Full text: Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1910 (52)

sollen, auch unterbringen können oder doch nicht alles aufs beste haben können, sondern daß wenigstens zum größeren Teile, und da wurde wir uns nach der Decke strecken müssen. Wenn vom Herrn Schulrat Prof. Dr. Wychgram es bei uns finanziell nicht möglich ist, ein Lehre- gesagt, daß vom nächsten Ostern ab hier jährlich rinnenseminar unter akademische Leitung zu 12 bis 18 Lehrerinnen gebraucht würden. Das bekommen, müssen wir uns mit einer semi- hat der Herr Schulrat ausgesprochen, und darauf narisstisch gebildeten Kraft begnügen. Anstalten bezieht sich auch Herr Rechtsanwalt Fehling dieser Art haben wir in Preußen eine ganze in seiner Erwiderung. Allerdings vermisse ich Reihe. Diese Frage ist also gleichfalls zu prüfen; im stenographischen Bericht in den Ausführungen abgesehen vom Krefelder System gibt es auch des Herrn Schulrats diese Angabe in der be- noch andere. stimmten Form, wie sie hier gesagt worden ist; Ich komme dann auf die finanzielle Frage. der Herr Schulrat hat je d enf alls In der Denlkschrift des Herrn Schulrates wird sein Steno gramm s ehr sorg- gesagt, wenn wir die Anstalt ganz bescheiden fältig „durch g es e h e n“ und die An- einrichteten, würde sie gleichwohl nicht uner- gabe in dem sstenographischen Bericht wesentlich hebliche Mittel erfordern. Die Obersschulbehörde eingeschränkt, während er in der Sitzung positiv sagt in ihrem Bericht, die Kosten würden sich erklärt hat, daß vom nächsten Ostern ab 12 bis in angemessenen Grenzen bewegen; und der 18 Lehrerinnen gebraucht würden. Das gibt Kommissionsbericht sagt, die Anstalt würde mir doch zu denken. Jedenfalls ist für mich die mit verhältnismäßig geringen Mitteln zu be- Bedürfuisfrage noch nicht gelöste Mir wurde treiben sein. Also Klarheit haben wir nicht von Herren, die die Sache beurteilen können, bekommen. Die Kosten werden immer weniger, gesagt, daß wir vielleicht jährlich 10 Lehrerinnen und die Frucht wird immer schmackhafter ge- gebrauchen würden, aber noch nicht in den macht, damit wir zubeißen. Es ist hier auch nächsten Jahren; denn in diesen würden wir von mir bezweifelt worden, ob der Bau für diese Zahl von Lehrerinnen noch nicht brauchen. das Lehrerinnenseminar für 60 000 M zu haben Ich kann es aber nicht beurteilen und enthale sein würde; Herr Schorer hat der Ansicht mich einer Stellungnahme dazu. JIch halte Ausdruck gegeben, daß 100 000 s6 in Frage jedenfalls dafür, daß eine Kommission zur kommen würden; heute hören wir, daß nach Prüfung dieser Frage eingeseßzt wird. In einem ganz oberflächlichen, unverbindlichen Preußen und in anderen Bundesstaaten haben Kostenüberschlag die Anstalt mit Turnhalle wir an Lehrerinnen Überfluß. Wenn die hier 78 000 ( kosten wird. Daß eine Turnhalle ausgebildeten Lehrerinnen hier aber kein Amt mit der Anstalt verbunden wird, ist wohl ganz bekommen können und anderwärts auch nicht, sselbstverständlichj wir richten hier in Lübeck tun wir nichts Gutes, wenn wir den (Eltern immer alles auf das Netteste ein. Aber dieser vier Jahre hindurch die Kosten für die Aus- Kostenüberschlag ist, wie schon bemerkt, ganz bildung verursachen. Die Bedürfnisfrage muß unverbindlich, an den ist niemand gebunden. also unter allen Umständen sehr eingehend ge- Und wenn nachher der reelle Kostenanschlag prüft. werden. Im andern Falle lehne ich die mit 100 000 . Ausgaben abschließt, und wenn Vorlage wie das vorige Mal ab. er mit 20% oder vielleicht noch mehr über- Dann ist für mich auch die Frage der Organiz schritten wird, dann können wir auch nichts sation, abgesehen von der Dliirekttorinfrage, dagegen sagen. Die finanzielle Frage ist also noch keineswegs befriedigend gelöst. Jch kann ebenfalls für mich in keiner Weise geklärt, mir vorstellen, daß es einen gangbaren Weg und darum würde ich die Herren, die im Prinzip gibt, um eine Anstalt zu bekommen, die den für die Errichtung der Anstalt sind, bitten, Anforderungen genügt. Der Herr Schulrat daß sie meinen Antrag auf Kommissionsberatung hat in den vorigen Verhandlungen selbst ge-. unterstützen. sagt, warum sollten wir unsere Anstalt besser Die Frage der Üübungsschule endlich bedarf stellen als in Preußen. Allerdings hat er an auch noch der Klärung. . Es ist in der vorigen einer anderen Stelle wieder gesagt, wir müßten Sitzung erklärt worden, daß die Sache spielend das Lehrerinnenseminar mit einer akademischen leicht gemacht werden könnte. Wie das aber Leitung versehen, wie das auch beim Lehrer- gemacht werden soll, ist uns nicht gesagt worden. seminar geschehen sei. Das ist ein Widerspruch, Es wurde erklärt, es handle sich dabei um eine den ich nicht lösen kann. Das ist für mich aber Nebensächlichkeit, wie z. B. um die Zusammer- nicht wesentlich. Ich bin der Meinung, daß wir setzung der Farben für die Wand eines Neu- 586
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