Full text: Lübeckische Blätter. 1911 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1911 (53)

Ö ß -- machen müssen, wenn ich der Meinung sein in mancher Beziehung rückständig sei. Wenn wollte, daß das humanisstische Gymnasium heut- von Rückständigkeit die Rede ist, lassen Sie mich zutage allein als Vollanstalt in Frage kommen einmal einen Rückblick werfen auf die Zeiten, könnte. Das ist nicht der Fall. Das Real- wo wir, die wir jetzt im mittleren Mannesalter gymnasium und das Reformgymnasium und stehen, Schulknaben waren. JIch erinnere Sie vollends die Oberrealschule haben längst den an die Zeit, wo Lübeck etwa 27 bis 29 000 Ein- Beweis ihrer Notwendigkeit erbracht, und wenn wohner hatte. So stand es in den alten Grautoff- noch irgend etwas für die Notwendigkeit der schen Tabellen. Da hatten wir das huma- Oberrealschule ins Feld geführt werden kann, nistische Gymnasium, die B-Klassen des Katha- auch in Lübeck, ist es gerade die Befürchtung rineums und zwei vortrefflich geleitete Privat- von Herrn Professor Dr. Grube, daß das Jo- schulen, die von Großheimsche und die alte hanneum unter dem Ausbau der Realschule Petrische, die beide ganz voll waren. Also im zur Oberrealschule leiden könnte. Deutlicher ganzen zwei Vollansstallen und zwei Nicht- konnte man nicht sagen, daß in der Bevölkerung Vollanstalten. Wir haben aber von keinem ge- ein Bedürfnis nach dieser uns jetzt noch fehlenden hjört, daß vier solcher Anstalten für eine Stadt Oberrealschule tatsächlich vorhanden ist. (Sehr von 30 000 Einwohnern zu viel waren. Nun richtig.) Ich bitte Sie dringend, dem nachzu- s\ind wir eine Stadt von 100 000 Einwohnern, geben. Zwei Gedanken lassen Sie mich noch und nun sollte es für sie zu viel sein, wenn wir kurz zum Ausdruck bringen. Herr Dr. Ziehl hat neben dem alten Katharineum und dem Reform- darauf hingewiesen, daß es in einer Riesenschule, gymnasium noch eine Oberrealschule hätten, zu wie wir sie jetzt schaffen wollen, nicht möglich der wir die Realschule ausbauten? JIch kann sein werde, daß der Direktor die einzelnen das nicht verstehen, wie der Vorwurf der Rück- Schüler kennen lerne. In den Veolksschulen ständigkeit gemacht werden kann. Jch bin der wird das dem Hauptlehrer aber doch zugemutet ? festen Überzeugung, daß man es auswärts nicht Und ich habe ja auch dafür gestimmt, große fassen wird, wenn wir heute diese Vorlage Schulsysteme zu schaffen. Dann werden das ablehnten. (Sehr richtig.) Ich bin vielmehr die Leiter der höheren Schulen auch können, der festen Überzeugung, daß man auswärts und der Leiter der Realschule, wenn sie Ober- sagen wird: wie kann eine Kaufmannsstadt die realschule wird, um so eher, als er vielleicht über Forderung des Senates auf den Ausbau der ein gleichmäßigeres Schülermaterial verfügt als Realschule zur Oberrealschule ablehnen, die z. B. der Direktor des Katharineums. Wenn immer und immer wieder gerade seitens des jetzt schon die Realschule dreizügig ist, so besteht Handelsstandes als notwendig bezeichnet ist! die Möglichkeit, daß sie, wenn diese drei Klassen Ich meine, zwar nicht das einzelne Mitglied, nebeneinander ganz bis zur Untersekunda durch- wohl aber die gesamte Bürgerschaft wird aus- geführt würden, 27 Klassen hat. Ich glaube wärts den Vorwurf der Rückständigkeit hören allerdings nicht, daß es dazu kommen wird. müssen, wenn wir den Senatsantrag ablehnen. Ich glaube, die untern Klassen werden dreizügig Der von Dr. Wittern gestellte Antrag auf sein, die mittleren, Obertertia und Untersekunda, Schluß der Beratung wird genügend unterstütt werden meist zweizügig sein. Aber selbst, wenn und angenommen. es dazu kommt, möchte ich den Direktor sehen, Bei der nun folgenden Abstimmung wird der der 24 oder 27 Klassen einer Anstalt leiten kann, Antrag von Johs. Reimpell auf Verweisung th bir ehuclter. Laster tewitr leut, wzellIberG-uazs eure Few;tsrt.etetchtt. " würden, könnte er es nicht mehr. Wenn wir vorlage ab. einen so bewährten Leiter einer Realschule be- Der weiteren Abstimmung wird die Senats- sißen, wie wir glücklicherweise, werden wir vorlage in der vom Bürgerausschuß empfohlenen gewiß nicht diesen Vorwurf erheben. Fassung zugrunde gelegt. Endlich noch eins, worauf ich Herrn Dr. Ziehl Die Bürgerschaft erteilt in der Gesamtab- erwidern möchte. Er hat ja vieles gestreift, stimmung den Senatsanträgen unter 126 in was eigentlich nach meiner Empfindung nicht der vom Bürgerausschuß empfohlenen Fassung ganz zur Sache gehört, und was bei jedem ihre Mitgenehmigung. andern Senatsantrage auch hätte gesagt werden Nach Verlesung und Fesststellung des Proto- können. Herr Dr. Ziehl hat gesagt, daß Lübeck keolls schließt der Wortführer die Versammlung. auch in seinem neuen Einkommenlteuergesetze Schluß der Sitzung 11 Uhr 25 Minuten. Druck und Verlag von H. G. Rahtgens in Lübeck. Q2.
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