Full text: Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1910 (52)

verbrochen hat, it 1 3 Ja h r e Hilf sl e h r e- sind und dort eine volle Mannesarbeit finden. r in. Im ganzen Reiche werden sie aber nach Indessen kann ich das Urteil, das unser ver- vier Jahren angestellt. Wir würden also, wenn ehrter Herr Schulrat über die Leistungen der wir preußische Lehrerinnen heranziehen wollten, Lehrerinnenbildungsanstalt ausgesprochen hat, sie jedenfalls gleich oder bald fest . anstellen doch nicht völlig hinnehmen und billigen. Ich müssen, denn selbstverständlich wird eine Lehrerin, meine, unsre jungen Damen haben nicht nur die in Preußen nur vier Jahre Hilfslehrerin hier Anstellung gefunden, sondern auch im zu sein braucht, nicht nach hier kommen, um auswärtigen Schuldienst Gelegenheit gehabt, 13 Jahre zu warten, bis sie fest angestellt wird. sich als tüchtig zu erweisen, und sie haben dort Die Folge wird also sein, daß wir die Lehrerinnen auch, soviel mir bekannt ist, ein Avancement sofort fest anstellen müssen. Dann. werden gefunden. Es ist sogar vorgekommen, daß aber die lübeckischen Lehrerinnen sagen: Wir auswärtige Schulräte nach hier gekommen sind, sind Staatsangehörige und uns läßt man 13 um bei den jungen Lehrerinnen zu hospitieren, Jahre lang Hilfslehrerin sein? Wir kommen didie sie später nach auswärts gezogen haben. damit in einen Zirkel, aus dem wir nicht heraus- Dann können sie doch eigentlich so ganz schlecht finden. Auch das kommt dazu, daß selbst, nicht sein. (Sehr richtig.) Immerhin ist es wenn wir hier die Verhältnisse mit den vier notwendig, daß eine Reorganisation eintritt. Jahren bekämen, ich nicht die Garantie dafür Trotzdem kann ich .mich mit der Art und Weise, übernehmen möchte,. daß wir dann wirklich in in der sie nun geschehen soll, nicht befreunden. genügender Zahl Lehrerinnen aus Preußen Mein Widerspruch richtet sich in erster Linie bekommen. Wir werden vielleicht Bewerbungen gegen die Zusammensetzung des Lehrerkollegiums in hinreichender Zahl bekommen, aber ob das der neuen Anstalt. Sie finden da e i n e männ- Material gut ist, das .sich uns anbietet, wage ich liche und f ün f weibliche Lehrkräfte. Das nicht zu entscheiden, gerade jetzt nicht, wo in entspricht nicht den Prinzipien, die bisher in Preußen den Lehrerinnen eine erhebliche Lauf- Preußen, in Lübeck und andern Bundesstaaten bahn eröffnet wird. Sie werden nachher sagen, Oberwasser gehabt haben, das entspricht auch in Preußen werde ihnen alles Mögliche ge- nicht den pädagogischen Grundsätzen, die bisher boten, dort könnten sie Vorsteherinnen von allgemeine Geltung hatten. Ich weise nur Volks- und Mittelschulen und andern Anstalten hin auf die Bestimmungen für das höhere werden, in Lübeck aber nicht. Nach meiner Mädchenschulwesen, nach denen dort männliche Überzeugung, die sich gerade durch die letten und weibliche Lehrkräfte in annähernd gleicher Tage, wo ich alle diese Verhältnisse noch einmal Zahl vorhanden sein müssen. Nun wird Lübeck geprüft habe, nunmehr gefestigt hat, halte ich es jedesmal das nachahmen, was Preußen vorge- leider unter den gegenwärtigen Hilfslehrerinnen- macht hat. Als Kleinstaat kann es das auch verhältnissen für unmöglich, durch Deckung von nicht anders. Und unser Staat wird, glaube auswärts in zahlenmäßig und sachlich genügender ich, in der Verweiblichung der Schulen weiter Weise den Bedarf an Lehrerinnen zu ent- fortschreiten, wenn diese Vorlage durchginge. sprechen. Darum halte ich die Bedürfnisfrage HNun sagt zwar der Herr Vorsißende der Ober- meinerseits für geklärt. schulbehörde, die Behörde habe durchaus nicht Jo h s. Re imp ell: Wenn ich es unter- die Absicht, mehr weibliche Lehrkräfte in die nehme, Jhnen meinen Standpunkt zu der hiesigen Schulen zu bringen und etwa eine Senatsvorlage klarzulegen, tue ich das aus weibliche Leitung für die Mittel- und Volks- der Erwägung heraus, daß Sie von jedem schulen zu empfehlen. Ich mache jedoch darauf Schulmanne in diesem Saale verlangen können, caufmerksam, daß unser verehrter Herr Schulrat Stellung zu diesem Antrage zu nehmen. JIch in der Sißung vor zwei Monaten gesagt hat, stehe nicht an, von vornherein zu erklären, die preußische Regierung gebe die Mittelschule daß ich die Gründe verstehe, welche die Ober- für Mädchen vollständig den Frauen anheim. schulbehörde bewogen haben, an den Senat Jsch bin der Meinung, daß der Herr Vorjitende das Ersuchen zu richten, eine Umwandlung der Oberschulbehörde das bezeichnete Ver- der Lehrerinnenbildungsanstalt vorzunehmen. sprechen für alle Zukunft gar nicht abgeben Ich bin der Meinung, daß es auf die Dauer kann. Jc< habe durchaus das Vertrauen s wirklich nicht angängig ist, eine solche Anstalt dem gegenwärtigen Herrn Vorsitzenden der mit Nebenkräften zu halten, in der Hauptsache Oberschulbehörde, daß er es selbst wirklich Hauptlehrer, die doch für ihre Schule gewähtt. so will und meint. Aber die Verhältniss 588N
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