Full text: Lübeckische Blätter. 1911 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1911 (53)

770 Literarisches. Einzelheiten und Inuenräumen des éhzmagligen Burg- Frau Christel. Eine Novelle von Eilhard Erich ut. it xv hs tp]eter Bie dit. F Pauls. Gustav Schloeßmanns Verlag. Ham: Material, mit dem er dann die Renaissance, das burg 1911. Barock, das Rokoko, den Zopf,, Empire: und Bieder- N:) r ME „dt. Nc LL. U Zuther B E Pauls jüngst eine Novelle erscheinen lassen, die uns Metzger legt in seinem Werke den Schwerpunkt gleichfalls in die Franzosenzeit zurückführt: Frau ghauf die Sammlung eines reichen Bildermaterials. Christel. Ein feines, zartes Werk Fast nur ein Den Text hat er knapp gefaßt. Er begnügt sich Stimmungsbild, aber doch in seiner Geschlossenheit dweist mit einer kurzen Datierung und Einreihung viel mehr als eine Skizze. Die Handlung sehr der Objekte in eine der Stilperioden, versäumt aber einfach: Der Abschied einer alten, vom Leben hart nicht, den wichtigeren Gebäuden eine eingehendere angefaßten Frau von der Stätte ihres Glückes und HVehandlung zu widmen und bringt dabei manche ihres Leides, die legte Stunde im Hause, da noch interessante geschichtliche Einzelheiten, die der Leser einmal alles liebe und bittere Geschehen ihr durch wit Dank annehmen wird. Das Werk vermag damit die Seele zieht. Handelte es sich um eine Arbeit cine sehr willkommene, leicht faßliche Anleitung zum in Dramenform, hätte der Dichter wohl die Not Studium der norddeutschen profanen Architektur wendigkeit der Trennung von der Heimat schärfer zu sein. herausarbeiten und motivieren müssen. Offenbar ist Metzger will aber mehr. Er hat unsere Zeit es Pauls nur darauf angekommen, das Seelenleben darin sehr gut verstanden, daß er über das Erfassen dieser feinen Frau vor uns lebendig werden zu lassen. der einzelnen Kunstepochen die Freude stellt an der Und das ist ihm gelungen. Schon in seinem Erstt. harmonischen Wirkung der Stadt: und Straßenbilder, lingswerk hat er leidvolle Bilder gemalt. Das herbe dem Zusammenklingen der Schöpfungen verschiedener Leid ist jetzt gemildert zu stiller Wehmut, die sich geiten, den durch fröhliche Farben und glückliche schweigend dem Unabänderlichen fügt. Mir scheint, Gruppierung anheimelnden Höfen und Gängen. Es Pauls ist gerade diesen resignierenden Stiefktindeen ist, als folgten wir einem guten Führer auf einer des Glückes ein überaus geschickter Schilderer langen kunstbegeisterten Wanderung durch Lübeck. „Dem Andenken meiner Mutter.“ Es hätte Er spricht zu uns von dem Hause des reichen kaum dieser Widmung bedurft, um erkennen zu lassen, Huürgers, übersieht aber nicht das Schöne am Hause daß der Dichter aus der ganzen Fülle seines Herzens des schlichteren Krämers oder kleinen Handwerkers, diese rührende Frauengestalt geschaffen, rührend und gan manchem Straßenbilde hält er an und erhöht doch stolz und stark und deutsch. Etwas von Storm durch einige kurze Bemerkungen unser Interesse für schem Geiste lebt in der anspruchslosen Erzählung, jene Kirche, die dort den Straßenzug schließt, führt Sie ist wohl das Feinste, was Pauls bisher ver duns zu einigen Dielen und staunenswert reichen öffentlicht. Möge sie ihm neue Freunde gewinnen. Innenräumen und bringt uns auf verzwickten Wegen Wolfgang Fehling. in verstectte Höfe und Gänge zu den Wohnungen s G der kleinsten unter den Bürgern. Dabei versäumt Die alte Profanarchitektur Lübecks. er nicht, unsern Blick zu schärfen für gut gelungene . architektonische Einzelheiten. Wir sehen auf unserem Vor kurzem ist im Verlage von Charles Cole- Wege reiche Portale, schmucke schlichte Türumrah- man Die alte Profanarchitektur Lübecks vm mungen und Haustüren in immer neuen glücklichen Architekten Max Metzger erschienen. Es ist ein Variationen. “ umfangreiches Sammelwerk, in dem uns der Ver- Doch wir sollen die Archilektur in noch größeren fasser auf 120 Tafeln mit 424 Abbildungen und gHusammenspiel würdigen lernen. Wir gehen durch in einem durch weitere 83 Bilder ergänzten Texte. das Burgtor, ärgern uns hier an der Protzenmauer die Profanarchitektur Lübecks aus der Zeit von etwa mit dem Leichenhause und nehmen lieber das. Bild, 1200 bis 1800 vorführt. das uns der Führer aus vergangenen Zeiten mit dem Metzger beginnt mit den wenigen, aber kunst. prächtigen Baumschmuck und dem kleinen Torhäuschen geschichtlich kostbaren Giebeln, die uns aus der entwirft. Das Neue und Alte, das dort links die romanischen Periode erhalten sind, zeigt uns einige jüngste Zeit in glücklicher Harmonie geschaffen hat, charakteristische Typen des Übergangsstiles und bringt berechtigt uns zu den besten Hoffnungen für tt aus der Zeit der Gotik schon reicheres Material, Zukunft. Wir genießen das behaglich schlichte bil das er durch Heranziehung von architektonischen der Stadt von der Ostseite her, lassen uns vo
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