Full text: Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1910 (52)

s - Verhandl. d. Bürgerschaft am 18. Juli 1910. tiye stände unter allen Umständen einer Änderung vier Jahre ~ ein Ziel, das angestrebt werden f bedürfen. Ob aber eine neue Anstalt an Stelle muß, dessen Erreichung aber zweifelhaft er- [tn der alten treten solle, war manchen Mitgliedern scheint, weil damit ein jährlicher Kostenaufwand “eh: zweifelhafte. Manche sagten, wir brauchen für Lehrer und Lehrerinnen zusammen von nicht viele Lehrerinnen und könnten unsern 90 000 M verbunden sein würde , also selbst "g Bedarf aus Preußen und anderen Bundes- wenn diese Verkürzung auf vier Jahre erreicht fr staaten decken. Sie fügten allerdings hinzu: werden sollte, beliefe sich immer noch die Dif- ) . sofern wir durch unsere Gehaltsbemessung die ferenz auf etwa 11 700 . Diese Tatsache . Garantie geben, daß uns immer tüchtige Lehre- änderte für mich die Situation vollständig. fr rinnen in ausreichender Anzahl zu Gebote Wenn ich vorher gesagt hatte, es sei wünschens- vor stehen. Andere hielten diesen Weg nicht für wert, daß wir ein eigenes Lehrerinnenseminar sith wünschenswert, da es im Interesse der Unter- haben, mußte ich jetzt sagen, daß es notwendig haf richtsverwaltung liege, ein einheitlich vorge- sei, und darin stimme ich mit zahlreichen Mit- tnen bildetes Lehrerinnenpersonal zu haben, das gliedern der Oberschulbehörde überein. Wir : mit den hiesigen Verhältnissen bekannt sei. müssen die Sicherheit haben, daß, wenn wir ung Ich für meine Person habe von vornherein unsere Beamten von auswärts beziehen wollen, um auf dem Standpunkt gestanden, daß dieser wir auch regelmäßig einen tüchtigen Zuzug cher Gesichtspunkt von großer Bedeutung sei und haben. Wenn wir die Überzeugung nicht den, daß es deshalb dringend wünschenswert sen,, Haben, müssen wir für die Heranbildung der icht ein neues Volksschullehrerinnenseminar an Stelle Beamten selber sorgen. Wir können sie aber U:; der alten Lehrerinnenbildungsanstalt zu setzen. nicht haben, wenn wir nicht mindestens gleiche lü ; Wir waren uns in der Oberschulbehörde aber Gehalte gewähren. So bin ich mit voller irde auch darüber einig, daß noch ein anderes in Überzeugung dafür eingetreten, die Lehre- tei, diesen Verhandlungen wiederholt hervorge- rinnenbildungsanstalt zu erhalten. Ich darf ct hobenes Moment von wesentlichem Einfluß darauf hinweisen, daß auch durch die vom und auf die Entschließung sein müsse, nämlich das Senat beschlossene Erhöhung des Schulgeldes ten. soziale Moment. Daß durch den Wegfall der das soziale Moment unter keinen Umständen gen Lehrerinnenbildungsanstalt den minderbemittel gausgesschaltet wird; und diese Erhöhung bewirkt [ett ten Kreisen die Möglichkeit der Ausbildung andererseits, daß die Kosten, wenn die Anstalt jen. ihrer Töchter an Orte genommen werden so ausgebaut wird, wie wir beantragen, kaum hur- würde, ist klar, und ebenso klar, daß deshalb im nennenswert höher sind als die bisherigen fan, öffentlichen Interesse ein Lehrerinnenseminar Keosten. nd- sehr erwünscht wäre. Die Oberschulbehörde Auf die Organisation einzugehen, überlasse ich ren brachte ihre Vorlage an den Senat, ohne im allgemeinen meinem Herrn Mitkommisßsar, icht zu verschweigen, daß die Meinungen über sie aber ein paar Bemerkungen gestatten Sie auch aß- in der Behörde geteilt wären. Während diese mir dazu. Die Tragweite der hier gestellten 1cht Vorlage nun im Senat und in der Beamten- Anträge ist von manchen Rednern weit über- Das kommission beraten wurde, klärten sich all- schätzt. (Sehr richtig.) Man hat davon ge- ine mählich die einzelnen Fragen des neuen Be- sprochen, daß wir zum Feminismus übergehen age amtenbesoldungsetats. Als die Behörde über und ein Frauenregiment einführen wollten. zu diesen Antrag verhandelte, war nicht zu über- Man hat ich sogar nicht gescheut, auszusprechen, en. sehen, wie sich die Gehälter der Lehrerinnen daß es sich hier darum handele, Liebhabereien ten künftig gestalten würden. Erst viel später des Schulrates zu verwirklichen. Solchen Über- zen konnte man sich ein Bild davon machen, in treibungen muß ich doch entschieden entgegen- ind welcher Gestalt der Beamtenbesoldungsetat an treten. Kein Mensch hat daran gedacht, und Der die Bürgerschaft kommen würde. Die angestellten es hieße der Obersschulbehörde und dem Herrn her Berechnungen hatten das Ergebnis, daß bei Schulrat durchaus ungerechtfertigte Vorwürfe ust dem in Aussicht genommenen Gehalt eine machen, wenn man etwas derartiges glaubt. chi erhebliche Differenz gegenüber demjenigen sich Es handelt sich nicht um persönliche Liebhabe- len findet, das unser größter Bundesstaat seinen reien des Herrn Schulrats, und wenn man sagt, z fchrehvien garthet: Vis Fiffeterh tesftett en err Brchgrct sehttrtet bak te ste in durchschnittlich 54 000 ., und selbst im Falle Wychgram das Programm des Feminismus be- u- der Verkürzung der Hilfslehrerinnenzeit auf deute. Diese Unterstellung muß ich im Namen 4A87
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