Full text: Lübeckische Blätter. 1908 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1908 (50)

201 hätte vermeiden können“, „Eisenach beim lezten wurden die einschlägigen Gesichtspunkte einer gründ- Fasse Lagerbier“ und „Wie trank, trinkt und trinken lichen Erörterung unterzogen und als Ergebnis der wird“. Auch auf lübeckische Verhältnisse beziehen Beratungen einmütig die Forderung aufgestellt, daß sich manche derselben, wie z. B. das Spottbild auf eine Zentralstelle geschaffen werde, die das Recht er- die Teuerung im Jahre 1847, oder das auf die halte, Verkäufe von industriellen Terrains selbständig Gewerbefreiheit, sowie das auf den Postneubau 1884 abzuschließen und allgemeine Bedingungen für die und manche andere. Besonders interessant ist das Ansiedelung von Fabriken festzuseßen, und daß in satirische Blatt auf den Umbau des Ratskellees diese Instanz mehrere Industrielle als Mitglieder 1875. Daneben findet sich eine ganze Anzahl mit beschließender Stimme gewählt werden. Er- anderer, die mehr allgemeiner Natur sind; dazu freulicherweise ist die Berechtigung dieser Forderung gehören auch die Zeichnungen des 1881 hier erschienenen sowohl von der Handelskammer wie von den geset- „Spottvogels“, die Schmidts Hand entstammen. gebenden Körperschasten anerkannt worden. Es ist Auch die 14 humorvollen Blätter aus „Jrung und demgemäß dem Finanzdepartement die Befugnis über- Irmenfried“ Lübeck 1880 und der „Lüb. Marzipan, tragen worden, gewisse staatliche Gelände im Umfang ein süßes Bilderbuch für unser kleines Volk“ Lübed dvon etwa 1000 Hektar selbständig, also ohne Ge- 1872 fehlen nicht. nehmigung durch Rat- und Bürgerschluß, die bisher Den Schluß der Ausstellung bildet eine state. erforderlich war, für den Anbau von Industrien und liche Zahl Zeichnungen, die für den ehemaligen die dazu notwendigen Wohnungen zu veräußern. Grützmacher und Formenstecher Schröder in der Ferner ist unter dem Namen eines JIndustrie- großen Gröpelgrube hergestellt sind. Schmidt liefertedie ausschusses aus Mitgliedern des Finanzdepartements zweckentsprechenden, den vorgeschriebenen Raum zwangg und der Baudeputation sowie aus Sachverständigen, los ausfüllenden, sauberen Zeichnungen, die daun die von der Handelskammer und der Gewerbekammer Schröder wiederum in kunstvoller Weise als Marzipanuee abgeordnet werden, eine Kommission gebildet worden, formen in Holz schnitzte. die das Finanzdepartement in allen den Verkauf von Diese letztgenannten Blätter sind dem Museum JIndustrieländereien betreffenden Angelegenheiten gut- von dem Sohne des Marzipanformstechers für die achtlich zu beraten und die dem Verkauf vorauf- Ausstellung in dankenswerter Weise zur Verfügung gehenden Verhandlungen zu führen hat. Es erscheint gestellt worden. Auch manche der anderen Zeichnungen die Erwartung berechtigt, daß sich als Folge dieser sind für diesen Zweck von privater Seite aus here organisatorischen Maßnahme eine erhebliche Förderung geliehen worden. in der Ansiedelung neuer Industrien ergeben und Möge diese Ausstellung dazu beitragen, das Inter. damit die großen, staatlicherseits für Industriezwecke esse fur einen künstlerisch begabten Mann wieder aufgewendeten Mittel allmählich nutzbar gemacht wachzurufen und vorbeugen, daß der Name Friedr. werden. ; s .;tczg Schmidt der Vergessenheit anheimfalle. J. Warncke. Eine wesentliche Vorbedingung für die Ent- » wicklung und das Gedeihen der Industrie bildet die Die Tätigkeit des Lübecker Jndustrie-Vereins rr: §qs: Brihsthws. hug: uz gr! ar im Jahre 1907 von den Fabriken in dem traveabwärts gelegenen S. L § ; lübecktischen Industriegebiet beschäftigt werden, ent- Wie in den Vorjahren, so bildeten auch im Berichts. weder in Häusern, die von den Fabriken selbst in jahre den Schwerpunkt der Tätigkeit des Lübecker ihrer Nähe gebaut worden sind, oder in Häusern von Industrie:Vereins Arbeiten, die darauf abzielen, die Dorfschasten, die teilweise recht erheblich von den Ansiedelung neuer Industriebetriebe in dem lübeckischn Fabriken entfernt liegen. Es tann keinem Zweifel Gebiete zu erleichtern. unterliegen, daß ein solcher Zustand der angestrebten Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, Entwicklung unserer Industrie nicht zuträglich ist. daß die Aufwendung großer finanzieller Mittel allen Die weite Entfernung der Heimstätten der Arbeiter für die Heranziehung industrieller Betriebe uach Lübed von den Arbeitsstätten schädigt sowohl Arbeitnehmer nicht genügt, sondern daß gleichzeitig Maßnahmen wie Arbeitgeber. Die Unterbringung von Arbeitern getroffen werden müssen, die den Gang der Verhand- in Fabrikwohnungen stellt an das Betriebskapital der lungen bei industriellen Ansiedelungen wesentlich ver- ÿshziken so hohe Anforderungen, daß fie he! th IItccoN u I 9 > könne. d einer zahlreich besuchten Versammlung Eine Abhilfe erscheint dringend notwendig, wenn im Februar, in der Herr Pr. Niessen in umfassender nicht der Betrieb der bestehenden Fabriken leiden, Weise „ZU lübeckischen Industriepolitik“" sprach, die Errichtung neuer Fabriken erschwert werden soll.
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