Full text: Lübeckische Blätter. 1911 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1911 (53)

Antrag, durch den wir etwa zu weit gingen. wir könnten und müßten für die Volks- Der Senat wird die Sache: schon zu prüfen gesundheit etwas tun. Er sagte weiter, daß es wissen und der Bürgerschaft nichts entgegen- fast keine Stadt von der Größe und Bedeutung bringen, was er nicht verantworten kann. Lübecks gäbe, die eine derartige Einrichtung Vuchw ald: In einem Punkte bin ich nicht hätte; diejenigen Städte aber, die sie nicht vollständig mit Herrn Ehlers einverstanden und besäßen, wären daran, sie zu schaffen. Das das wird er mir nachfühlen können, in dem sind beinahe zehn Jahre her, und inzwischen Wunsche nämlich, den er mir für ein langes ist das in diesen acht Städten natürlich geschehen. Leben entgegenbrachte. Im übrigen muß ich Dann meinte Herr Buchwald, und das ist ein allerdings sagen, daß Herr Ehlers meines Er. lehr wichtiger und erst zu nehmender Einwand, achtens meine Ausführungen gar nicht ver- weshalb denn der Staat alles machen soll, standen hat. Ich habe tatsächlich mi t kein em weshalb überlasse man den Schwimmhallenbau Worte gegen die Schwimmhalle und gegen nicht einem Privatunternehmer. Diese Frage das Baden gesprochen. Ich habe im Gegenteil ist damals auch sehr eingehend geprüft und er- stets betont, daß ich die Sache für gesundheits- wogen worden. Das geht aus den Akten her- fördernd und notwendig halte. Jch bin nur vor. Man hat gesagt, daß es bei einer ganzen dagegen, daß man mit allen solchen Sachen Reihe von gemeinnützigen Instituten zweck- immer an den Staat kommt. Daß die Herren mäßig ist, die Initiative dafür Privatunter- von der äußersten Linken das tun, verstehe ich nehmern zu lassen, aber gerade eine Einrichtung schon, denn das liegt wohl in ihrem Programm. wie die einer Schwimmbadeanstalt erfordert Aber ich wünsche und hoffe, daß es in der Bürger- eine solche Genauigkeit und Sorgfalt im Bau schaft noch recht oftmals zum Ausdruck kommt und Betrieb, und sie kann nur dann sicher von nicht alles von dem Staate zu verlangen, sondern hygienischem Vorteil sein, wenn der Staat selbst auch von der Selbsthilfe und der opferwilligen den Betrieb in die Hand nimmt. Vielleicht Tätigkeit der Bürger. Diesen Standpunkt wird er dadurch teurer, das gebe ich zu. Sie habe ich vertreten. Ich habe nicht gegen del haben gehört, daß die Rentabilität eines solchen Bau an jich gesprochen, sondern nur gesagt, ich, Bades sehr wesentlich von dem Wasserverbrauch wünschte, daß sich die Allgemeinheit der Sache abhängt. Ein Privatunternehmer wird leicht annähme, vielleicht mit Unkerstützung des Staats. dazu koteues gköuter: t hjejen: Pri z Dr. J. M e y e r: Herr Coleman meinte eben, fsret uts tiettezgh nich R assins zur Ver- die Bürgerschaft habe ein kurzes Gedächtnis in fügung stellen. Das ist ein Grund, weshalb der Finanzfragen. Ich möchte derm hinzufügen, Deutsche Verein für Gesundheitspflege geradezu daß die Bürgerschast überhaupt ein kurzes Ge- davon abgeraten hat, solche Institute und Ein- dächtnis in bezug auf Fragen hat, die hier schon richtungen den Privatunternehmern zu über- einmal behandelt Find, denn sonst hätten die lassen. Er hat vielmehr empfohlen, daß die heutigen Ausführungen hier nicht gemacht werden Gemeinden sie auf eigene Rechnung betreiben. können.. Sie sind früher bereits alle widerlegt Herr Coleman hat nun die Rentabilität des worden. Es tut. mir leid, daß Herr Dr. Ziehi Hades sehr stark angezweifelt, und er hat ins- heute abend abwesend ist, er würde einen besondere auf Kiel hingewiesen. Er hat aber großen Teil der Rede, die er vor 5 oder 6 Jahren den Fehler gemacht, uns hier auseinanderzu- gehalten hat, heute abend noch einmal halten seten, daß sich dort Brausebäder nicht rentieren müssen. Was die Einwendungen von Herrn und einen erheblichen Zuschuß verlangten. Er Buchwald betrifft, so sind sie zweifellos die hat weiter gesagt, daß demnach auch ein wichtigsten von allen. Herr Buchwald wendet Schwimmhallenbad einen erheblichen Zuschuß gegen die Sache erstens finanzielle Bedenken erfordern würde. Es geht aus allen Berech- Lin. Er sagt, unsere Finanzen sind schlecht, nungen, die früher gemacht sind, durchaus klar und andere Städte haben aus solchen Gründen hervor, daß das finanzielle Rückgrat aller Bade- auch von einem solchen Bau Abstand genommen. anstalten die teuren Bäder sind, namentlich die Diese Bedenken sind von dem Vorsitzenden Wannen- und Schwitzbäder usw. Nur dadurch, des: Finanzdepartements, Herrn Bürgermeister daß Sie diese Bäder mit dem Schwimmbad Eschenburg, der damals hier am Senats- in Verbindung bringen, können Sie überhaupt tisch: saß, schon widerlegt worden. Er sagte, cauf eine Rentabilität rechnen.. Es sind übrigens ZK
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