Full text: Lübeckische Blätter. 1908 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1908 (50)

T 65 der Abschuß des Rehwildes regelmäßig vom Pächter schaft nur dadurch erreicht, daß man die Eichen- vorgenommen worden ist und mit Ausnahme der dbestände mindestens bis zum 50. bis 70. Jahre in Beschädigung einer Eichenfläche im Schwerin dureh dichtem Schlusse beläßt, damit die gesamte Produktions. Abknicken der größeren Pflanzen im Jahre 1899 kraft unter Einwirkung der seitlichen Bedrängung keine wesentlichen Wildschäden zu konstatieren ger der einzelnen Stammindividuen sich nach oben unter wesen Find. lebhaftem Höhenzuwachs entfalte. Beispielsweise sind in der Jagdsaison 1906/07 Eine frühere Lichtung ~ Unterbrechung des 50 Stück Rehwild und 1907/08 40 Stück abger. Kronenschlusses -, wie sie im Lauerhöfer Felde usw. schossen worden, und zwar ist der Rickenabschuß vor- erfolgt ist, birgt die Gefahr in sich, daß die Höhen- wiegend durch die Israelsdorfer Förster, die die entwicklung zurückbleibt und die Schaftausformung schädlichsten älteren Tiere herausgesucht haben, be-. sich nicht in der gewünschten Weise vollzieht; auch wirkt worden. der Unterbau kann hierzu nicht beitragen, denn er Auch haben die drei Beamten übereinstimmend oll wohl den Boden verbessern, die kleineren Äste erklärt, daß zurzeit ein sehr geringer Wildstand vor. der Eichenstämme durch Beschattung zum Absterben handen sei und jedenfalls der Bestand an Rehwild und späteren Abfall bringen, keineswegs aber, wie nur etwa 60-80 Stück betrage. Professor Friedrich anführt, den Höhenwuchs der Selbst wenn auch 100 Rehe vorhanden wären, Eichen fördern, denn dann müßte der Unterbau in würde bei einem Flächeninhalt des Israelsdorfer die Kronen der Eichen hineinwachsen, was der Natur Reviers von ca. 1200 ha für jedes Stück Rehwild dieser Holzart, als absolutesten Lichtbaum, völlig t Furt von 12 ha oder 48 Morgen zur piîcriprechen und einen Zuwachsverlust herbeiführen erfügung stehen. würde. Dieser Wildbestand kann laut Bericht des ver- Wenn nun auch diese frühzeitige Lichtung dieser storbenen Oberförsters Elle vom 6. Februar 18989 ichenbestände in der Hauptsache voraussichtlich keine und auch nach unserer Ansicht ohne Gefahr und dwesentliche Beeinträchtigung im Höhenwuchse im Ge- ohne großen Schaden für den Forst erhalten werden, folge haben wird, so dürfte doch der Unterbau – nur ist es nötig, daß dem Rehwilde in strengen HBuche und Hainbuche — bei ungestörtem, lebhaftem Wintern Futter verabreicht wird, was das wirksamste HWachstum in absehbarer Zeit nicht mehr den Charakter Mittel gegen den Pflanzenverbiß ist. des Unterstandes beibehalten, sondern an manchen . Was nun den angeblich nachhaltigsten Wildverbiß Stellen die Führung des Hauptbestandes übernehmen, in den mit Buchen und Hainbuchen unterbautee was einen vorzeitigen Aushieb der wuchskräftigsten Eichenbeständen in den Forstorten Lauerhöfer Fell, HBuchen oder Hainbuchenindividuen nötig machte und Hainbuchenkoppel, Steinkrug und im Lehmholz bei somit einen Zuwachsverlust mit sich brächte. Alt-Lauerhof anlangt, so möchten wir als Berichtigung Es kann daher der zurzeit bestehende Spitzen- und zum allgemeinen Verständnis folgendes voraus. verbiß des reichlichen Buchen. und Hainbuchen- schicken. unterbaues in den betreffenden Forstorten den Hasen Die aufgeführten Eichenbestände sind nicht, wie und Rehen gern noch eine Zeitlang gestattet werden; Professor Friedrich anführt, in den Jahren 18400 die Praxis lehrt, daß solche Bestände sich trotz 1850, sondern mit Ausnahme des Lehmholzes, wiederkehrenden Verbisses doch allmählich hochschieben welches 1850 1854 aufgeforstet worden ist, in den und, sobald sie dem Geäse des Wildes entwachsen Jahren von 1861 bis 1868 von Jorstinspektor sind, tro ihres buschigen Aussehens zu den schönsten Witthauer begründet worden, besitzen jetzt also en Häumen heranwachsen. Durchschnittsalter von 43 Jahren und waren zurzeit Die Hoffnung des verstorbenen Oberförsters Elle, des Buchenunterbaues etwa 35 Jahre alt. daß die jungen Pflanzen die Verbißschäden doch noch Der Zweck jeder rationellen Forstwirtschaft, ins. überwinden würden, ist jedenfalls eine sehr richtige besondere bei der Eichenzucht besteht nun darin, in gewesen, und diese Anschauung kann von jedem er- möglichst kurzer Zeit hochwertiges Holz, also lang, fahrenen Forstmann bei Besichtigung dieser Flächen schäftige, astreine und starke Stämme zu erziehen. bestätigt werden. Dieses Ziel wird durch den sogenannten Lichtungs- Es ist der vom Oberförster mit vieler Liebe an- betrieb erreicht. gelegte Buchenunterbau durchaus nicht zum aller- Die Langschäftigkeit wird aber nach den von größten Teil durch den Spitzenverbiß erfolglos ge- Professor Schwappach, Eberswalde, erzielten Ergeb macht worden, sondern die Besichtigung dieser Eichen- nissen von verschiedenen Versuchsflächen, nach Unter. bestände ergibt, daß die Pflanzen mit Ausnahme suchungen des Öberforstmeisters Kraft zu Hannover wenig kleiner Flächen, wo die Saat durch Mäusefraß und anderer bedeutender Vertreter der Forstwisseenn. und Graswuchs ausgeblieben ist, reichlich überall
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