Full text: Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1910 (52)

70 eins sagen. Herr Behn hat von einem Teile des Die Gegengründe, die vonverschiedenen Seiten zweiten Berichtes, ich weiß nicht, ob von dem g e g e n die Senatsvorlage ausgeführt worden ganzen oder nur von einigen Sätzen darin, ge- sind, sind von Herrn Rechtsanwalt Fehling schon . sagt, es klinge alles sehr schön, aber es wäre in genügender Weise zurückgewiesen worden. : nichts dahinter. So ähnlich lauteten die Worte, Erlauben Sie mir noch ein paar Worte f ü r die ; Sie mögen sie nachher nachlesen. Diese selben Erhaltung der Baugewerkschule zu sagen, die Worte des Herrn Behn möchte ich auf seine Aus- mneines Erachtens bis jetzt noch nicht oder doch . führung bezüglich der Leitung oder Oberleitung nicht genügend hervorgehoben sind. ri anwenden. Was darüber gesagt worden ist, Das eine ist dies. Wenn wir vor der Frage h klang alles ganz schön, es wurde den Ausfüh- ständen, wollen wir bei der gegenwärtigen 9 rungen auch lächelnd zugestimmt, aber es war Finanzlage eine Baugewerkschule gründen, dann eigentlich nichts dahinter. Es hat sich in der wiürde ich, glaube ich, dagegen stimmen. Ein zweiten Kommission ganz klar herausgestellte. solches Wagnis würde ich nicht übernehmen. daß eine neue Oberleitung, ein neuer Direktor, Aber vor einem solchen Wagnis stehen wir nicht, neben dem Direktor der Gewerbeschule nicht sondern vor der Tatsache, daß wir seit 14 Jahren nötig ssein wird. Ebenso klar hat sich heraus- eine blühende Baugewerkschule haben. Graven- gestellt, und die Herren Senatskommissare haben steiner Bäume pflanzt man, damit sie Früchte mich in diesem Punkte, worüber ich als Mitglied tragen. Wie würde man aber einen Gärtner der ersten Kommission unentschieden bleiben nennen, der, wenn der Baum nach 12 oder mußte, in der zweiten Kommission durchaus 15 Jahren (so lange braucht ja wohl ein G raven- überzeugt, daß ein Neubau der Gewerbeschule steiner) Früchte ansetztt, ihn umhaut? Wir zwar über kurz oder lang kommen wird, daß aber würden ihn unverständig nennen. Auch eine die Rücksicht auf die Baugewerkschule den Neu- blühende Schule hebt man nicht auf, bloß weil sie bau der Gewerbeschule um keinen Pfennig ver- vielleicht ein paar tausend Mark mehr notwendig teuern wird. Im Gegenteil, der Betrieb der macht. Dabei ist diese leßte Frage noch gar nicht J Baugewerkschule wird verbilligt, denn man wird einmal entschieden. Herr Rechtsanwalt Fehling § größere Räume bekommen und desto billlsgen Hat meines Erachtens überzeugend dargetan, Kl arbeiten. Es ist eine alte Erfahrung, daß bei daß die Baugewerkschule in Zukunft billiger größeren Räumen der Schulbetrieb eher ver werden wird. Es ist damals im Jahre 1896 bei billigt als verteuert wird, und das trifft nicht den Verhandlungen der Bürgerschaft über die nur auf die Gewerbeschule, sondern auch auf die Gründung der Baugewerkschule mit großem " Baugewerkschule zu. Nachdruck gesagt worden, gerade Lübeck sei L Dann muß ich noch ein kurzes Wort hinzu- wegen seiner architektonischen Schönheiten aus '6 fügen betreffend die Ausführungen des Herrn älterer und neuerer Zeit der geeignete Ort für It Behn bezüglich des Maurermeisters, dem wir eine Baugewerkschule, um auch in die Um- den Bau der St. Gertrud-Kirche verdanken. Sie gebung hinaus zu wirken. Hat das Gewicht werden mir glauben, daß ich auf diesem Gebiete dieser Gründe irgend etwas verloren in den ' ein Wort sagen darf, denn ich habe fast Tag für 14 Jahren? Ich meine nicht. Ich meine, noch § Tag bei dem Bau zugeschaut. Es ist richtig, daß heutigen Tages ist Lübeck gerade der richtige ' der Maurermeister Cords die Baugewertschule Ort für eine solche Schule. Daß wir denjenigen nicht besucht hat, aber auf Grund der Über- Schülern, die von auswärts kommen, in ge- gangsbestimmungen den Meistertitel mit vollem wissem Sinne eine Wohltat erweisen, ist gewiß ' Recht führt. Wir freuen uns, daß ein so tüch- richtig. Wer will aber leugnen, daß wir da- " tiger Mann sich dieses Titels erfreuen darf. Aber durch Lübeck auch nützen? Denn die Schüler q Herr Cords wird doch den Besuch der Bauge- lernen hier Geschäfte kennen, ich erinnere nur n werkschule für sehr wünschenswert halten; denn an die Ziegelei unserer Bauhütte oder andere it er hat seinen Sohn veranlaßt, die Schule zu be- Geschäfte. Sie gewinnen Fühlung mit ihnen, suchen und zu absolvieren. Und der Sohn des und das kommt später dem Lübecker Gewerbe Herrn Cords ist fast Tag für Tag, ebenso wie auf mancherlei Gebieten zu statten. ; sein Vater sselbst, auf dem Bauplatz der St. Und dann noch eins, was für mich von ganz . Gertrud-Kirche gewesen und hat in allen Stücken außerordentlich entscheidendem Gewicht ist. Bei nach dem Richtigen gesehen. Dieses Argument jeder solchen Senatsvorlage gibt es gewisse " des Herrn Behn spricht nicht gegen, sondern fir HImponderabilien, gewisse unwägbare Dinge, die Senatsvorlage. die man mit Zahlen nicht genau nachweisen '
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