Full text: Lübeckische Blätter. 1911 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1911 (53)

das nützt alles nichts. Deshalb bitten wir, Die Warenhäuser entstehen einmal durch die daß Sie dem Senatsantrag, der überaus be- Kapitalien der großen Banken, die es sich scheiden ist, zustimmen. Dann werden wir daran genügen lasfen. zunächst nur einen kleinen das v er h ü t e n, was wir wollen, daß nämlich Gewinn zu erzielen, weil sie durch die Waren- h rte tec M qu zr el tr t rr aber doch, das prophezeie ich Ihnen, dann Zweitens sind Warenhäuser Gründungen von werden Sie in 20 Ja hren v on d en b e- Lieferanten, die sich zusammentun und durch stehend en Detailgeschäften nicht Strohmänner das Warenhaus betreiben lassen. d en vie.rten Teil. mehr existieren Wenn ein Warenhaus inszeniert ist, geht man s e h e n! Die Kundschaft wächst in das Geschäft zunächst darauf aus, ohne Rücksicht auf Gewinn gewissermaßen hinein. Die Mutter hat immer zunächst Kundschaft zu erwerben, um die Detail- dort gekauft, die Tochter geht mit hin, und kreise niederzudrücken und das Übergewicht zu wenn sie verheiratet ist, kauft sie dort weiter gewinnen. Wenn das Warenhaus das Über- und gleichfalls ihre Nachkommen. Auf diese gewicht erlangt hat, greift es zu Praktiken Weise wird die Kundschaft dieser Geschäfte die andere Geschäfte nicht haben , die immer größer, und die andern kleineren Ge- gegen die guten Sitten verstoßen, um nicht zu schäfte können alle sehen, wo sie bleiben. Das jagen, Treu und Glauben einfach Hohn sprechen. ist die logische Schlußfolgerung. Infolgedessen Wenn z. B. ein Warenhausartikel unter Ein- sollten wir aufpassen, daß nicht noch mehr standspreisen verschleudert wird, um sich auf derartige Geschäfte hierher kommen. JIch will andere Weise zu erholen, so ist das eine Art, weiter nicht auf Details eingehen. Im großen die ein reeller Warenhandel nicht unterstützen und ganzen ist über die Sache schon so viel darf, weil das den Kleinhandel schädigt. Wenn geredet worden, daß wir jetzt abstimmen können. nun die Detailgeschäfte von dem Großtkapital Ich möchte mit der Bitte schließen, j e d e m und den Lieferanten, die ihrerseits einfach den das Seine zu gönnen. Zwischenhändler umgehen, derartig gedrückt Schi em an n: JIch werde mich so kurz werden, so ist es lediglich ein Akt der aus- fassen und so schnell sprechen, wie es mir möglich gleichenden Gerechtigkeit, wenn der Staat ein- ist. Bezüglich des § 11 befinde ich mich in err greift und solche Blüten des Wirtschaftslebens, freulicher Übereinstimmung mit meinem bis- die nicht gesund sind, beschneidet. Ich aber herigen Gegner zu g 10, Herrn Behn. Auch weiß aus Erfahrung, wie manche hiesige Detail- ich bitte Sie, die Warenhausssteuer anzunehmen. llisten unter den Warenhäusern zu leiden haben. Ich wundere mich außerordentlich, daß die- Jch kann nur sagen: Wer für den Mittelstand jenigen Herren, die für g 10 gestimmt haben, des Gewerbes und Handels ein Interesse hat, jeßt mit solcher Verve gegen g 11 sprechen. wer der Meinung ist, daß der gewerbliche Es handelt sich bei den Filialen nur darum, Mittelstand eine gute Grundlage, ja eine un- daß lediglich ein Ausgleich für die nicht einzu- bedingte Notwendigkeit für den Staat ist, bekommende Einkommensteuer geschaffen werden möge für die Warenhausssteuer stimmen. Dann soll. Hier bei der Warenhaussteuer handelt es wird er dem Detailhandel sehr nützen, und sich meines Erachtens aber nicht nur um einen er wird damit einen Akt der ausgleichenden finanziellen Vorteil oder Nachteil, sondern haupt- Gerechtigkeit üben; aber durchaus nicht den sächlich darum, daß der Detailhandel einen Warenhäusern schaden, die, wie das die Ihnen Schutanspruch gegen die Warenhäuser hat. mitgeteilten Gewinste gezeigt haben, troß der Bei s 10 handelt es sich um die hohe Steuer lkleinen Steuer noch mit Glanz bestehen werden. von 2 vom Hundert, wo die natürliche Be- B e h n: Nur wenige Worte. Ich kann steuerung nur % vom Hundert wäre; hier aber einen Ausspruch von Herrn Dühring nicht handelt es sich aber nur um eine kleine Steuer unwidersprochen lassen, weil er mir doch etwas von %4 % ! Auf diesen Ausgleich hat der Detail. zu weit geht. Herr Dühring hat gesagt, nicht handel einen begründeten Anspruch. Herr mit diesen Worten, aber doch dem Sinne nach, Dühring hat Ihnen die Lichtseiten der Waren- daß in den Warenhäusern ganz anders gearbeitet häuser geschildert; ich möchte Ihnen in kurzen werde als in andern Detailgeschäften, in lekteren Zügen die Schattenseiten erläutern. (Wider- würde das Geld mühelos verdient. Das ist nicht spruch.) Fürchten Sie nicht, daß es lange dauert, der Fall. Es wird in den kleinen Detailge- es handelt sich höchstens um 5 oder 6 Minuten. schäften mindestens ebensoviel gearbeitet wie KK
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