Full text: Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1910 (52)

dafür haben, daß sie sich sehr in die Finger man sagen kann, daß die eine Bauart unwohnlich, schneiden. Auf diese Wünsche von den Leuten, die andre wohnlich sei? Und ist es richtig, wenn die keinen Pfennig dazu beitragen, gebe ih man sagt, daß es unsre Aufgabe sein müsse, gar nichts. auch nach dieser Richtung hin durch die Vor- Herr Dr. Schlomer sagt, daß alles mögliche schrift einer bestimmten Bauart und der Ver- geschehen müßte. Dann mag Herr Dr. Schlomer wendung eines bestimmten Materials auf das einmal den Versuch machen, die Häuser nach Gemüt der Arbeiter veredelnd zu wirken, wo seinem Wohlgefallen herzustellen und sehen, wir selbst noch im Streit darüber liegen, welche welchen Ertrag er aus den Grundstücken erzielt. Bauart und welche Fassade die schönere ist Es steht ja jedem frei, sich dort Grundstücke zu (sehr richtig), wo wir ganz verschiedenartige kaufen und zu bebauen. Wenn die Herren Geschmäcker haben und wo von dem einen dies diese Wünsche äußern, mögen sie sich Terrains und von dem andern das bevorzugt wird? anschaffen und Häuser bauen. Dann werden HWer weiß nicht, daß gerade unser Baudirektor wir sehen, wie der Zinsertrag der Grundstücke die Steildächer liebt und sie bei jeder Gelegenheit, ist. Jch warne entschieden davor, die Vorlage bei Schulhäusern usw., überall anbringt ? Wer noch mehr zu belasten, da sie schon stark genug von uns weiß auf der andern Seite nicht, daß belastet ist. diese seine einseitige Richtung heftige An- Dr. G ö r z: Als Herr Dr. Benda sprach, feindungen von andern erfährt ? (Sehr richtig.) fiel mir das Wort ein: Leicht beieinander Ich will nicht darüber sprechen, wer Recht und wohnen die Gedanken, doch hart im Raume wer Unrecht hat, aber das hätte ich erwartet, stoßen sich die Dinge. Es ist außerordentlich daß die Eingabe lediglich ausgesprochen hätte, leicht zu sagen, daß, wo wir jetzt an den Bau daß man aus ästhetischen Rücksichten darum einer derartigen Arbeiterkolonie herantreten wie bitte, was in ihr gefordert wird. Aber den in Kücknitz, nunmehr auch die ganze Kolonie Gesichtspunkt, daß das, was durch Pappdächer so ausgestaltet werden sollte, daß sie eine Freude geschaffen werden soll, unwohnlich ist und auf für jeden Beschauer sei und alle ~ auch die das Gemüt der Arbeiter nachteilig wirke, hätte höchsten – Ansprüche ästhetischer wie künst- ich in der Eingabe vermißt. Nun darf ich Ihnen lerischer Art in jeder Beziehung erfülle. Wer ferner mitteilen, daß wir über diese Frage der von uns freute sich nicht, wenn er spazieren geht sogenannten Steildächer im Finanzdepartement und aus dem dunklen Grün die roten Dächer gelegentlich des Baues der ersten Häuser auf der Häuser hervorlugen sieht. Aber die Frage, dem Hochofenwerk außerordentlich lange debat- die wir hier nüchtern zu erörtern haben, ist die: tiert haben. Wir haben die eingehendsten Ver- Was kann und muß der Staat dem Bauenden handlungen darüber gehabt, und die Gegensäte auferlegen, damit den hygienischen Anforde- sind aufs schärfste aufeinander gestoßen. Der h1z9t"; die rie tu:selen berry, sczüai rt I ut? bet gochetenpertes hat ut fs : ! : leisten? Das übrige aber, was vom künstlerischen Arbeiter aus den verschiedensten Gründen ein Standpunkt wünschenswert erscheint, müssen Haus mit Dachpappenbedeckung lieber wünschen. wir jedenfalls so lange zurückstellen, bis die Andre haben erklärt, daß diese Neigung der Nachfrage nach Grundstücken dort eine so große Arbeiter zurücktreten müsse vor der schönen wird, daß der Staat nur noch nötig hat, ene dYJfdylle, die dadurch entstehe, daß Steildächer Auswahl zu treffen. Hier wird in der Eingabe aus der Umgebung hervorlugten. Vor allen zunächst der Gesichtspunkt hervorgehoben und Dingen aber entbrannte ein Kampf darum, ob von ihm aus weiter operiert, daß das Haus das eine teurer sei als das andre. Es wurde w o h nl i ch sein müsse. Gewiß, wer unter- von seiten der Praktiker darauf hingewiesen, schreibt nicht diesen Satz vollständig ? Aber wer derartige Bauten mit Steildächer würden zu von Ihnen, der in der Arbeiterkolonie von teuer. Dagegen haben sich zwar die staatlichen Kückniß gewesen und sich dort umgesehen hat, Baumeister gewandt und gesagt, daß das nicht wollte nicht sagen, daß die Häuser als solche der Fall sei. Aber, soweit ich erinnere, war das freundlich gebaut und wohnlich eingerichtet ind? Ende des Streites der, daß zugegeben werden Die Eingabe will auch an dem Innern der mußte, etwas teurer werde die Sache, aber das Häuser gar nichts verbessern, sondern nur an könne nicht so einschneidend in die Wagschale dem Äußern derselben in ästhetischer Beziehung fallen. Wenn wir damals solche Kämpfe im Änderungen treffen. Ist das etwas, von dem JFinanzdepartement gehabt haben, wollen Sie 386
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