Full text: Lübeckische Blätter. 1935-41 Beilagenband (77-83)

arbeitet, sind in ZSaltung und Bewegung mit bewundernswert scharfer Beobachtungsgabe wiedergegeben und lassen uns dar- über binaus die Seele des Tieres, die uns so vertraute und doch oft so rätselhafte Tierseele, erabnen. Manche dieser Figürchen scheinen von stiller Zeiterkeit umflossen zu sein, in anderen wieder glauben wir zu spüren, wie den Rünstler das Tragische er- griffen bat, das so oft das Dasein des Tieres zu überschatten vermag. Mehr in das Gebiet des Runsthandwerklichen führen uns zwei ausgezeichnete Reliefs unserer Ausstellung, von denen eine Tür- füllung mit zwei sich umarmenden Mädchen eine verblüffend plastische Wirkung berauszubolen weiß, während die kompossi- tionell prachtvoll aufgeteilte Kaminplatte mit der Darstellung einer Jagd, in zartestem Relief gearbeitet, eine mehr zeichnerische Durchbildung gediegenster Art verrät. In einer überraschend leichten und graziössen Formgebung sind die zahlreichen Plaketten und Medaillen des RKünstlers geschaffen, von denen mehrere in der Staatlichen Porzellanmanufaktur in Berlin bergestellt wurden. Mit schsner Empfindung ist beispiels- weise die ausdrucksvolle Plakette von Georg Rolbe modelliert worden, außerordentlich charakteristisch erscheint auch der Musiker- kopf Wilbelm Furtwänglers. Von diesen entzückenden Arbeiten kleineren Formates wenden wir uns der stattlichen Zahl der Bildniskspfe zu. Obwohl auch bier der Bildhauer mit unaufdringlichen künstlerischen Mitteln arbeitet, gelingt es ihm doch, der Physiognomie der dargestellten Perssnlichkeiten gerecht zu werden und sie stets mit seelischem Ausdruck und Verinnerlichung zu erfüllen. Ls will uns scheinen, als ob der Künstler eine besondere Begabung in sich trüge, das Perssnliche und Charaktterliche seiner Modelle feinfühlig zu erfassen und in eine meisterliche plastische Form zu bannen. Mur zwei der Bildnisbüsten unserer Ausstellung möchten wir berausbeben, den fast scheu modellierten, von stiller Verklärung erfüllten Kopf der Großmutter des Künstlers und sein eigenes sprechendes Bildnis, aus dessen Zügen sich sehr wohl die Wesens- art des Meisters ablauschen läßt, die wir vorhin mit wenigen Strichen andeuteten. Wir stehen im Banne dieses herben ver- geistigten Ropfes, dieser scharfen asketisschen Züge, die von einem angespannten geistigen Kampf künden und eine verhaltene, doch Türfüllung. Modell Gips für Bronze. 1932 ständig glutende Gefühlswelt und nicht zuletzt eine lyrische Ver- : sonnenheit ahnen lassen. Und als Lyriker, gewissermaßen als bildender Dichter, tritt uns der NMeister mehrfach in seinen Arbeiten entgegen. In die Reihe Y s Tui uzweikeißfr ~ ein ruppe „Die Schwestern“, die in ihrer zarten und verhaltenen griechisches deiksidea .1L : Gr z f! die Keuschheit einer Geschwisterliebe und der Mädchen- Geiste sw w-"! rf. Scsette» Fg uder tur ruhe ut seele überhaupt aufs innigste verkörpern. Voller Empfindung sichere Meisterschatt, Ü s Lem : . “ta Urckiscu ind auch jene beiden Bildwerke, die das Lrlebnis des aufgeben- eine klare, gestraffte, faß soldatische Bestimmtheit tm E u.. t Ern Rlen, nämlich die 1930 entstandene unter bewußter Zurückdrängung des h Sts hey t r 2 „Morgenröte“ aus dem Besitz des Folkwang-Museums in Lssen Sie halten sich frei von der Uußerli breit rea s esiteine und die erst im Vorjahr geschaffene Figur „Der Morgen“. In Verwendet einmal doch der Bünßler einen e "tsrend Zus deni der „Morgenröte“ seben wir ein junges Mädchen mit schöner er auffallend sparsam und greift aper iens1s n V Lr) our. Gebärde sich aufrichten, den rechten Arm mit berückender IZart- wohlgehüteten Umriß; der N!«gir; sr. -nisinguk des deutschen beit erheben und sich versonnen dem Zauber des jungen Tages Schöpfungen sind son heute per V Te zeuzat „Die befreite erwartungsvoll hingeben. Geraffter noch in der Formensprache Volkes geworden, wie das monume le Deurms ~ car ber erscheint „Der Morgen“ ; ein junges Weib richtet sich, noch Saar“, eine erhabene töniglichr SD r r qx Mutes ver- ein wenig schlafbefangen, vom Lager auf, den prüfenden, schon Unfreiheit Rerten zerriß w . Bezwingend in ihrer edlen wachen Blick in voller Bereitschaft in die Ferne gerichtet. trauend der Zukunft r.. ss “ E UE git Mit erstaunlicher Reife gestaltete die Kunst Richard Scheibes Saltung geben sich ker z! re entstand der Denker“, eine endlich großfigurige Plastiken, die eindeutig das dem Meister dem Jahre 1937. Lin Jahr spä '
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