Full text: Lübeckische Blätter. 1911 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1911 (53)

631 beobachten sei. Während man sich früher begnügt zur Genüge, daß sich diese Aufgabe auch auf anderem habe, gegen die Verkäufer und Vermittler im Wege, ohne Bordelle, erfüllen lasse. Richtig sei Mädchenhandel vorzugehen, richte sich heute der allerdings der dritte Grund: Die Häuser bieten Kampf in erster Linie gegen die Abnehmer, die Schutz gegen Erpressungen. Dieser praktische Grund Bordellwirte. Mit dem Bordell stehe und falle der dürfe aber bei dieser Frage nicht mitsprechen. Zu- Mädchenhandel. Der Vortragende erläuterte die geben müsse er schließlich, daß erst die Wohnungs- einschlägigen Gesetzesbestimmungen. Besonders scharff frage gelöst werden müsse, bevor man zu einer Auf- kritisierte er den § 361 Nr. 6 des Strafgesetbuchs. hebung der Bordelle schreiten könne. Die Gründe Darin sei der Gedanke, die öffentliche Sittlichkeit als jedoch, welche gegen das Bordellsystem sprächen, ins- . ein wertvolles Rechtsgut des Staates zu schüten, besondere der verderbende Einfluß auf unsere heutige nicht folgerichtig durchgeführt Unzulänglich erscheine Jugend, seien so schwerwiegend, daß Bordelle nicht ferner § 180 des Strafgeseßbuchs. Hier seien zwar geduldet werden jollten. Der Staat übertrete hier- z die Bordelle verboten, aber die dann akut werdende mwmuit auch seine eigenen Gesetze. Die Tätigkeit des Wohnungsfrage sei nicht geregelt worden. Daher Kraonitees sei darauf gerichtet, die Zweifel aus den t sei es zurzeit nicht möglich, diese Bestimmung auf das Geseten zu beseitigen. Erreicht sei die Einrichtung . Bordellwesen anzuwenden, denn die aufgehobenen von Bentralpolizeistellen, welche die Ermittlungen Bordelle würden sofort an einer anderen Stelle über den Mädchenhandel anstellten. Durchgesetz sei, : wieder erstehen. Zu bedauern sei außerdem, daß der daß die Mädchenhändler jeßt auf Grund des § 48 Versuch zur Kuppelei nicht strafbar sei. Deswegen des Auswanderungsgesetzes bestraft würden. Geschaffen werde jett bei Bekämpfung des Mädchenhandels der sei das Stellenvermittlungsgesetz, das eine Handhabe § 48 des Auswanderungsgesetzes herangezogen, welcher gegen den Mädchenhandel biete, und bei dem in t eine Zuchthausstrafe bis zu fünf Jahren zulasse. Vorbereitung befindlichen Theatergesetz sei die Berück, Troß der hohen Strafen würden die Mädchenhändler sichtigung entsprechender Anträge zu erwarten Zum 1- durch die Nachfrage der Bordellwirte aber immer Schluß forderte der Vortragende auf, auch in Lübeck n wieder zum Handel verleitet, der ihnen einen hohen ein Zweigkomitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels .r Gewinn einbringe. Der Vortragende warnte vor zu errichten. z einer Uberschätzung der Statistik auf sexuellem Gebiet, Eine Nachversammlung, in der die Ausführungen ie da sie zumeist in der Luft schwebe. Daran knüpfte des Vortrages, naturgemäß unter Heranziehung der 18 er einige geschichtliche Bemerkungen über die Be. lâiübeckischen Verhältnisse, besprochen wurden, führten r. kämpfung des Mädchenhandels. Die Bewegung habe zu dem Ergebnis, daß Vertreter der interessierten . begonnen in England, und zwar erst im Jahre 1890. Vereinigungen zur Beratung über die in Lübeck zur s ßwölf nationale Komitees seien auf dem ersten Bekämpfung des Mädchenhandels zu unternehmenden . Kongreß, der 1890 in London stattgefunden habe, Schritte zusammenberufen werden sollen. Über das : vertreten gewesen. Mädchenhandel habe es schon Ergebnis dieser Beratungen wird alsdann an dieser .. vorher gegeben, doch sei seine Bekämpfung vorher Stelle berichtet werden. zt #tgtnifiert sten. Nux auf internationallm = . ö ege jei der Handel erfolgreich zu bekäm en, da ; tn t es sich um :s ste ft tliupsen. de Das Ergebnis der „Aktion und der Die ärmeren, ungebildeten Mädchen, zumeist aus Vatersstädtische Verein. Polen und Galizien, würden von den Agenten unter Vorspiegelung einer reichen Heirat in das Aus- Für den unbeteiligten Zuschauer waren die Kämpfe um land verschleppt. Auf dem jüngsten, im Jahre 1906 die Kandidatenliste zur Bürgerschaftswahl, die sich in t us Vordellbehger rt Ege ie! zune echgunal t. Hr tturühe htcttrt. U 1k die Mädchen erst j ein Bordell jp seien, seien der Bürger gegen Kandidaten, die eine ganz u sie nicht mehr zu retten. kleine Gruppenbildung mit vielem Geschick vorge- n Sodann erörterte der Vortragende die Gründe, schoben hatte. Es stellte sich heraus, daß ein- s, welche für und gegen das Bordellwesen sprechen. zelne, besonders gern und viel redende Persön- ir- Nicht durchschlagend dünkten ihm die hygienischen lichkeiten sich selbst den Interessentengruppen der i1- Gründe, welche die Anhänger des Bordellsystens Gewerbetreibenden und der darob ebenso überraschten n, anführten. Keineswegs seien ferner die Bordelle zu Beamtenschaft als Retter des Vaterlandes präsentiert ig erlauben, um das Dirnenwesen auf der Straße ein. hatten. Präsentiert ohne eigentliche Anhänger, aber . Gut ciaßicrgc "stortt;. rt, Kutgabe. zer rer tow!er: se set es urt dt crhorge ti Ing ] zeig u j
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