Full text: Lübeckische Blätter. 1911 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1911 (53)

Verhandl. d. Bürgerschast am 8. Mai 1911. hier niemand in der Bürgerschaft sein, der amtlich mitgeteilt worden. Ich bitte Sie ferner, diesen Standpunkt teilen wollte.. Die Ent- einmal Jhre Blicke darauf zu lenken, was Kauf- wicklung eines Warenhauses dadurch aufhalten leute in der Breiten Straße für Straßenland zu wollen, daß man ihm die Möglichkeit nimmt, zahlen und was für Aufwendungen jie machen, sich nach irgendeiner Richtung auszudehnen, lediglich um die Möglichkeit zu haben, eine ist doch vergebens. (Sehr richtig.) Wenn das größere Auslage für das vorübergehende Publi- betreffende Warenhaus sich an dieser Stelle kum beschaffen zu können. Da sind Summen nicht weiter ausdehnen kann, tut es das an einer gezahlt worden, die, pro Quadratmeter berechnet, andern Stelle. (Sehr richtig.) Die Frage, ob auf 2000 . und mehr kommen würden. Nun die Warenhäuser als solche in gewisser Weise vergessen Sie nicht, welch einen unendlichen einer Beschränkung unterzogen werden sollen, Vorteil die Firma Karstadt dadurch hat, daß sie wird je nach der politischen Stellung des ein- in dem ehemaligen Alten Schrangen eine ganz zelnen ganz verschieden beurteilt werden. Diese prächtige Auslage bekommt. HvWer, nachdem Sache gehört in diese Frage meines Erachtens die jetzigen Gebäude dort einmal weggebrochen nicht hinein; das kann nur Aufgabe der Reichs- sind, von Süden die Breite Straße herauf- gesebgebung sein. Ich schicke das voraus, weil kommt, namentlich abends, wird durch die ich zu meiner Freude im Bürgerausschuß habe von Karstadt zu errichtenden prachtvollen Läden, konstatieren können, daß die Detaillisten von die sich in einer Längsrichtung von 30 m und derselben Auffassung durchdrungen sind und mehr nach dem alten Schrangen hinziehen, sagen, es fiele ihnen nicht ein, in irgendeiner gefesselt werden. Für eine derartige Ver- Weise um deswillen die Vorlage ablehnen zu besserung eines Geschäftes, noch dazu für ein wollen, weil der Käufer dieser 185 qm die Warenhaus, ist das von eminentester Bedeutung. Firma Karstadt sei. Sie wollen nichts weiter, Bedenken Sie, wieviel mehr Waren es dem und das will auch die ganze Bürgerschaft, als Publikum zeigen kann. Das hat für das Waren- das, daß die Firma Karstadt für dieses Areal haus ganz enorme BVorteile, und wenn wir einen an g e m e s se n e n Preis zahle. Ich diese Vorteile auf der anderen Seite einstellen, möchte das Wort ang em ess e n unter- dann müssen wir sagen, daß das, was bisher streichen. Wir haben die Verpflichtung den in der Breiten Straße von einzelnen gezahlt Detaillisten gegenüber, daß wir der Firma worden ist, noch viel bedeutender ist, als das, sKarstadt unter keinem Gesichtswinkel irgend- was jetzt selbst nach dem Vorschlage des Bürger- einen Vorteil gewähren, auf den sie keinen An- ausschusses von der Firma Karstadt gezahlt spruch hat. Jm Widerstreit der finanziellen und werden soll. Der Bürgerausschuß ist im all- der ästhetischen Frage darf nur die erstere ent- gemeinen dem Finanzdepartement gefolgt und scheidend sein. Das Polizeiamt und die Bau- nlo©P gekommen. deputation haben gemeint, daß der Preis von Das Finanzdepartement hat nämlich ausge- 160 000 . im vorliegenden Falle als ein voll rechnet, daß, wenn man das Quadratmeter ständig ausreichender zu bezeichnen sei. Dabei mit 1000 .6 einsetzte und außerdem die Straßen- soll der Firma Karstadt noch die Straßenbau- bauabgaben hinzurechnete, die einige 70- bis abgabe, die sonst alle Anlieger im Alten und 80 000 J betragen, eine Summe von 250000 M Kleinen Schrangen nach der Niederlegung des herauskommen würde. Diese Summe halte ich Spritenhauses zu zahlen haben, erlassen werden. auch für angemessen. Ich glaube nicht, daß es Wer die Entwicklung unserer Stadt in bezug richtig sein wird, diese Summe noch zu erhöhen, auf die gezahlten Preise für Grund und Boden wenn wir uns nicht der Gefahr ausseßen wollen, in der Breiten Straße in den leßten zehn Jahren daß die Preisforderung über das Angemessene verfolgt hat, wird dem Finanzdepartement in hinausgeht. Ich glaube daher, daß die Bürger- seinem Gutachten vollständig recht geben, daß schast gut daran tut, unter Ablehnung des dieser Preis von 160 000 .16, auch nicht einmal Senatsantrages sich dem HBäürgekrausschuß- von 185 000 . den Verhältnissen entspriche. antrage anzuschließen. | ] Der Preis ist als ein zu geringer zu bezeichnen. Nun ist uns entgegengehalten worden, die Ich brauche nur darauf hinzuweisen, daß die Firma Karstadt werde auf ein solches Angebot Firma Karstadt für das daran stoßende Haus nicht eingehen. Jn dem Antrage, den der Senat von Nöhring ihrerseits schon freihändig 345 000.4 an die Bürgerschaft gerichtet hat, heißt es auch geboten hat, und daß der Kaufvertrag auf dieser expressis verbis, daß die Firma K arstadt es! ab- Grundlage abgeschlossen sein soll. Das ist uns gelehnt habe, eine Summe von 250 000 M zu [ 7
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