Full text: Lübeckische Blätter. 1908 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1908 (50)

|, 4 53 -- herabgedrückt werden und eine Gehaltszulage vielleicht. vor, daß Sie einem neuen Antrage, der meines Er- niemals bekommen, selbst wenn die Teuerungsverhält- achtens nicht als ein selbständiger anzusehen wäre nisse noch so erhebliche wären. Herr Peters sagte, und darum nicht an den Bürgerausschuß zu gehen die Leute müßten sich bescheiden bei einem Einkommen brauchte, zustimmen. Der Antrag geht dahin: von . 1300 bis 1400. Wenn die Beamten ver- Die Bürgerschaft wolle den Senat ersuchen, heiratet sind und Familien besizen, können sie dann gleichzeitig mit der zum 1. April 1909 vom überhaupt bei einem solchen Einkommen Sprünge Senat erbetenen Revision des gesamten Besoldungs- machen? Ja, meine Herren, können sie überhaupt etats vom 26. Februar 1902 auch eine Neurege- damit eine Familie standesgemäß ernähren? Ich lung der Anstellungs- und Gehaltsverhältnisse der kann verstehen, daß Herr Peters in seiner sozialen Bureauhilfsarbeiter in die Wege zu leiten. Stellung nicht mehr einsehen kann, warum ein Mann Für mich liegt dabei der Hauptnachdruck auf den mit solchem Gehalt sich nicht bescheiden kann, sondern Worten „gleichzeitig mit der zum 1. April 1907 weiter streben muß. Ich möchte aber auch der An- vom Senate erbetenen Revision des Beamtenbesol. schauung entgegentreten, die vorhin von dem Herrn dungsetats." Ich habe den Schluß etwa so for- Spezialkommissar des Senates geäußert wurde, daß muliert, wie ich ihn der Rede des Herrn Dr. Benda mit der Erhöhung der Bezüge der Hilfsarbeiter entnommen habe, der aussprach, daß eine Neurege- gleichzeitig eine Revision des Beamtenbesoldungsetats lung der Anstellungs. und Gehaltsverhältnisse der verbunden sein sollte. Diese Auffassung können Sie Bureauhilfsarbeiter auch den Behörden nur will- auch im Kommissionsbericht finden. Ich muß sie kommen sein könne. aber als irrtümlich zurückweisen. Nach den ganzen Wortführer Dr. Görtz: Ich werde diesen Verhandlungen, die seinerzeit in der Bürgerschaft Antrag als ein selbständiges Ersuchen, das unmittelbar stattgefunden haben, war die Erhöhung der Bezüge der gan den Senat zu richten wäre, nicht durchgehen Hilfsarbeiter nicht ein Vorläufer für die Erhöhung lassen können. Selbständige Ersuchen an den Senat der Bezüge der übrigen Beamten. Die Erhöhung der können nur im Anschluß an bereits vorliegende Bezüge der Hilfsarbeiter ist im Jahre 1889 festgelegt. Senatsvorlagen gestellt werden. Im übrigen müssen und im Jahre 1898 nochmals. 1892 hat man sie s ie erst zur Vorbesprechung an den Bürgerausschuß aber übersehen und 1902 ebenfalls. Lediglich auf gebracht werden. Das hindert aber nicht, daß dieser das Drängen des Vereins der Bureauhilfsarbeiter rntrag jezt mit den andern zusammen beraten wird. hat man sich gesagt, man könne diese nicht ohne Für den Fall, daß der erste Antrag des Herrn weiteres übergehen und müsse sie jest wegen der Pastor Evers abgelehnt wird, könnte der zweite Teurungsverhältnisse berücksichtigen. Es herrscht hier Antrag zunächst dem Bürgerausschuß überwiesen werden. in einigen Kreisen die Meinung, man habe in Lübeck : G L V so furchtbar viel für die Beamten getan. Meine Senator Dr. Fehling: Zu einer Anfrage bés Herren, andere Bundesstaaten und andere Städte Herrn Stelling möchte ich noch eine Erklärung ab- sind in bezug auf die Beamten viel weiter gegangen. geben. Die Verwaltungsbehörde für städtische Gemeinde- Ein großer Teil der hiesigen Beamtenschaft wartet anstalten hat über die Lohn- und Arbeitsverhältnise noch immer vergeblich auf Zulagen. Sie sollen zum ihrer Mitglieder dem Senate eingehend Bericht 1. April 1909 kommen. Die Botschaft hör ich erstattet. Soviel ich weiß, ist jeyt noch von Staats- wohl, allein mir fehlt der Glaube! behörden Material eingefordert. Sobald das gesamte Hastor Evers: Das qq habe ich gleich in Material zusammen ist, wird der Senat unverzüglich meinem ersten Wort zugegeben, daß : Antrag seine Entscheidung darüber treffen, welche Mitteilungen formell an einem gewissen Nachteil leide, denn ich an die Bürgerschaft gehen sollen. Ich werde von könne nicht die Erwartung hegen, daß die Zurück- dem Wunsche des Herrn Stelling um Beschleunigung datierung auf den 1. April 1907 wahrscheinlich der Angelegenheit dem Senate Mitteilung machen. werde. Ich habe aber absichtlich hervorgekehrt, Peters: Herr Kollege Klein wirft mir Unkenntnis welche sachliche Wirkung dieser Antrag haben würde, der praktischen Lebensverhältnisse vor. Ich arbeite wenn er an den Senat gebracht würde, nämlich die. über 40 Jahre im praktischen Leben und glaube, Wirkung, daß bei der bevorstehenden Revision des daß meine Kenntnis auch der Lohn- und Salär- Beamtenbesoldungsetats die Bureauhilfsarbeiter nicht verhältnisse mindestens ebenso weitgehend ist wie die wieder auf unbestimmte Zeit vergessen würden. Wenn des Herrn Klein. Herr Klein war so freundlich, nun aber sehr viele Bürgerschaftsmitglieder, wie mir meine Einnahmen zu berühren. Ich glaube nicht, scheinen will, aus formalen Gründen meinen Antrag daß die hierher gehören; ich glaube auch nicht, daß zu unterstützen Bedenken tragen sollten, schlage ich mir jemand Luxus und Verschwendung vorwerfen NE
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.