Full text: Lübeckische Blätter. 1911 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1911 (53)

Z41. --- Verhandl. d. Bürgerschaft am 19. Juni 1911. Seminardirektor, die seinerzeit beantragt wurde, gibt, als die meisten andern Städte. Gestatten bei nur vier Klassen zehn Stunden in der Woche Sie mir, Jhnen folgende Zahlen vorzutragen: geben sollte, kann sicher ein Hauptlehrer, der JIn dem Verzeichnis der großen Städte Deutsch- fünfzehn bis achtzehn Klassen unter seiner Hand lands steht neben Lübeck Mühlhausen i. E. vereinigt, auch nicht mehr als zehn Stunden Diese Stadt hat im Schuljahre 1907/08 denn geben. Ich behaupte, daß das noch zu viel itt, für dieses Jahr gibt das Statistische Jahrbuch will aber annehmen, daß er tatsächlich zehn die Zahlen an ~+ für das Volksschulwesen, ohne Stunden gibt. Unser Unterrichtsgeseß schreibt die Baukosten, aber mit dem Mietewerte der vor, daß der Hauptlehrer 20 bis 24 Stunden zu Hatten, eine Ausgabe von 860 383 .4. Lassen geben hat. Es sind also auf der Mädchenschul- Sie mich das auf lübeckische Verhältnisse um- seite, wenn ich den Durchschnitt ziehe, 229.10 rechnen. Lübeck hatte 1907/08 96.000 Ein- = 12 Stunden zu beseßen. Auf der Knaben- wohner und hätte im gleichen Verhältnis schulseite sind für den nicht angestellten Haupé 8$69 440 . ausgeben müssen; es gab weniger lehrer im Durchschnitt 22 Stunden zu besetzen, aus als Mühlhausen rund 78 000 . Der das gibt eineindrittel Lehrer und, die Lehrkraft Stadt Hagen i. W. kostete das. Volksschulwesén im Durchschnitt. mit 3250 M gerechnet, rlmnov rund 981 000 . Wenn man das auf unsre 1350 \4. Die müssen ausgegeben werden, um HVerhältnisse umrechnet unter Zugrundelegung den Wegfall wieder zu erssezken. Das Durch- unsrer Einwohnerzahl, müßten wir 1 141 000 . schnittsgehalt. des nieht eingestellen Haupt- ausgeben; wir geben aber 350 000 . weniger lehrers beträgt 4600 Je. Wenn man davon die aus als Hagen. Kassel mit 153 000 Einwohnern 1350 J abzieht, ergibt es eine Ersparnis von zahlte für sein Volksschulwesen 1 563 000 M. gerade 250 .. Die spart man in Wirklichkeit Das sind nicht die Zuschüsse, sondern die tat- aber auch nicht, denn man wird, wie anderswo sächlichen Kosten. Lübeck müßte danach 980000.1 ö überall, auch hier dem Leiter der grogen Sh- verwenden, bleibt aber hinter Kassel um | steme eine Schreibhilfe halten müssen, damit er 190 000 Je zurück. Krefeld gibt für sein Volks- . von der bureaukratischen Arbeit nicht allzuviee schulwesen 1 201 000 & aus. Lübeck müßte in Anspruch genommen wird. Als Ersparnis danach 961 000 M zahlen, seine Ausgabe beträgt 1 kann ich die Zusammenfassung zweier Systeme also 170 000 JK weniger. Lübeck bleibt, immer also nicht auffassen. Aber warum will man unter Berücksichtigung unserer Einwohnerzahl, denn nun ausgerechnet gerade bei der Volks- hinter Flensburg um 438 000 ., hinter Altona schule sparen? Nach dem Berichte der Ober- um 217 000 M, hinter Hannover um 102 000 .16, schulbehörde vom Jahre 1909 wird für jeden hinter Halle um 32 000 ., hinter Stettin um Volksschüler in Lübeck ein Durchsschnittszuschus 156 000 .14 zurück. Auf Grund dieser Zahlen von 60,66 M gegeben, für das Katharineum ein nehme ich nicht Anstand, zu erklären, daß das 1 Zuschuß von 215,60 .16, für das Johanneum ein Wort, die Volksschule fräße uns auf, und unser ! solcher von 133,90 . und für die Realschule zum Veolksschulwesen sei zu teuer, eine Fab el Dom 102,52 .. Das macht insgesamt für ist. Ich glaube, Jhnen nachgewiesen zu haben, , einen Zögling der höheren Knabenschule einen daß das große System keine Ersparnis mit sich Betrag von 182,12 . Ich glaube, diesse bringt. Was Ersparnisse schafft, ist die andre Zahlen zeigen, daß zuerst nach einér andern HMaßxregel der Oberschulbehörde, die Erhöhung Richtung gespart werden könnte, wenn man der Frequenz der Klassen in der Volksschule. überhaupt bei der Unterrichtsverwaltung sparen dc gebe unumwunden zu, daß dadurch eine will. Jch habe mich umgesehen und mich ge- bedeutende Ersparnis bewirkt werden kann. fragt, iwas denn andre Städte für ihre Volks- Soweit ich die Sache überschauen kann, haben schulen zahlen. Und da darf ich Ihnen noch wir im Durchschnitt jeßt 40 Schüler in der einmal aus dem statistischen Jahrbuch deutscher Klasse der Volksschule. Wir hatten 36 Schüler : Städte einige Zahlen geben, die Ihnen zeigen und standen damit an der Spitze in Deutschland. : werden, daß Lübecks Volksschulwesen verhältnis- Ich habe vor einiger Zeit einmal eine Übersicht V mäßig nicht teurer ist als das andrer Städte, aus pädagogischer Feder über die Volksschul- ! wie es wohl gesagt worden iste Das Wort verhältnisse in Hamburg, Bremen und Lübeck haben wir schon vor zehn Jahren gehört. Mir gelesen, und da wurde der lübeckischen Schul- t ist einmal von autoritativer Stelle gesagt: Die verwaltung das Kompliment gemacht, daß man n Volksschulen fressen uns auf. Ich behaupte, mit verhältnismäßig geringen Mitteln recht er- 11 daß Lübeck weniger für seine Volksschulen aus- freuliche Leistungen erreicht hätte, denn kaum
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