Full text: Lübeckische Blätter. 1908 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1908 (50)

! sammen den Nord-Südverkehr durch die innere Stant man bei oberflächlichem Zusehen den Eindruck haben, dann am besten aufnehmen können. Bedingung ist daß darin eine Art Streit ausgefochten wird; wenn dabei, daß künftig die Straßenbahn jede diesere nwman sie eindringlich und mit dem Blick auf die Straßen nur in einer Richtung durchfährt, wobei Sache betrachtet, so sieht man, daß ihre Verfasser für die Breitestraße die Fahrtrichtung von Norden im wesentlichen gleicher Meinung sind und ihre nach Süden, für die Königstraße die umgekehrte Differenzen nur um Äußerlichkeiten gehen, wo einige Richtung in Frage kommt. Wird diese Änderung etwas starke Wendungen auf der einen, einige Emp- der Straßenbahnlinien ausgeführt, so wird die Fahr. findsamkeit auf der andern Seite den Kern der Frage bahn der Straße auf absehbare Zeit jeden Fuhr- durch flüchtigen Staub des Tages verhüllen. Denn werksverkehr aufnehmen können. ob man ein temperamentvolles Videant consules In dem Vortrag des Stadtbaurats Rehorst ausruft oder nicht minder temperamentvoll F 10 000 auf dem letzten Denkmalpflegetag wurde die Breite jährlich verlangt, ob man liebenswürdig sagt: mehr und der Verkehr besonders verkehrsreicher Straßen darf ich für mein Fach wohl nicht verlangen, oder angegeben. Es hat danach die alte Breitestraße in ob man endlich sich damit bescheidet, daß unsre London eine Fahrbahnbreite von 8,24 Metern und Stadtbibliothek nicht mehr könne als das Aller- Bürgersteigbreiten von 2,2 Metern, zusammen also notwendigste anschaffen und im übrigen möglichst den eine Breite von 12,64 Metern. Auf dieser Straje HWöünschen ihrer jeweiligen Benutger entsprechen ~ bewegt sich ein stündlicher Verkehr von 10535 Fuhr. das Endergebnis ist doch immer dasselbe : den An- werken und 10620 Personen. spruch, in ihrem Bestand in gleichem Maße ein Die Hohestraße in Köln hat eine Straßenbreite CGesamtbild der Wissenschaft ihrer Tage zu geben, von künftig 8 Meter (Fahrbahn 4,5 Meter), jeet. wie es die älteren Bestände zu tun scheinen, kann meist aber nur eine Breite von 5,46 bis 6 Meter. unsre Bibliothek nicht mehr erheben. Ich dente, Die Hohestraßze weist dabei einen stündlichna wir werden es schließlich denen Dank wissen, die in Verkehr von 75 Wagen und 4370 Fußgängern auf. recht mühsamer Arbeit für einige Gebiete geprüft In Halle hat die Leipzigerstraße bei einer Fahre. haben, wie das Bild sich für den ansieht, der es bahnbreite von 7 Meter einen stündlichen Verkehr unbefangen von außenher betrachtet, und dann in von 55 Fuhrwerkten. Ruhe uns fragen: Woher kommt das? und: Was Demgegenüber hat unsere Breitestraße eine Ge. läßt sich tun? samtbreite von 9,5 bis 13, eine Fahrbahnbreite von Woher kommt das? 5,8 bis 7 Meter und hat nach Zählungen des Polizei- Als Grenze finden wir in den kritischen Über- amtes im Jahre 1906 einen durchschnittlichen stind- sichten meist die Mitte des 19. Jahrhunderts (für lichen Verkehr von 40 Wagen gehabt. Es bestätigt die juristischen Bücher erst die achtziger Jahre); von dies die schon vorher mitgeteilte Anschauung, daß da an meint man Lücken und Unebenheiten in der der Wagenverkehr bisher in keiner Weise beängstigend A nschaffung zu sehen. ist, und dürfte zu dem Schluß führen, daß die vor. Wir kommen damit auf die Zeit, wo eine un- handene Fahrbahnbreite einen noch weit größeren geheure Ausdehnung der literarischen Produktion ein- Verkehr aufnehmen kann. Anders ist es mit dem ett; die neuen Verkehrsverhältnisse machten es jedem Fußgängerverkehr, bei dem in der Tat an der Ost- Buch möglich, zu allen Interessenten seines Gebietes seite der Straße zu gewissen Zeiten die Breite der zu sprechen, und jedem Schriftsteller, sich jede Quelle Bürgersteige nicht mehr ausreicht. Eine Bewältigung gzu erschließen; die Wissenschaft gewann ganz außer- desselben kann in dreierlei verschiedener Weise er. dordentlich an Tiefe wie an Umfang; es wurden folgen. Die radikalste Art ist die Niederlegung immer speziellere Fragen breit erörtert, immer mehr des Kanzleigebäudes, Verbreiterung der Straße bis Lebensgebiete Gegenstand von Büchern, und es ent- an den Chor der Marientirche und wesentliche Ver- standen über dieselben Dinge viel mehr parallele breiterung des östlichen Bürgersteiges, der dann hier Werke; endlich veraltete das alles bei der unermüd. allerdings breiter würde, als in der übrigen Breiten lichen Arbeit der stets wachsenden Gelehrtenrepublik straße. Schluß folgt.) rascher und rasche. Bibliotheksfragen. Gt c6 tial chert nüt > vue tis . ql Bibliothek haben wollen, wie sie die unsrige für gzusammenfassung. ftr Lutte c"t f dq !: Wenn man die nunmehr zehn Artikel durchlie t,, Bibliotheksmittel stellen als jene alte Zeit; der Kreis die hier unter diesem Titel erschienen sind, könnte derjenigen, die sich an sie wenden, hat sich stark ver- I 14
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