Full text: Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1910 (52)

> MM -. troffen worden sind, um der auch jeßt wieder Ausführung gekommen sind. Es handelte sich ziemlich erheblichen Arbeitslosigkeit zu steuern. nicht um Beamte, sondern – wie auch von Wenn Sie einmal Gelegenheit nehmen, das Herrn Senator Dr. Stooss gesagt worden ist Nachweisbureau in der Engelsgrube während der um Diätare. Ich bin auch der Meinung, daß Geschäftsstunden zu besuchen, während welcher es sich nicht wesentlich um eine Zuwendung die Arbeitslosen sich melden, dann bekommen für ordnungsmäßige Leistungen handelte, son- Sie ein Bild über die gerade jett hier herrschende dern um das, was mehr geleistet worden ist. Arbeitslosigkeit. Jch bin der Meinung, da dort Alle drei Diätare – zwei Techniker und ein die Polizei zur Aufrechterhaltung der Ruhe unn Maurergeselle + sind nicht nur während der Ordnung hinzugezogen worden ist, daß die Be- Dienstzeit, sondern auch während der Mittags- hörden informiert sind und vielleicht in irgend- pause und nach Feierabend stets bereit gewesen, einer Form Arbeiten von seiten der Baudepu- Handwerker, Fuhrleute und Lieferanten abzu- tation geplant worden sind, um den Arbeitslosen fertigen, damit sie nach Hause kommen konnten. Gelegenheit zu geben, ihr Brot zu verdienen, Welche Zeit dadurch erspart worden ist, das – damit sie nicht hungern und frieren müssen. glaube ich ~ brauche ich Jhnen nicht erst auszu- Senator Dr. S t o o s s: Daß jetzt im Augen- malen. Diese Summe, die als Gratifikation blick eine besondere Arbeitslosigkeit herrscht, die gewährt worden ist, fällt wirklich nicht ins außerordentliche Maßnahmen rechtfertigt, davon Gewicht. So handelt es sich nicht so sehr um ist mir als Präses der Baudeputation nichts ber- eine Honorierung einer normalen Leistung, als kannt. Ich habe schon früher mitgeteilt, daß um eine Zahlung für das, was die Herren die Baudeputation bereits im Sommer vorigen mehr geleistet haben, genau so, wie jedem Jahres diejenigen Arbeiten für den Winter Handwerker und Lieferanten auch nachträglich reserviert hat, die in dieser Jahreszeit gemacht das mehr bezahlt wird, was sich bei einem werden können, und zwar aus den Mitteln, die Hausbau nach Fertigstellung als Mehrleistung der Behörde zur Verfügung stehen, um in der ergibt. Sollen wir denn die Diätare und Zeit, wo sonst weniger Arbeitsgelegenheit vorr Arbeiter schlechter behandeln als jeden Hand- handen ist, die Arbeiten machen zu lassen, die werker? Das wiäre doch ungerecht. Wenn wir zu vergeben in der Lage sind. Ein Mehreres Bedenken bestehen sollten, könnten es allenfalls zu tun, ist die Behörde, da sie dazu keine Mittel die sein, daß man bei einem so großen Bau, hat, außerstande. der drei Jahre in Anspruch genommen hat und Der Vorwurf des Herrn Stelling, daß der über anderthalb Millionen kostet, zur Leitung zur Beratung stehende Antrag wegen Nachbe- einen diätarisch beschäftigten Techniker wählte. willigung von Geldern schon früher hätte ein- Herr Baudirektor Baltzer hat auch schon darauf gebracht werden müssen, ist bereits in einer aufmerksam gemacht, daß es vielleicht für die früheren Sitzung zur Sprache gekommen, und Folge zu empfehlen sei, mehr feste Stellen zu ich habe damals schon erklärt, daß ich selbst be- schaffen, damit nicht mitten in der Arbeit einmal dauerte, daß es nicht früher geschehen Fei. der Dienst von dem beaufsichtigenden Techniker C u w i e: Jch habe mich zum Wort gemeldet, quittiert werden kann. Aber darüber brauchen pr ert o tut t, c'ttzerten.. Es gt, che Vthersüts hte gend t. dl ct thalten § Dr. Stooss gesagt worden. Ich möchte mir abzusehen. aber erlauben, dem noch einiges hinzuzufügen. Ros e nq u i st: Ich bin gewiß der Lette, Während des Baues habe ich oft Gelegenheit der irgendeinem Beamten [für seine Tätigkeit genommen, die Arbeitsstätte auf Lauerhof zu nicht die notwendige Bezahlung gönnt. Aber besuchen. Dabei habe ich mich durch eigene wenn hier bei den Maurerarbeiten schon 37 000.46 Anschauung überzeugen können, wie außer- mehr verbraucht sind, als es der Fall sein sollte, ordentlich genau der Bauführer Seemann jeder- und troßdem nachher 50 000 M weniger aus- zeit wußte, welche Summen auf die bewilligten gegeben sind, muß man sich doch sagen, daß die Mittel angewiesen waren, und wie er weiter zu meisten erübrigten Gelder dem kleinen Gewerbe disponieren hatte. Dieser Mann hat, als er entzogen sind. Ich möchte doch fragen, ob es sah, daß bedeutende Überschreitungen kommen nicht vielleicht besser gewesen wäre, wenn man würden, rechtzeitig Vorschléäzge zu Verein- Geld zuviel hatte, bei dem kleinen Gewerbe an- fachungen gemacht, die als zweckmäßig auch zur zufragen: Wer hat wohl Geld mitgebracht ? §
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