Full text: Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1910 (52)

2439 - Verhandl. d. Bürgerschaft am 31. März 1910. des Mühlentores und Burgtores sind, Tore, die dem Peolizeiamt noch andere Verwaltungsmaß- in den lezten Jahren zu Schmuckkästen gemacht regeln zur Verbessserung der dortigen Verhält- sind, einmal gönnen, mit solchen Übelständen nisse vorgeschlagen sind, die sofort in Kraft treten vor Jhren Toren rechnen zu müssen. Wenn sollen. Dadurch soll mehr Strömung in das das der Fall wäre, würde die ganze Bürgerschaft Wasser kommen. Es sollen die Holzflöße, die im Handumdrehen aufgekriegt werden, damit sie dort liegen und den Stromlauf hindern, nicht Änderungen träfe. Ich möchte Sie bitten, den mehr gelagert werden. Dann will die Bau- Vorschlag von Herrn Schwabroch zu unter- deputation Anordnungen treffen, daß nicht mehr stiten, denn ist es wirklich am Plate, daß hier so viel feste Stoffe aus den Fabriken in der Remedur geschaffen wird. Nicht nur die An- Vorstadt St. Lorenz vorschriftswidrig durch die lieger leiden darunter, sondern auch die ganzen Siele in den Stadtgraben gelangen. Das ist Passanten. In der Vorstadt St. Lorenz wohnt auch schon eine Maßregel, die viel Gutes schaffen in erster Linie die arbeitende Bevölkerung, und wird. Dann soll ein Fettkang vom Schlacht- die hat es nötig, frische Luft zu bekommen. haus aus angelegt werden. Das Geld dafür haben Außerdem leiden wir schon unter den Gerüchen Sie jetzt schon im Budget bewilligt. So geschieht von Räuchereien, Marinieransstalten und Brate- schon allerlei in diesem Sommer auf dem Wege reien. Sie sollten uns deshalb von den Gerüchen, der Verwaltung für die Verhältnisse im Stadt- die zu beseitigen sind, befreien. graben, und deswegen muß ich dabei bleiben, Dr. Z i e h l: Ich glaube, in der leßten Rede wenn mir zwei Kollegen auch widersprochen waren reichlich viele Übertreibungen. Wenn haben, daß irgendeine große Gefahr für die wirklich in der Vorstadt St. Lorenz schon so Stadt in keiner Weise vorhanden ist. Wenn Sie viele Gerüche sind, wie der Herr Vorredner nun aber sagen, es würden Menschen durch die sagte, kommt es auf eine Handvoll mehr oder Gerüche geschädigt, dann bitte ich Sie sich zu weniger nicht an. (Heiterkeit.) Die Schwächen erinnern an das, was Herr Dr. Schlomer heute in den Ausführungen des Herrn Dr. Schlomer morgen über die Wohngänge gesagt hat, woraus hat schon ein Rechtsanwalt gesehen. Ich hatte hervorgeht, daß manche Gänge, in denen Men- mich zum Wort gemeldet, um dasselbe auszu- schen wohnen, für die Bewohner sehr viel führen, was inzwischen schon Herr Rechtsanwalt schlimmer sind. (Sehr richtig.) Fehling ausgeführt hat, daß nämlich aus. den S ch o r e r: Man kann eine Sache immer so Darlegungen des Herrn Kollegen Dr. Schlomer darstellen, daß sie die Ansicht des Redners be- folgt, daß das ganze Siel dort weggelegt werden gründet. (Große Heiterkeit.) Das hat Herr muß. Die Fäkalien kommen sonsst doch in den Dr. Ziehl getan. Ich will ihm auch die Gründe Stadtgraben, und die Kinder, die da auf den sagen, warum er das getan hat. Es handelt Schiffen spielen, sind in derselben Umgebung, sich gar nicht darum, ob die Bastion „Rehbock“ auch wenn die Bastion „Rehbock“ bleibt. Jm beseitigt werden soll, sondern um die Ausgabe Gegenteil, je mehr Fäulnisbakterien da sind, von 60 000 é. Wenn diese Summe nicht be- desto weniger Gefahr ist vorhanden, daß Typhus- willigt wird, wollen die Herren den Antrag des und Cholerabazillen im Wasser sind, denn die Bürgerausschusses annehmen, 20% Zuschlag zur werden durch die erstere vernichtet. So liegt Einkommensteuer zu bewilligen, während der die Sache vom Standpunkte der medizinischen Senat nur 15% haben will. Ich bin für den Wisssenschaft aus. Daraus soll nicht gefolgert Senatsantrag und werde dafür stimmen, weil werden, daß es für die Gesundheit gut und ich wünsche, daß diese Arbeit noch in diesem zweckmäßig ist, die Zustände beizubehalten. IM Jahre ausgeführt wird. Es ist wichtig, daß Gegenteil, ich habe gesagt, daß auch ich wünsche, diese sanitäre Maßregel so bald wie möglich ge- daß diese Gerüche dort beseitigt werden sollten. schaffen wird. Nun wurde von einer Seite Ich habe aber Gründe, weshalb ich damit noch gesagt, man könne eine Ausbaggerung statt- ein Jahr warten will. Ich will mich insbesondere finden lassen. Das nützt Ihnen gar nichts. erst durch das Gutachten orientieren, das en Das Siel geht bekanntlich nicht bis in den auswärtiger Sachverständiger erstattet hat. Außer- mittleren Teil des Stromes. Es müßte dann dem habe ich erst vergessen zu sagen, daß in den in den ausgebaggerten Strom hineingelegt beilden Akten befindlichen Gutachten von der werden, und um jett nicht kostspielige Erd- Baudeputation, dem Medizinalkollegium und transporte zu haben, ist es einfacher, daß man
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