Full text: Lübeckische Blätter. 1908 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1908 (50)

. .. L Berhandl. d. Bürgerschaft am 23. November 1908. waltung auf den Gemeinderat und sagt, daß der Vorwurf zurückweisen, der uns Mitgliedern ebenfalls Gemeindevorstand nur die ausführende Behörde seie. in dieser „Öffentlichkeit“ gemacht wird, daß wir Das ist gerade so, als wenn wir sagen würden, die nicht Vertreter der Arbeiterschaft seien. Es steht Verwaltung Lübecks liege in den Händen der Bürger. im Volksboten zu lesen. „Natürlich wird unsere schaft, und der Senat sei Nebensache. Gewiß gibt Fraktion der Sozialdemokratie, wie es als Vertreter es gewisse Sachen, die der Gemeinderat genehmigen der Lübecker Arbeiterschaft ihre Pflicht ist, mit muß, aber die eigentliche Verwaltung leitet der Nachdruck dafür eintreten." Ich bestreite entschieden, Gemeindevorstand. Das ist auch Herrn Wissell wohh daß die Mitglieder der sozialdemokratischen Partei bekannt. Wenn ich auch nicht auf dem Standpunkt in der Bürgerschaft das Recht für sich allein in stehe, daß jemand nicht bestätigt werden kann, weil KA nspruch nehmen können, Vertreter der Arbeiterschaft er Sozialdemokrat ist, scheint mir der andre Grund zu sein. Wir sind ohne Ausnahme Vertreter der doch wichtig genug zu sein. Wenn der Mann den Gesamtheit und haben als solche zu wirken, zu ganzen Tag über in Lübeck arbeitet und die Ver. entscheiden. Meinen Antrag kann ich leider wegen hältnisse so liegen, daß er die Krankenkasse führen der vorgeschrittenen Zeit nicht begründen. Ich muß muß, dann sage ich als alter Gemeindevorsteher, daß gabwarten, welche Antwort uns vom Senatstisch aus er das nicht kann. Die Sache ist nicht so, daß man, entgegengebracht wird und wie die Versprechen wie Herr Pape meinte, die Geschäfte einfach abends erfüllt werden. Ich erlaube mir nunmehr, den erledigen könne. Das geht durchaus nicht. Wenn Senat zu fragen: Ist der Senat bereit, Notstands- z. B. einer morgens schwer erkrankt und erhält von arbeiten ausführen zu lassen, oder welche Maßnahmen dem behandelnden Arzt einen Schein, daß Krankenhaus. gedenkt der Senat zu ergreifen, um der auch in behandlung erwünscht oder notwendig sei, so muß Lübeck drohenden Arbeitslosigkeit abzuhelfen ? doch der Verwalter der Kasse an Ort und Stelle Senator Dr. Fehling : Es scheint nur natürlich, sein, um das Nötige zu veranlassen. Solche Sachen daß hiernach gefragt wird. Ebenso wie hier ist es kann man doch nicht bis abends aufschieben, dem auch auswärts geschehen, und ich zögere nicht, sofort dann kann der Betreffende schon tot sein. Wenn die Antwort zu geben. Das Präsidium der Bau- die Verhältnisse nicht dahin zu ändern sind, daß deputation hat schon vor längerer Zeit Vorlagen in vielleicht der Vorsitzende die Krankenkasse verwaltet, Angriff genommen für den Fall, daß ein Notstand dann kann der Gewählte die Sache gar nicht übernehmen. eintritt. Es können besondere Arbeiten oder es kann Damit ist die Angelegenheit erledigt. auch die Beschleunigung bereits beschlossener Arbeiten Es folgt die Beratung des Antrages Dühring: szjôtt eingeleitet werses g §t] rien Aufrzzt Ist der Senat bereit, Notstandsarbeiten aus. hedürfen. führen zu lassen, oder welche Maßnahmen gedenkt Wiss ell: Wenn ein besonderer Notstand ein- er zu ergreifen, um der auch in Lübeck drohenden tritt, sagt der Herr ständige Senatskommissar. Ja, Arbeitslosigkeit abzuhelfen ? wie soll das festgestellt werden ? Das ist schwer, Dühring: Meine Herren! Die Zeit ist recht dund die Anschauungen gehen darüber recht weit aus- weit fortgeschritten, und ich muß mich deshalb kurz einander. Ich kann es nur mit Freuden begrüßen, fassen. Ich möchte nur eines vorausschicken. Mir daß gerade heute die Gewerkschaften dabei sind, ist, als ich diesen Antrag stellte, in der „Öffentlichkeit“ jämtliche Arbeitslosen in ihren Reihen zu zählen. Popularitätshascherei vorgeworfen; man pflegt ja in Hoffentlich wird dann die ermittelte Zahl den Senat diesem Saal von Öffentlichkeit zu reden, wenn es dveranlassen, den Notstand gleich zu erkennen und die im Volksboten gestanden hat. Diesen Vorwurf muß Jnangriffnahme der Arbeiten sofort zu verfügen. ich meinerseits ganz energisch zurückweisen. Jch habe Damit ist die Angelegenheit erledigt. es nicht nötig, nach Popularität zu haschen. Warum Schluß der Sitzung 11 Uhr 15 Minuten. und zu welchem Zweck ? Zweitens muß ich den (Nach stenographischen Aufzeichnungen. v YE 2 T 57'
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