Full text: Lübeckische Blätter. 1908 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1908 (50)

21 1 werden zum Zweck der Ausrangierung auf die c-ausfahrten möglich. Mit seinem Stellwerk stehen Ablaufberge hinaufgeschleppt. Oben angekommen, die beiden übrigen Stellwerke, die vier Bahnsteig- drückt die Maschine den Rangierzug langsam zurü>d; buden und die nächstgelegenen Blockstationen, d. h. durch einen zwischen dem oberen, horizontalen Gleise diejenigen Stationen, die einen Bahnabschnitt be- und dem stark fallenden Ablaufgleise eingeschaltetéen grenzen, in den kein neuer Zug einfahren darf, bevor kleinen Buckel (den sogenannten Eselsrücken) werden ihn der vorhergehende Zug verlassen hat, in Ab- die Kuppelungen der Wagen während des Augenblicts, hängigkeit, so daß er den Zugbetrieb jederzeit sicher wo die Wagen auf der ansteigenden Seite des Buckels in der Hand hat. Eine ähnliche Einrichtung be- sich befinden, schlaff, so daß sie von einem außer. findet sich am Rangierbahnhof. Behufs rascherer halb des Gleises stehenden Mann ohne Zwischen. mündlicher Verständigung aller Dienststellen ist ein treten zwischen die Gleise mit einem Rangierknüppel, sehr ausgedehntes Fernsprechneß vorhanden, dessen den er auf die Buffer aufstütt, ausgehänat werden gßHentralstelle sich in einem besonderen Raum neben können. dem Telegraphenzimmer des Personenbahnhofs be- Der betreffende Wagen oder eine Wagenzuge findet. Auch das Verwaltungsgebäude der Direktion gruppe wird dadurch vom Zug losgelöst und läuft ist an dieses Netz angeschlossen, so daß auch von von selbst unter sich steigernder Geschwindigkeit den hier aus eine rasche Verständigung mit den einzelnen Ablaufberg hinab. Jeder Wagen ist zur Orientierung Dienststellen des Außen- und Jnnendienstes möglich ist. des Rangiermeisters auf dem Rangierberg mit der Uberblicken wir die Gesamtheit aller Baulichkeiten Nummer des Gleises, wohin er laufen soll, beschrieben. und Einrichtungen, die im Vorsstehenden geschildert Auf einem wie das Zifferblatt einer Uhr ausgebildeten sind, so darf wohl gesagt werden, daß der neue Zeigerapparat stellt der Rangiermeister den Zeiger HBahnhof eine große, zeitgemäße, für Lübeck erfreuliche auf die Nummer des Gleises, wohin der Wagen Verkehrsanlage ist. Wenn auf dem alten Bahnhof abrollen soll. Auf elektrischem Wege wird der Zeiger mit seinen beschränkten Raumverhältnissen, seinen auf den Apparaten, welche sich in den Weichenstelk den Verkehr der Reisenden gefährdenden Bahnsteigen werken befinden, auf die gleiche Nummer gestellt, so und seinen überaus schwierigen Betriebsverhältnissen daß die Weichensteller in den Stellwerken nunmehr jedes Anwachsen des Verkehrs die Sorge um die in der Lage sind, die Weiche für den Lauf des Möglichkeit seiner Bewältigung erhöhte, so gestatten Wagens richtig zu stellen. Die Schnelligkeit des die Anlagen des neuen Bahnhofs, der hoffentlich Wagenlaufes kann durch auf seinem Weg befindliche recht lebhaften weiteren Steigerung des Verkehrs, sogenannte Gleisbremsen geregelt werden. Am Be- auch bei Einführung einer neuen Bahn aus dem stimmungsort angelangt, wird der Wagen durch Norden, ohne jede Besorgnis entgegenzusehen. Die einen Bremsschuh aufgefangen. Eine Einrichtung volle Unabhängigkeit in der Einfahrt der Züge aus wie die beschriebene, welche eine wesentliche Be: den verschiedenen Richtungen in den Personenbahnhof schleunigung der Rangierung ermöglicht, findet sieh und die Möglichkeit einer raschen Zugfolge, in Ver- auf allen großen modernen Rangierbahnhöfen. bindung mit den ausgedehnten Stcherungsanlagen Der Rangierbahnhof ist nach Süden mit den werden die Bewältigung des Zugverkehrs mit voller sechs Hauptgleisen, welche die Brücke des Elbe-Travee. Sicherheit gewährleisten. Der Personenbahnhof wird Kanals überschreiten, durch eine Weichenstraße ver auf eine lange Reihe von Jahren hinaus allen an bunden, über welche die Güterzüge der Richtungen ihn gestellten Anforderungen genügen. Ui Büchen, Mecklenburg und Hamburg ein- und aus- _ Auch der Güterbahnhof wird voraussichtlich in fahren. seiner jesigen Ausdehnung lange Zeit ausreichen, die Selbstverständlich entsprechen auf dem ganzen HMöglichkeit seiner Erweiterung, namentlich auch seiner Bahnhof die Anlagen zur Sicherung der Weichen. Anlagen für den Stückgutverkehr, ist in recht erheb- und Signalstelung den modernen Anforderungen. lichem Maße vorhanden. Die Notwendigkeit, Er- Kein Signal kann gestellt werden, bevor die Weichen- weiteruugsbauten vorzunehmen, für welche der Grund straße für den betreffenden Zug richtig liegt und die und Boden gesichert ist, wird vielleicht am ersten Fahrstraße verriegelt ist. Das Ziehen eines Signals fuür den Rangierbahnhof eintreten, weil der Umfang schließt jede Veränderung in der Weichenlage aus. der hier zu bewältigenden Arbeiten mit der Aus- Der Personenbahnhof ist in drei Stellwerkbezikke dehnung der Hafeu- und Industrieaulagen und der geteilt. Ein Fahrdienstleiter, der sich in dem am weitgehenden Teilung der Gestellungspläze für die westlichen Ende des Bahnsteigs IV erbauten Stele Wagen eine stetige und rasch wachsende Mehrbelastung werksgebäude befindet, leitet den gesamten Zugverkehr. für diesen Bahnhof mit sich bringt. Freilich bleibt des Personenbahnhofs. Ohne seine Zustimmung hier die Möglichkeit, die Arbeit zur Entlastung des bzw. ohne seinen Auftrag sind keinerlei Bugein- uuan jetzigen Rangierbahnhofs zu teilen und die Aus-
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