Full text: Lübeckische Blätter. 1911 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1911 (53)

Sie dürfen mir das Zutrauen schenken, daß ich Er sagte: „Was solle es, daß Herr Dr. Ziehl mit einem derartigen Wunsch nicht an Sie hier über die Situation im Bürgerausschuß herantreten würde, wenn ich mich nicht volle. spricht und allerlei erzählt hat, was hier jett ständig überzeugt hätte, daß es so, wie es bis nicht zur Beratung steht!“ Wer ist es denn jetßt gewesen ist, nicht weitergeht. Ich gehöre anders gewesen, als der Herr ständige Senats- der Schlachthofsektion seit dem Bestehen des kommisssar, der hier wiederholt erklärt hat, es Schlachthofes, also seit 27 Jahren, an. Ich habe wäre dem Senate aufs Äußerste erwünscht, auf diesem Gebiete genügend Erfahrungen wenn hier über die Verhandlungen im Bürger- sammeln können. Daß die Geschäfte größer cdausschuß berichtet würde, es wäre sogar er- gr yerten sind ist klar. Ich habe hier die wünscht, wenn mitunter zu bestimmten Fragen ußerung gehört, es würden für die Benutzung ein Referent aus dem Bürgerausschuß bestellt der Quarantäne zu hohe Gebühren genommen. würde. Das hat der Herr ständige Senats- Das ist nicht der Fall. Wir haben nur das ge- kommisßsar hier wiederholt gesagt. Nun kam die nommen, was überall für die Quarantänean- Rede des Herrn v. Schack, die eine ganze Anzahl stalten festgelegt ist. Wir haben nicht willkürlich von den Gründen brachte, die auch im Bürger- die Preise heraufgesetzt. Wir haben nur versucht, ausschuß vorgebracht sind, und die nach meiner den Export heranzuziehen, und das haben wir dHMeinung für den Bürgerausschuß mit ausschlag- mit gutem Erfolge getan. Welchen Umständen gebend gewesen sind, die Senatsvorlage abzu- haben wir nun wohl die gute Beschickung unserer lehnen. Die Gründe des Herrn v. Schack, der Quarantäne zu danken? JIch glaube, daß die nicht Mitglied des Bürgerausschusses ist, wurden gute Wertung und Pflege der uns eingeschickten von dem Herrn ständigen Senatskommissar be- Tiere wohl eine Rolle dabei spielt. Auch die in mängelt. Darauf m uß t e meine Rede folgen, Lübeck erhobenen Schlachtgebühren, welche sich und sie war nichts anderes als eine Art Referat dank der praktischen, aber doch einfachen Ein- über das, was im Bürgerausschuß passiert ist. richtungen im Schlachthofe in mäßigen Grenzen gdIch kann daher nicht finden, daß meine Rede halten können, veranlassen den einen oder deplaziert gewesen ist. Sie hat nur das gebracht, anderen Einsender, sein Vieh nach hier zu was der Senat des öftern selbst im Bürger- schicken, weil eine beträchtliche Anzahl der die gcausschuß und hier in der Bürgerschaft gewünscht Quarantäne passierenden Tiere auch hier gee. hat. Nun ist lange darauf herumgeritten schlachtet wird und dann in geschlachtetem Zu worden, daß, wie ich gesagt habe, die Bürger- stande zur Versendung gelangt. Man muß es. schaft in dieser Sache doch dem Bürgerausschuß den Herren aus Dänemark nachsagen, daß sie folgen solle. Das habe ich nur deswegen gesagt, gut zu rechnen verstehen. weil wir hier sehr oft vom Senate hören, wenn Daß mit dem größeren Betriebe auch die der Bürgerausschuß einen Antrag mit großer mit der Leitung zusammenhängenden Geschäfte Mehrheit angenommen hat, daß die Bürgerschaft größere geworden sind, ist ja selbstverständlich.. seinem Vorgehen folgen solle. Der Bürger- Bisher sind diese Geschäfte in der Hauptsache gcausschuß hat diesen Senatsantrag aber mit von dem Direktor ausgeführt worden. Auf die großer Mehrheit abgelehnt, darauf habe ich weitere Dauer wird er aber dazu nicht imstande hingewiesen und gebeten, daß die Bürgerschaft sein, und es muß ihm daher eine tatkräftige in dieser Beziehung nun auch einmal dem Hilfe zur Seite gestellt werden. Deshalb möchte Bürgerausschuß folge und die Vorlage gleich- ich Sie bitten, nehmen Sie in diesem Falle den falls mit großer Mehrheit ablehnen möge. Senatsantrag an, und verquicken Sie diese Sache Gestatten Sie mir dann einige Worte gegen- nicht mit den andern Anträgen, die noch auf der über Herrn Schiemann. Er hat es so hinge- Tagesordnung stehen. Wie es mit dem Schul- stellt, als wenn ich aus Prinzipien gegen die inspektor wird, weiß ich nicht, weil ich darin Sache gesprochen hätte, man dürfe aber aus kein Urteil habe. Wenn Sie ihn nicht haben Prinzipien nicht gegen eine Sache sein. Wenn wollen, können Sie ihn meinetwegen gern abo ich das Vergnügen haben sollte, mit Herrn lehnen. Aber in diesem Falle dürfen Sie mir Schiemann noch längere Zeit in der Bürgerschaft das Vertrauen schenken, daß ich nicht für eine zusammen zu sein, wird er hoffentlich einsehen, Sache eintrete, die ich nicht verantworten kann. daß ich in meinem ganzen Leben noch keine Dr. Z i e h l: Gestatten Sie mir nur ein paar Prinzipienreiterei getrieben habe und auch nicht Worte. Ein Sat, den der Herr ständige Senats- treiben werde. Ich habe mich stets von sachlichen kommissar ausgesprochen hat, zwingt mich dazu. Gründen leiten lassen. Heute aber will ich einmal 640
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