Full text: Lübeckische Blätter. 1940 (82)

5 schaffen, dar de Herschop unde de Nabaren im Dorfe deshalb für Kinder und Haushalt dringend einer neuen f mede tofreden sint bi 60 # Broke. 1740 hatte die Frau und könne nicht länger unverheiratet bleiben. t Bäuerin Marie Prüßmann in Altmölln, das damals. Das Kapitel zeigte Verständnis für seine Lage und er- t zu Lübeck gehörte, das Unglück, zum 4. Male Witwe laubte ihm vorzeitig wiederzuheiraten, doch mußte er ' zu ezes ung sah „sich wieder hepötiget! mals der Fire gu Genin 6 Sttatet toslen: §crei Höhe § Er t. het. . Ich cushaltamgr. z1 ürorroht ;;; lebe rut tet urzÑn wurke jenß ô ö men. Gelingt es nämlich der Witwe nicht, einen neuen (Domtoppel) 12 & erlegen. Ebenso wurde der erbetene ! Mann zu bekommen, oder will sie nicht wieder heiraten, Dispens nicht immer sofort erteilt; 1779 meldete z. B. so muß sie aufs Altenteil gehen oder bei unbeerbter Havemann aus Ritzerau der Kämmerei im August, daß Ehe ganz „weichen“. Weil niemand sich „bei Ver- sseine Frau vor 5 Wochen verstorben sei und er sich heiratung" der Witwe „bequemen“ wollte, wurde p,seiner häuslichen Umstände wegen“ mit einer Base z. B. 1754 die Stelle von Görries Möller in Kücknitz p,jetzt gleich“ zu verheiraten gedenke, die Erlaubnis er- von Obrigkeits wegen verkauft. hielt er aber erst im Oktober. Als bald darauf das Be- In der Regel braucht die Obrigkeit aber nicht nach mühen um solche Dispense jedes Maß vermissen ließ, zuhelfen; verwitwete Stelleninhaber pflegen sich von dekretierte der Senat am 14. Juni 1786: „Nachdem selber alsbald nach einem neuen Lebensgefährten um- . . . misfällig vorgekommen, wasgestalt nach Absterben zusehen. Sie teilen schlechthin die Meinung von Hans des einen Chegatten der überlebende in gar kurzer Zeit Klooth in Rönnau (1681), daß die Landwirtschaft „sich zur zwoten Che zu schreiten kein Bedenken getragen: ohne einer Ehefrauen nicht tun lassen wollen, maßen derselbe (Senat) aber diesem, den Gesetzen und aller er dann solches allschon in die drei Jahre lang nach Wohlansständigkeit, welche doch bei christlichen Ehe- seiner sel. Frauen Absterben genugsam probieret“. verbindungen insonderheit beobachtet werden follte, Als 1787 der verwitwete Hufner Franz Jochim Gräpel zuwiderlaufenden, auch in Ansehung der Kinder ersterer zu Tramm, der „in Schulden vertieft“ aus äußerster Ehe und sonst zu mancherlei Unordnungen Anlaß Not Holz gestohlen hatte, vor dem Landgericht stand, gebenden Beginnen fernerhin nachzusehen nicht ge- da gelobte er, er wolle sich bemühen, „ein tüchtiges meinet ist, So will Ein Hochweiser Rat ... hiermit Weib zu heiraten und mit derselben fleißig zu arbeiten“, verordnet ... haben, daß . .. von nun an einer Witwen und fand daraufhin Entgegenkommen und Schonung. vor Verfließung neun Monate und einem Witwer vor Merkwürdig ist aber, daß diese Auffassung so gut wie Ablauf eines viertel Jahres nach des Ehegatten töd- gar nicht in der bäuerlichen Spruchweisheit zum Aus- lichem Hintritt ohne vorgängige .. . Rats Dispensa- druck kam; trotß vielen Suchens und Fragens fand ich tion, welche den Umständen nach nicht leicht versaget nur den einen kümmerlichen Vers: werden wird, sich anderweitig zu verehelichen nicht ge- Einem Bauern gebührt eine Bäuerin stark, kattzt) ri! jolie. liwstt! sezu bet dem Dizpezjoliv.s die ihm macht Butter, Käse und Quark. ft! vorige Ehegatte Lodes verblichen, beizubringen ist, Manche Witwer haben es sogar recht eilig, wieder den Predigern aber ohne Vorzeigung einer solchen unter die Haube zu kommen. 1721 findet sich im Trave- Concession keine Copulation zu unternehmen hiermit münder Kirchenbuch folgende Eintragung: „welcher aufgegeben wird.“ Dementsprechend wurde 1787 der heirathen wolte zum andernmahl, da seine vorige Frau Witwe Escher (Ritzerau) vorerst „noch nicht" erlaubt, erst 4 Wochen versstorben, solches ihm aber, weil es den Knecht Havemann zu heiraten, weil ihr Mann erst contra honorem matrimonii, abschlug, von den Herren vor 10 Wochen verstorben sei; wenn sie aber nach der Kämmerei aber propter ipsius simplicitatem zuu Ablauf von 5 Monaten ein ,beglaubtes attestatum gestanden worden.“ Dieser Fall war durchaus kein medicum, daß sie nicht schwanger sei“, beibringe, alleinstehender; 1781 verliert z. B. Claus Siemers in würde ihr der Dispens zur anderen Ehe zu schreiten Schretstaken seine Frau am 13. Januar und bereits erteilt werden. Und im gleichen Jahre mußte die am 11. Februar erbittet er die Erlaubnis, ,sich sogleich . Witwe Wulf (Behlendorf), deren Mann erst 14 Wochen anderweitig verheiraten zu dürfen“. Diese Erlaubnis tot war, mit ihrem Dispensationsgesuch noch 3 Monate war allerdings erforderlich, denn es gab auch in Lübeck warten, weil sie sich aus Schamhoaftigkeit nicht von eine Art von „Trauerjahr“", vor dessen Ablauf niemand einer Hebamme untersuchen lassen wollte. von neuem heiraten durfte. Wer sein „annum luctus“ Manche Zeitgenossen sind des Glaubens, daß unsere (das aber kein ganzes Jahr währte) nicht abwarten Vorfahren sich bei Eingehung einer Ehe mehr als es wollte oder konnte, mußte bei seiner Obrigkeit um heute der Fall ist, von idealen Motiven leiten ließen, Dispens einkommen, der, wenn die vorgebrachten daß die Liebesheirat srüher weitaus die Regel war. Gründe sich hören ließen, bereitwillig, jedoch nur gegen Die so denken, haben zweifellos eine gute Gesinnung, Erlegung einer Gebühr, erteilt wurde. 1761 trug der aber ebenso zweisellos schlechte historische Kenntnisse. Hauswirt Hans Peter Giesenberg in Oberbüssau dem Der Abschluß eines Verlöbnisses und einer Ehe war Domtkapitel vor, seine verstorbene Frau habe ihm früher durchaus keine private, keine höchstpersönliche 5 unmüùündige Kinder hinterlassen, die bisher von Angelegenheit der unmittelbar Beteiligten, sondern in seinen Mägden betreut seien. In der bevorstehenden ! erster Linie Sache der Familien. Ernte müßten sie aber Feldarbeit leisten, er benötige !. Wer heiraten wollte, bedurfte dazu zunächst der 1 G
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