expressionismus über- Stilform vertreten (Herrmann) oder durch starke Bin- h wunden oder umgangen hat. Das allen hier vertre- dungen an die Vergangenheit gefesselt sind (Scheurig), lh tenen Künstlern Gemeinsame ist die Abkehr vom ist bei dem Gros der hier vertretenen Künstler der Ver- . Expressionismus, dessen Vertreter die Bindung des zicht auf eine gefühlsbetonte „Ausdruckskunsst“ zugun- . Künstlerischen an das Handwerk als Fessel empfunden sten eines nüchternen und unpersönlichen Realismus _ und überhaupt das Wollen höher angesettt hatten als in der Tat das auffallendste Merkmal ihres künstle- das Können. Das entscheidende Merkmal dieser Schau rischen Wollens. ist die Rückbesinnung auf die handwerkliche Grundlage Eine Sonderstellung nimmt Paul Herrmann ein, i alles Künstlerischen. Damit ist der Weg zu einer neuen dessen Radierungen mit ihrer spritigen Linienführung ! Ausdrucksform frei geworden, aber noch sind kaum die und ihrem malerischen Gegensat von Hell und Dunkel _ ersten Schritte zum neuen Ziel unternommen. Das noch ganz auf dem Boden des Impressionismus ge- t Akademische (im besten Sinne) hat das Gesicht dieser wachsen sind. Die reichliche Verwendung der kalten t Ausstellung geprägt: die Qualität des Handwerklichen Nadel, die jene bekannten „aufgelocterten" Konturen t und die Beherrschung der technischen Mittel ist vorzüg- erzeugt, sind ebenso charakteristisch für ihn wie sein Ver- , lich und die Anwendung der Feder und des Bleistifts, such einer farbigen Radierung. ö . die Behandlung der Kupferplatte mit der Radiernadel, Paul Scheurigs preziöse und verspielte Porzellan- dem Stichel oder der kalten Nadel hat etwas Meister- figuren gehören ihrer Gesinnung und ihrer Form nach ; liches. Aber so wenig wie im geistigen Bereich ein Vor- dem 18. Jahrhundert an. Seine Begabung für das ! stoß in die eigentliche Sphäre der Kunst gelingt, so Porzellan ist außerordentlich, und es ist aller Bewunde- wenig wagt man sich im Technischen in die gerade für rung wert, wie seine Arbeiten aus einem lebendigen . die vervielfältigenden Künste so fruchtbare Zone des Gefühle für die plastische Form und ihre Umsetung in Experiments. Im Einklang mit ihrer akademischen den zerbrechlichen Werkstoff gebildet sind. Eindrucks- Haltung steht es denn auch, daß diese Künstler im voller als seine Plastiken aber und auch zeichnerisch Technischen sowohl wie im Stilistischen eine durchaus wertvoller als den menzelisch empfundenen „Ball aus rückschauend-konservative Haltung einnehmen. Anrabella‘“ finden wir die kleine Gewandfîtudie, die
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