Full text: Lübeckische Blätter. 1908 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1908 (50)

590 Illustrierung wie die Verschandelungen der Städte- Aufnahme und die Festgaben der wärmste Dank der bilder durch eine gedankenlose Bautätigkeit, Bau- Versammlung ausgesprochen wurde, unterbrach die polizeiverordnungen, Fluchtlinienpläne und ähnliche. Versammlung von 12!/. bis 2'/ Uhr. Die Lauffenburger Stromschnellen des Rheins und In der Nachmittagssitung sprach zuerst Herr der Walchensee in Oberbayern, zwei landschaftlch Dr. Brandt, der Direktor des Kieler Thaulow- hervorragende Punkte von grandioser Schönheit sinn HMuseums, über Heimatschuß und Museumswesen. durch die vorgesehene industrielle Ausnutzung aufs Er sprach sich gegen das planlose Gründen kleinerer höchste gefährdet. Dabei wies der Referent mit HMuseen aus und für ein Zusammenarbeiten des Nachdruck darauf hin, daß die Heimatschußbewegung Haeimatschutzes mit den kulturellen Bestrebungen der keineswegs den gebotenen Forderungen unserer Zeit Musfßeen, die keine Kunstspeicher, sondern lebendiges sich entgegenstemme, sondern nur die krankhaften KAnschauungsmaterial für die Gegenwart sein sollten. Auswüchse beschneiden, den Sinn für das Natürliche Provinzialmuseen und Museen für kleinere Gebiete und das geschichtlich Gewordene wieder erwecken, der nmit besonders umgrenzter Kultur unter sachverständiger Allgemeinheit ihr Recht gegenüber dem rücksichtslosen dHLeitung, wenn möglich in Abhängigkeit von den Vordrängen des Einzelnen wahren wolle. Nicht größeren gutorganisierten Museen, wären die natür- gegen, sondern mit der Zeit, die doch jetzt auch in lichen Bundesgenossen des Heimatschut;bbundes gegen der Pflege der nicht materiellen Kulturgüter sich auf das Versschleppen und Verkaufen der alten Kunst- sich selbst besinne, wolle der Bund Heimatschut arbeiten. und Kulturwerte und gegen ihre Vernichtung. An An den Geschäftsbericht schlossen sich nun, wieder den Vortrag, in dem besonders die schleswig- unter Vorführung von Lichtbildern, die Berichte hjolsteinischen Museumsverhältnisse eingehend erörtert einzelner Heimatschutvereine und größerer Landes. wurden, schloß sich eine recht lebhafte Debatte, in verbände an. der auch der in der Presse viel besprochene Verkauf Ministerialrat Krause-Schwerin gab ein höchst des Neumünster-Kreuzganges in Würzburg an die erfreuliches Referat über die Tätigkeit des Heimat. Königlichen Museen in Berlin zur Sprache kam. bundes Mecklenburg. Der Bund hat in den wenigen An der Hand ausgezeichneter Lichtbilder sprach Jahren seines Bestehens durch die Erhaltung der sodann der Vertreter des bayrischen Vereins für Flurnamen, Preisausschreiben für kleine bäuerliche Volkskunst und Volkskunde in München, Kgl. Re- Gewesse, durch Einwirkung auf Staats- und Private gierungsrat Dr. Gröschel, über die Tätigkeit des bauten bereits manche Erfolge erzielt. Vielen Beifall Vereins im verflossenen Jahre. Er führte zunächst fanden auch die im Bilde gezeigten Bauten des im eine Reihe von zum Teil schon in der Ausführung Heimatschutsinnsehrtätigen ArchitektenKorff-Laage i.M. begriffenen Entwürfen für Wohnhäuser, Schulhäuser, Dr. Fuhrmann-Detmold berichtete mit vorzüg- Wirtshäuser, Rathäuser, Kapellen u. s. f. in Bayern lichen Lichtbildern, die die Schönheiten des kleinen vor, die durchaus den örtlichen Bedingungen ent- Landes trefflich erkennen ließen, über die Heimatschuzs sprungen sind, besprach das vortreffliche Holzmodell bewegung in Lippe-Detmold, worauf Baurat Grote. der Stadt München im dortigen Nationalmuseum, Dresden über die Tätigkeit der sächsischen Landes. und ging dann zu den auf dem Gebiete der Denkmal- gruppe, des Ausschusses zur Pflege heimatlicher pflege geleisteten Arbeiten über. Er kam hierbei auf Natur, Kunsst und Bauweise in sehr eingehender die von einem Vorredner gemachten Ausführungen Weise berichtete. Neben dem Schutze der Natur- über die Petrikirche zu Kulmbach zurück und äußerte denkmäler und der alten Baudenkmäler übt der Vedenken über die Behandlung dieser Angelegenheit. Ausschuß insofern eine besonders segensreiche Tätig, Hum Schluß berührte er kurz die Aufnahme alter keit aus, als er in einer besonderen Zentralstelle Bürgerhäuser und die Maßregeln gegen häßliche sowohl behördliche als private Bauprojekte, die den Reklamen, die auf Anregung des Vereins von der ästhetischen Anforderungen des Heimatschußes nicht bayrischen Staatsregierung in großzügiger Weise ver. entsprechen und eine Verschandelung ihres Bauortes folgt werden, und zeigte in Wort und Bild die Veste bedeuten würden, kostenlos in ganz vorzügliche Neuburg a. Inn, die der Verein mit Unterstützung Weise für die Ausführung umarbeitet, eine Tätigkeit, des Landesherrn und der Staatsregierung angekauft die in Lübeck bekanntlich das Bauamt vielfach be und vor dem Abbruch gerettet hat. Sie. soll in sorgt. Die unmgearbeiteten Projekte und Bau- Stand gesetzt und der bayrischen Künstlerschaft als ausführungen fanden den ungeteilten Beifall der Erholungsheim überwiesen werden. Sodann berichtete Versammlung. Graf Reventlow - Schleswig über Heimatschutz in Ein Frühstück auf der unteren Diele des Schabbel. Schleswig-Holstein, desgleichen Dr. Brandt-Kiel, der hauses, bei dem der vorbereitenden Tätigkeit des einige weitere FFragen der Musseumstätigkeit mit Bezug Lübecker Landesvereins gedacht und für die herzlietve dauf den Heimatschutz erörterte.
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