Full text: Lübeckische Blätter. 1935-41 Beilagenband (77-83)

Treppenhaus E.§e rs itt müßig ztzetsn ett an, daß es besser werde, testen 949 die Bücherei oesie der Kunst wieder zu ren Komme- k umann Bruckners und all der Großen ist, vor deren Werken die Welt in Ehrfurcht kniet. Das verpflichtet. Wo immer nur ein Trieb im Rinde da ist, der auf Empfänglichkeit zur Musik hindeutet, da sollte gehegt und gepflegt werden, was sich an Anlagen zeigt, um dieses Rennzeichen guter deutscher Art nicht verkümmern zu lassen. . . . Will man nun an einer IZeitwende, wie wir sie jetzt erleben, die Unkultur bekämpfen und der Rultur den Weg zu den nach ihr sich sehnenden Menschen bahnen, so wird man zwar in jedem Einzelfalle vor einer neuen Aufgabe stehen, um aber in diesem Gewirr von Einzelfällen einen graden Weg zu bezeichnen, wird man als Merkmal der Rultur des Geistes das anerkennen müssen, was auch die Rultur des Rörpers und die der Seele als Merkmal trägt : die Sauberkeit. Und zwar sowobl die Sauberkeit der Gesinnung wie die des Ausdrucks ... In seiner Berliner Rede vom 19. Februar 1933 hat der Führer und Reichskanzler Adolf 5itler gefordert : „die Wiederhersstellung der Sauberkeit in unserem Volke, Sauberkeit auf allen Gebieten unseres Lebens, der Sauberkeit in unserer Verwaltung, der Sauberkeit im öffentlichen Leben, aber auch der Sauberkeit in unserer Kultur“. Er sagte weiter : „Wir wollen wiederherstellen vor allem die deutsche Ehre, wiederherstellen die Achtung vor ihr und das Bekenntnis zu ihr, und wollen einbrennen in unsere Zerzen das Bekenntnis zur Freiheit, wollen unser Volk aber auch damit wieder beglücken mit einer wirklichen deutschen Rultur, mit einer deutschen RKunst, mit einer deutschen Architektur, einer deutschen Musik, die uns die Seele wiedergeben soll. Und wir wollen damit erwecken die Ehrfurcht vor der großen Tradition unseres Volkes, erwecken die tiefe Ehrfurcht vor den Leistungen der Ver- gangenheit, die demütige Erinnerung an die großen Männer der deutschen Geschichte.“ . . : Wann hat der sogenannte „einfache Mann“ Rultur ? Hat er sie, wenn er. die Matthäuspassion kennt und den Messsias, oder den Egmont und den Hamlet, und wenn er die 9. Sinfonie gehört hat? Er hat sie, wenn er selbst ein Rerl ist und wenn er weiß, daß es noch andere Kerle im Volke gibt, die anders sein müssen als er, daß er aber dadurch weder weniger noch mehr wird; er hat sie, wenn er den Glauben dessen ehrt, der gläubig ist, und den Un- glauben dessen, dem kein Gott erscheint; er hat sie, wenn er das Kind ehrt und das Alter, wenn er das Tier liebt und den Baum, wenn er erstaunen kann vor dem Räfer und entzückt sein von der Schwalbe; er hat sie, wenn der Sternenhimmel ihn feierlich stimmt und die Frühlingssonne fröhlich, wenn die KLust ihn nicht gierig macht, der Rampf um's Sein nicht müde ; er hat sie, wenn er die Tüchtigkeit des neben ihm Stehenden gelten läßt, wenn er den Andersdenkenden nicht haßt, weil er anders denkt, wenn er stolz sein kann, ohne Anmaßung und Übermut ; er hat sie, wenn er das besitzt, was Deutschlands Größter, was Goethe als das Ziel des Werdens und Geworden- seins preist; wenn er die Ehrfurcht hat vor dem, was über uns ist, die Ehrfurcht vor dem, was unter uns und vor dem, was neben uns ist. Das ist es, was als Rultur dem Leben des Einzelnen Wert und Würde gibt, und dahin zu kommen ist das Ziel, das erreichbare, das allen denen vorleuchtet, die wissen, daß der Wert des Einzelnen den Wert der Völker bestimmt. Der Begriff der Masse ist etwas wie ein zäher Schlamm, ein Sumpf, ein Moor, aus dem berauszuwaten Mühe kostet; aber an dem Wegweiser, der zur Zöhe zeigt, steben die Worte : durch Rultur zur Gemeinschaft ! Beilage zu den L üb eck i \s< en Blättern Hr. 22 vom 29. Mai 1938 . Druck von 5. G. Rabtgens, Lübeck Fotos von W ilb. Castelli iun
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.