Full text: Lübeckische Blätter. 1911 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1911 (53)

447 ö Verhandl. d. Bürgerschaft am 28. März 1911. Leider ist es der Theaterbehörde nicht vermag sie einen neuen Wandelhorizont nicht möglich gewesen, die Aufführung dieses zu rechnen. Es ist anzunehmen, daß die unbe- Stückes noch zu verhindern. Aber es sind dingt erforderlichen Dekorationen jetzt beschafft schon Maßregeln eingeleitet, die bewirken sind.“ Dazu möchte ich nur eins bemerken; sollen, daß derartige Sachen in Zukunft nicht die Sachen, die hier gefordert werden, haben wieder vorkommen. Rat und Bürgerschaft beim Bau des Theaters Ich möchte dann noch ein paar Worte zu schon bewilligt. . Sie sollten also eigentlich da dem Wunsche des Herrn Löwigt in bezug auf sein, sind aber nachher von der Theaterkom- Operettenaufführungen für den Arbeiter- mission aus Ersparnisgründen gestrichen worden. bildungsverein sagen. Der Wunsch mußte €s ist also nicht der Fall, daß alles schon da ist. jezt, wie Sie aus den Ausführungen des Herrn Es hat sich aber nachher im Betriebe heraus- Rechtsanwalt Fehling gehört haben, speziel gestellt,, daß diese Sachen auch als sehr wegen der Wahl einer Operette unter alen wünschenswert anzusehen sind. Sie sind da- Umständen abgelehnt werden, weil die Kon- mals übrigens gegen meine persönliche leb- sequenzen nicht abzusehen waren. Jm übrigen hafte Opposition herausgekommen. Wer die muß ich sagen, daß ich prinzipiell dem Wunsche, Bemerkung des Feinanzdepartements lliest, der von jener Seite kam, durchaus sympathish könnte leider auf den Gedanken kommen, daß gegenüberstehe. Es wird auch bei uns die die Theaterbehörde etwas ganz Neues haben Entwicklung der Dinge dahin führen, daß man wollte, und um dieser Legendenbildung vor- für den Arbeiterbildungsverein auch eine musita- gzubeugen, wollte ich nicht verfehlen, darauf auf- lische Vorführung in irgendeiner Art und Weise mierksam zu machen, daß Rat und Bürgerschaft veranstaltet. Die Vorstellung braucht ja au< diese Sachen schon bewilligt hatten, daß sie schließlich nicht an einem Sonntag nachmittag aber nicht ausgeführt worden sind. stattzufinden. Jn andern Städten ist die Ent- . .. ö wicklung der ganzen Sache auch den gleichen HL öw i g t: Jch freue mich über die Aus- Weg gegangen. Man will gerade diejenigen führungen von Herrn Dr. Meyer, denn sie er- Kreise, die bisher dem Theater ferner stehen, öffnen die Aussicht, daß wir bald einmal eine nicht nur zu Schauspielen heranziehen, sondern DOpernvorstelung haben können. (Zuruf: in ihnen auch das Interesse für gute Musik er Abends!) Das wäre uns auch sympathisch, wecken. Ob es nun von seiten des Arbeiter. wenn es nicht anders geht. Wir hatten eine bildungsvereins gerade richtig war, mit eine Operette nur deswegen in Aussicht genommen, Operettenvorsstellung anzufangen, möchte ich weil uns gesagt wurde, daß wir nachmittags allerdings bezweifeln. Augenblicklich ging es auf keinen Fall eine Oper haben könnten. Unsere freilich auch für andre Vorstellungen nicht. Absicht war, eine Lortingsche Oper aufführen Für die Zukunft glaube ich aber besimmt zu lassen, aber es wurde uns gesagt, daß das versichern zu können, daß im Schoße der nicht ginge. Wenn Herr Dr. Meyer meint, und Theaterbehörde auch derartigen Bestrebun- Herr Rechtsanwalt Fehling stimmte dem zu, gen die größte Sympathie entgegengebracht daß wir im nächsten Jahre eine musikalische wird. Vorführung erwarten dürften, sollte es mich Dann möchte ich schließlich noch auf einen freuen. ö Punkt hinweisen, um einer etwaigen späteren Was die Garderobenfrauen betrifft, so ist es Legendenbildung vorzubeugen. Es ist im Er- jja richtig, daß sie verschiedentlich Trinkgeld er- läuterungsbericht zu dem Budget der Theater- halten. Aber das war früher auch der Fall, behörde auseinandergeseßzt worden, daß be- und da wurden 75 Pf. als eine angemessene stimmte Positionen abgesetzt sind. Ich will nicht HBezahlung erachtet. Daß das Angebot groß den Antrag stellen, sie wieder einzusezen. Es ist, davon bin ich überzeugt, aber man soll nicht sind abgesettt worden ein Wandelhorizont unn immer bei großem Angebot auch den Lohn zwei Wandelwalzen, und dazu ist vom Finanz- möglichst niedrig bemessen. Ich meine, daß departement die Bemerkung gemacht: „Das 950 Pf. eine zu geringe Bezahlung ist, und wenn Finanzdepartement ist der Ansicht, daß nur sie etwas erhöht würde, würde das dem Theater- solche Anschaffungen vorgenommen werden ddirektor nicht erheblich belasten. Aber das sind sollten, die unbedingt erforderlich sind, um das HWünsche, die + wie ich weiß + von hier aus Theater auf der Höhe zu erhalten. Dazu nicht erfüllt werden können. U.
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