Full text: Lübeckische Blätter. 1940 (82)

Rassen nicht imstande sind, einander zu verstehen, beide „häßlich“, „gut“" und „böse“ usw. An sich ist ja nichts in verstehen und darstellen kann, das hat seinen Grund der Natur schmutzig oder reinlich, sondern es ist nur darin, daß es in der Wirklichkeit nicht ausschließende wie es ist. Der Mensch erst erklärt das eine für schmut- Gegensäte, sondern nur Polaritäten gibt. Es ist be- zig, das snbert:jur: reinlich. Dieses Urteil hängt aber t§ztit üns et Ne:grizen. gr htzuerten. Ze ) ett! esso cttscsssiuztinh Wirklichkeit ist. Die Wirklichkeit spielt mit dem Geist — Diesem Tatbestand des Lebens entspricht in der nicht umgekehrt.) Politik, die ja eine Funktion des Lebens ist, der Unter- ö : schied zwischen dem weichlichen Anpäßlingstum und " 2. dem harten Selbstbehauptungswillen. Die beiden politischen Rassen gehen auf die zwei Die Anpäßlinge wollen leben um jeden Preis. Was Grundarten der Selbstbehauptung des Lebens zurück: Ehre, was Ruhm, was Größe! CEinbildungen über- Anpassung und Besonderung. hitten Blutes! Wenn wir nur lebendig bleiben, so ist Das Leben rettet sich vor dem Untergang durch „An- es gleich, ob wir auf deutsche, französische oder russische t 1ets4 ut 14.2.) liver ud. rr tet tr sgtteer §:s bildsam. Es nimmt, ohne schwer oder gar tödlich ver- schwierigeren Anpassung, das heißt: des Behagens und wundet zu werden, diejenigen Formen an, die seine der Bequemlichkeit. i Existenz unter den jeweilig veränderten Umständen er- Die Unbeugsamen aber leben nicht um ihres Lebens möglichen. Es gibt zwar seinen Charakter, aber nicht willen, sondern im Dienste einer „Jdee“, einer „Ge- seine Existenz auf. Der höchste Wert für diese Art Leben meinschaft“, die ihren Wert über die Lebendigkeit des ist, dazusein. Wenn man nur dasein und leben kann – Lebenden hinaus und jenseits derselben hat. Das das Wie des Lebens, die Form ist Nebensache. Die Leben selbst ist nur Mittel zum Zweck, es wird ganz an Vitalität des Lebens ist gerade durch den Mangel an die Herausbildung einer festen Gestalt gewendet, vom Formbedürfnis gegeben, die Formlosigkeit wird zum Standpunkt der Anpäßlinge geurteilt: verschwendet. Ideal des Lebens. „Form“ nimmt man nur insoweit Und es soll nicht nur die eigene Form behauptet wer- an, als es notwendig ist für die Existenz; welche Form den, sondern die Kraft, die diese Form bildete, greift es ist, das ist lediglich eine praktisch-technische Frage, es hinaus auf immer neuen ,Stoff“ des Lebens, um ihn, ist „nur“ eine „Formsache“. Die Form verpflichtet verzehrend, sich anzupassen, um ihn nach der eigenen nicht. . Struktur zu formen. Diese Überformung, Anpassung Das Leben behauptet sich ferner gegen den Unter- und Umwandlung fremden Lebens nach dem Muster gang durch „Besonderung“ gegenüber dem anderen des eigenen Lebens ist ein Zeichen überquellender Leben, das heißt: das Plasma bildet seine ihm eigen- Formtraft. ö tümliche Struktur und Gestalt immer klarer und be- Die beiden politischen Rassen der Anpäßlinge und stimmter heraus, es ist hart und bildend. Die Form der Unbeugsamen reden dieselbe Sprache, aber sie des Lebens wird je länger je schärfer profiliert und meinen mit denselben Worten Verschiedenes. Der An- grenzt sich immer entschiedener von anderen Formen piäßling versteht unter Nationalismus die Erhaltung ab. Man paßt sich nicht der Umwelt an, sondern man des Volksdaseins um jeden Preis. Der Unbeugsame zwingt die Umwelt, sich der eigenen Gestalt anzupassen: versteht darunter die Behauptung des Freiheits- und „Denn wer fest auf dem Sinne beharrt, der bildet die Herrschastsanspruches seiner Nation. Was tut also der Welt sich.“ (Goethe.) Ich stehe da und kann nicht Anpäßling ? Er nennt seine Auffassung die „wahre“ anders — mag sich die Umwelt mir anpassen oder an nationale Gesinnung; der andere erscheint ihm als mir zerschellen. Dieser Art des Lebens wird die Form dumn, verhetzt oder böse, weil er nicht begreift, daß zum Ideal. Kann sie ihre bestimmte Form nicht mehr man doch das „Jdeal“ hat, um jeden Preis zu leben, behaupten, so ist ihr das Leben nicht mehr lebenswert; und weil dem andern offenbar dieses Ideal nicht klar- im Dienste der „Form“ gibt sie ihr „Leben“ auf, indem zumachen ist. Das Wort Freiheit wird gleichfalls von sie damit einer metaphysischen Pflicht genügt. (Vgl. beiden Rassen als Idealwort gebraucht. Die einen Schiller, Das Jdeal und das Leben.) Form ist nicht verstehen darunter, daß sie unbehelligt und ungehemmt etwas nur „Formales“, sondern zugleich das Wesen „leben“ können, die andern verstehen darunter die des Lebens. Jedes Leben soll seine (und nicht irgend- Souveränität, die „Selbstherrlichkeit‘. Für jene ist eine) Form haben. Die Welt soll ein Gefüge fester Freiheit die Gelöstheit, die Ungezwungenheit und Un- Formen sein. Die Form ist höchste Prlicht. ; gebundenheit; für diese ist Freiheit die Geformtheit Die beiden Urtypen des Lebens, die aus den beiden die Unbezwungenheit, die Gebundenheit. Jenen ist >ritifien des ortent erwachsen, sind: der Schleim steiheit ein Recht, diesen eine Pflicht. Entsprechend ist . Dabei haben wir auffälligerweise das unhintertreib- isi g! sg! Zegrist der htrsat: Den Unvskitgeu SCE GS E EE V. . . ann nicht be- §s ist unmöglich, daß ein Lebenstyp den andern deutungslos sein; denn die Urteilskategorie ,sc “ il u ! Z; ; t §; und greinlich“ greift vielleicht in s fre biologie ite! Us () Zherzeugen hiebe y t r rh Gründe hinein als etwa die Kategorien ,„schön“ und formen, den Kristall zerschleimen. Das geht nicht. Die
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