Full text: Lübeckische Blätter. 1940 (82)

108 daß sich der künftige Schachinschach erst von dem deut- genfuß'’ treuherzig-gerader Schubert und Heinr. Kiefers schen Gesandten das entscheidende Schweigegelöbnis unaufdringliche Dienerrolle. Eine interessante und schriftlich geben läßt, damit es hernach als dramatische überraschende Lösung des bühnenbildnerischen Pro- Reportage von der deutschen Bühne herab vor aller blems bot Manfred Hinzpeter. Als am Schlusse der Welt ausgeplaudert wird. Es ist sicher alles nur kühne Bann gebrochen war, kam auch der Dank des Publi- poetische Phantasie und geschickte Kombination, bei kums in lebhaftem und starkem Beifall zu seinem der Buch vielsagend mit zeitgemäßen politischen Hin- Recht. Gustav Struck tergründen spielt, um den Anreiz und die fiebrige | Spannung seines aufregenden Nervendramas noch zu Stunde der Andacht zum Heldengedenktag. steigern und mit seinen spiteen und raffiniert konstriier Jm intimen Rahmen der Kammerspiele brachten ten Antithesen durch seine beißende Dialektik das Ge- die Städtischen Bühnen eine stimmungsvolle Weihe- wissen und die Gefühle der Zuschauer in die Enge zu stunde der Andacht für alle die, die freudig ihr höchstes treiben. Es geht hier um die Weltmacht Öl. Deutschh Opfer für die Heimat gebracht haben und die immer land erhält seine Konzessionen am Karakat nur ver wieder mit Leib und Seele einstehen werden für das briest und ratifiziert, wenn dem teuflischen Gegenspiel ewige Deutschland. Es war ein sehr eindrucksvolles der von England bezahlten Asiaten zwei unschuldige Erlebnis, zu dem sich leider nur eine kleine Gemeinde tüchtige deutsche Auslandspioniere (der Ingenieur und eingefunden hatte, das aber in der Herbheit und der Gesandte) geopfert werden, die durch eine klein Schwere seines ergreifenden Ernstes die ganze schictsal- liche eifersüchtige weibliche Rache einer gräflichen hafte Größe dieser leßten und größten Selbstüberwin- Abenteuerin auf ihrem Weltenbummel hinterlistig in hung und Hingabe an die Gemeinschaft innerlichsst eine Diebstahls- und Spionageaffäre verstricktt werden. yachfühlen ließ. Robert Ludwig las Agnes Miegels So ist es ein quälender Opfergang mit einem allzu düstere Totenmahnung: „Nicht zu einem Spiel für hittcter Ente. seate den sich das natürliche Rechts- euch sind wir gefallen“, in der das heiße Ringen um den P linrsch bitet der durch eine ge©chicte Exposition kJ tnc U Uns offeütarte. Wilty Leysrer pracy zu einem atemlosen Geschehen zusammengeballte Bühr hedachtsam und nachdenklich von der magischen und nenvorgang als ein außerordentlich effettvoller Thea- dämonischen Unentrinnbarkeit der grauen endlosen terreißer Spielleiter und Darstellern dankbare Auf- Straße im ,„Nachtmarsch“ von Friedrich Bethge; Fritz gaben. Mit filmischen Kontrasten sind Szenen und Luther gab dazu die helleren Töne des himmelstürmen- Figuren nebeneinander gestellt, deren leidenschaftlicher den Glaubenswunders der ewigen Jugend von Lange- verdeckter Kampf gegeneinander von Wulf Leisner jnarck (nach Hans Schwarz), und Luise Bork schloß mit mit dem sicheren Gefühl für Tempo und Pause, das den innigen, feinen, verssöhnenden und verklärenden Unausgesprochene und die fernöstliche unheimliche Worten für eine deutsche Totenmugik (von Hans Wlach) Atmosphäre atembeklemmend entwickelt wurde. Walter und der milden, tröstenden Wendung zur allumschlie- Raupach zeichnete meisterhaft lebensnah den ehrlich senden mütterlichen Heimat. Horst Schneider um- pflichtbewußten Realisten und schwerblütigen ernsten .1ahmte die sorgsam abgetönte Wortkunst mit jener hell- Auslandsbeamten Dr. Eggerth, Friß Luther prächtig dunklen Seelenzwiesprache der Musik, die uns in der den stürmischen, jugendlich draufgängerischen Hans im untkonzertmäßig-schlichten und verhaltenen Wiedergabe Glück und Idealisten Keßler, denen Gerhard Teubner hei Brahms (Rhapsodie g-moll), in der Beethoven- als der kühle, sachliche, rücksichtslose Wirklichkeitspols Sonate mit dem bekannten Trauermarssch und der tiker Risa Khan und Villy Leyerer als blasierter ab- Mozart-Fantasie c-moll diesmal ganz eigen aus der gelebter, geistig entarteter Agar Khan gegenüber Dämmerung des Raumes aufklang und diese mensch- traten. Luise Borks Gräfin Larski war wieder eine [iche Stunde irdischer Andacht aus ihrem nur allzu " feine psychologische Studie modernen wunrzellosen flüchtigen Gegenwartsaugenblick in die geheimnis- Frauentums in seiner ewig unbefriedigten, überspann- hyolle Nähe des Übersinnlichen und Ewigen rückte. [ ten, nervös-überreizten und abgehettten Ruhe- und Gustav Struck Verantwortungslosigkeit. Die schwierige Rolle des M Asssis gelang Hans Müller überzeugend-eindringlich. Die Besprechungen des , Bayreuther Nachmittags' Auch Waltraud Herbsters junge Sekretärin spiegelte in und der ,Dichterstunde im Roten Kreuz‘ sind Raum- > der Stärke des Gefühls lebendig das grausame Er- mangels lüegen zurückgestellt wachen einer jungen süävchenjecte bist: Nicht ' ] ] . minder sorgfältig porträtiert und gut charakterisiert in ; ; ! );ber fergketig porteätiert uu out here! iert „ hesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tütigkeit. Geschäftemacher Speere, Friedrich Zingels seriöser Geschäftszimmer und Bücherei der Gejellschaft Geistlicher, Karl Görs korrekter Holzmann, Jac Klin- find Ostersonnabend geschlossen. | Lübeckische Blätter: Herausgeber: Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit ( Pressewart) Verantwortlich für den Text: Professor Paul Brockhaus. Verantwortlicher Anzeigenleiter: Paul Teudt, sämilich in Lübeck Druck und Verlag von H. O. Rahtgens, Lübeck. Hurzeit ist Preisliste Nr. 5 gültig
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