Full text: Lübeckische Blätter. 1940 (82)

[ \) sriegsausbruch geschrieben sind, erscheinen in be- neigung, die durch nichts zu belehren oder zu über- onderem Maße geeignet, eine Deutung des ideologi- zeugen ist. Mit Stolz berichten die Juden und die chen Wechselverhältnisses der beiden Länder zu geben. von ihnen bestimmten Machtkreise, daß sie zu allen Frankreich selbst betont zu jeder Zeit für sich selbst Zeiten und nicht etwa erst seit der Machtergreifung die Notwendigkeit solcher „Rücksichtnahme" auf die durch den Nationalsozialismus „erbittert antideutsch" Lage in Deutschland. „Deutschland ist für Frankreich gewesen sind. Sie haben, wie der Chauvinist de Kerillis ein Gegenstand dauernder Besorgnis und Unruhe“, dem Keolonialminisster Mandel gegenüber betonte, beginnt eine gänzlich unpolitische Betrachtung des „Hitlers Ankunft nicht erst abgewartet, um Feinde „Temps“ über die Philosophie im heutigen Deutsch- Deutschlands zu werden“. Diese Hetzkkreise, die bereits land . . . Besorgnis und Unruhe, das sind merkwürdiger- lange vor der kriegerischen Auseinanderseßung ihre weise die bestimmenden Gedanken und Gefühle, mit verbrecherische Propaganda entfalteten, haben es ver- denen Frankreich, auch heute noch, nein, vielleicht heute standen, mit dem Mittel der Angstverbreitung eine mehr denn ie, nsch Hieen sarrt, D noch senen res: Pré fue vinen nsnen be rer rucuz hs len. .es wolken brauen, drohend, geheimnisvoll, aus den Ur- konnte die Außenpolitik nur zur Dirne innerpolitischer tiefen der Wälder und den Schloten chemischer Fabriken Wünsche machen, wenn man dem Volk das Gefühl emporssteigend ... Je mehr es wuchs, je mächtiger des Bedrohtseins gab, das Gespenst des Krieges an es wurde, je größer die Sorge.“ Dieser kleine „Germa- die Wand eines jeden Schlafzimmers malte und ~ das nien in Nebelwolken“ überschriebene Auszug aus dem HWichtigste – ihm täglich neue Schreckenslaute ent- „ABC“ Hans Wendts führt unmittelbar hinein in lockte. Das ist in der unglaublichsten Weise geschehen. das Wesentliche des gegenseitigen Verhältnisses. Wäh- Mit Hilfe der „freien, demoktratischen“ Presse, des rend das zu neuem Lebensgefühl erwachte Deutsch- Rundfunks und zahlloser Reden, die Sonntag für land weltoffen und innerlich unbefangen eine Klärung Sonntag im ganzen Lande von Ministern, Generalen der Wechselbeziehungen zu seinen Nachbarländern an- und Parlamentariern gehalten wurden. Was man strebt, mit denen das Völkerschicksal es auf begrenztem erzählt: Deutschland ist eine wilde Bestie, die alles Raum zusammenzuleben zwingt, verharrt der Franzose alles zu verschlingen droht, die Kultur vernichtet, der in überkommenen, starrgeformten Vorurteilen und zzivilisation spottet, Menschen quält und peinigt; der scheint durch nichts von seinem Irrglauben bekehrt ,„kuror teutonicus“ will über das blühende Europa werden zu können. Das heißt, nach den heute ge- herfallen und die Herrschaft einiger weniger Sadisten gebenen Verhältnissen. Denn ~ und dabei stehen wir über den Kontinent erzwingen.“ bei der Grundvoraussezung jeglichen Austauschver- Die Außenpolitik als Instrument der innerpoliti- kehrs geistiger Art von Volk zu Volk — durch das schen Machtentfaltung, ein Gedanke, die die genannten ureinfache Mittel der Wahrhaftigkeit und der unvor- Werke gemeinsam zu Recht betonen. Nachdem mit dem eingenommenen Beurteilung würde sich das Wechsel- Zusammenbruch des Volksfront-Regimes ein unver- ' verhältnis mit einem Schlage klären; es erscheint kennbarer Drang zum ,redressement“ in Frantreich geradezu erschütternd, an vielerlei Beispielen die hin- einsette, der durch die von Deutschland im Einver- f länglich bekannte Tatsache bestätigt zu sehen; wie die ständnis mit der ehemaligen Tschechei vorgenommene . Möglichkeit gegenseitigen Kennenlernens überhaupt Bereinigung der politischen und Volkstumsfragen im von der berüchtigten Clique der jüdisch-plutokratischen böhmissch-mährischen Raume besondere Nahrung er- ic Hetzer und Kriegsinteressierten von vornherein unter- hielt, scheint die innere Stabilisierung nicht ohne Er- 11 bunden wird. Es erscheint unfaßbar, daß im Vor- folg geblieben zu sein. „Es wäre eine Torheit, ab- ; sstellungsbild des Frankreich von heute weithin ein |treiten zu wollen, daß der Franzose im Zeichen dieses f: Deutschland lebt, an dem man — .entsprechend der zredressement- viele der Kräfte wieder in sich geweckt n Berichterstattung etwa der Madame Tabouis — nichts, hat, die einst den Ruhm der „grande nation‘ ausge- ki aber auch gar nichts Gutes gelten zu lassen bereit ist. macht haben.“ E „Zweck der Heße war schon lange vor Ausbruch des Das Volk, das mit solchen Mitteln in das Gefühl il Krieges, die Weltöffentlichkeit hinters Licht zu führen eines Bedrohtseins und der moralischen Pflicht zur er und sie so zu unterrichten, daß Deutschland im Bewußt Abwehr hineingesteigert wurde, läßt sich heute in Y sein der Völker mehr und mehr das Land des Hungers, einer Denkweise, die von der großen Vergangenheit vi der Greuel und des sozialen Rückschritts wurde. Da- des Landes nur mehr die Einbildung zurückläßt, von m E zs)tr bps p§üis: Pahits grö det Ve gc.kiet ezjtches, „‘:onztsl( che cle Fh tt E sett wurde. Insbesondere war man barauf cus, bie ji; Ehre. hie peulchliche Ziviliation ). yectsiviaeu! ke jozialen Leistungen Deutschlands zu verschweigen und Lande demokratischer Freiheit über das Parlament hin- pl h: Uulicher Ftteiter als tet stlovey. tinet vüuret weg mit Notverordnungen regiert, das französische sti tz" hide. Chc.s ier (iticher Malcäherer [ I Lt? ENU Letz zp der srcüäinsl z tt zr gt hem Uriel einjithtise: Eiuheinj der Westmächte geweckten Kriegsfurie bei der Stange in [cher zum „Mülleimer Europas‘. machen, besteht in wird halten tönnen, mag hingegen die Zukunft et
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.