Full text: Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1910 (52)

7 – Verhandl. d. Bürgerschaft am 19. Dezbr. 1910. Da beantragt der Senat, daß für den Fall der kann nicht die Ansicht vertreten, daß wir über Aufhebung der Baugewerkschule eine ander- dasjenige hinausgehen müssen, was wir hier weitige Festsesung des Gehaltes des Direktors beantragt haben und was auch in Preußen der Gewerbeschule vorbehalten bleiben soll. Jch Geltung hat. Bezüglich der Hilfslehrerzeit be- glaube, diesem Beschlusse des Bürgerausschusses stehen doch noch einige falsche Anschauungen bei entsprechend würde man auch heute der Fest- den Herren, besonders bei Herrn Rechtsanwalt seßzung der Steigezeit auf 24 Jahre eine Note Fehling. Es ist ausgeführt worden, daß 172 hinzufügen können, die so lautet: Lehrer durchschnittlich 4,0368 Jahre Hilfslehrer- Für den Fall, daß durch Rat- und Bürger- zeit gehabt haben. Herr Rechtsanwalt Fehling schluß die Dienstzeit der Hilfslehrer und Hilfs- scheint anzunehmen, daß das die Lehrer sind, lehrerinnen auf vier Jahre gesetzlich begrenzt die früher angestellt waren, und später manche und beschlossen werden sollte, den im Amt angestellt worden sind, die eine längere Hilfs- befindlichen Beamten der Klassen C 1, II lehrerzeit haben. Das ist nicht der Fall, sondern und III die die gesetzliche Hilfslehrerzeit über- es ist umgekehrt. Die Lehrer mit längerer steigende Dienstzeit auf das Besoldungsdienst- Dienstzeit sind ältere Lehrer, die früher ins Amt alter anzurechnen, bleibt eine anderweitige gekommen sind, und zwar damals, als wir selbst Bemessung der Alterszulagen vorbehalten. nicht genügend Lehrer hatten, um die Stellen Das würden Sie jetzt bei der Revision des Be- zu beseteen, so daß Lehrer von austvärts hierher- amtenetats beschließzen können. Ich behalte gezogen werden mußten. Das sind die anor- mir vor, einen entsprechenden Antrag zu stelee, malen Verhältnisse. Alle die jüngeren Lehrer, ich möchte darüber aber die Erklärung des Herrn die in den letten Jahren angestellt sind, rechnen Senatskommissars hören. Natürlich würde ein mit zu dem Durchschnittssat, den wir gehabt derartiger Vorbehalt praktisch nur werden können, haben. Daher ist es feststehend, daß, wenn wenn Senat und Bürgerschaft demgemäß be- wir den Lehrern jetzt die 27 Jahre geben, den schliezen. Der Vorbehalt weicht von dem jett angestellten Lehrern gegenüber ein Unrecht Standpunkt des Senates wessentlich ab, insofern nicht begangen wird, weil sie durchschnittlich der Senat nur die Absicht hat, für die Zukunft allé nur vier Jahre Hilfslehrer gewesen sind. die Hilfslehrerzeit zu begrenzen, sie den im Amt Alle andern Verhältnisse liegen weiter zurück befindlichen Lehrern aber nicht zukommen zu und sind meines Erachtens nicht mit zu berück- lassen. Das bitte ich, nicht mitzumachen, denn sichtigen. Nun kommt noch ein weiteres in darin liegt eine große Ungerechtigkeit gegen die Betracht. Herr Dühring sagt: Geben Sie uns im Amt befindlichen Lehrer. Diese Ungerechtig- die Taube auf dem Dache nicht, sondern den keit können Sie nur dann vermeiden, wenn Sie Sperling in der Hand. Das kann man sehr entweder die 24 Jahre konzedieren oder wenn wohl sagen, aber ich glaube, daß auch die Lehrer- Sie aussprechen, daß bei 27jähriger Steigezeit schaft in ihrer großen Menge unbedingt dahin ihnen nachträglich die Verkürzung der Hilfs- streben muß, dasjenige, was die Lehrer in lehrerzeit auch zugute kommen soll. Deshalb Preußen erreicht haben, auch hier zu erreichen, möchte ich Sie bitten, diesen Punkt mit zu streifen, nämlich, daß sie nicht für eine ungemessene Zeit es würde mich speziell interessieren, vom Senats- Hilfslehrer bleiben. Wir haben es bei unserm tische zu hören, was der Senat dazu meint. Ich bisherigen Schulsystem erreichen können, daß glaube, daß wir uns durch eine derartige Note sie ungefähr nach vier Jahren Hilfslehrerzeit in keiner Weise präjudizieren und der Senat festangestellt worden sind. Die neue Organi- unbedenklich den 24 Jahren Steigezeit, der er sation drängt aber dahin, mit unserm heutigen bisher nicht beigetreten ist, beitreten könnte. System zu brechen, daß an einer Schule nur Senator H e in r. E v e r s: Es ist von Herrn soviel festangestellte Lehrer sind und die andern Dr. Wittern gesagt worden, daß wir dahin Hilfslehree. Wenn wir bei diesem System streben sollten, die Lehrerschaft zufrieden zu bleiben, wie es im Unterrichtsgeset festgelegt stellen. Ich glaube, wir werden die Lehrerschaft ist, werden wir dazu kommen, daß wir in den auch zufriedensstellen, wenn wir ihnen das zue niächsten Jahren außerordentlich wenig Lehrer sichern, was sie in Preußen heute haben. In ansftellen können, und damit wird die Hilfs- Preußen haben die Lehrer eine 27jährige lehrerzeit mit einem Male hinaufschnellen. Das Steigezeit für die Alterszulagen, und wenn wir hat zur Folge, daß zwar die heute festangestellten ihnen die auch hier geben, bin ich der Ansicht, Lehrer, jedoch nicht die in Zukunft festanzu- daß wir damit die Lehrer zufrieden stellen. Ich ltellenden Lehrer dasjenige erreichen würden, 86"
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