Full text: Lübeckische Blätter. 1908 ; Stenographische Berichte über die Verhandlungen der Bürgerschaft zu Lübeck im Jahre 1908 (50)

. . 3 T Verhandl. d. Bürgerschaft am 26. März 1908. untergeordneter Bedeutung ist, da uns finanziele eine Position vergeben können, wo wir genau mit Mittel durchaus nicht überreichlich zur Verfügung dem auskommen, was dort im Kontrakt eingestellt stehen und infolgedessen gespart werden muß, wo worden ist, Viele Positionen zeigen Ersparnisse, gespart werden kann. Aber das Theater ist ein als. viele auch Überschreitungen. Damit muß man fertig gemeines Bildungsinstitut und muß von einem zu werden suchen, wie es eben geht. Um große andern Gessichtswinkel aus betrachtet werden als Summen kann es sich überhaupt nicht handeln. von dem rein finanziellen. Ich möchte glauben, daß Wenn Sie anstatt 60 Dekorationszüge nur 59 be- unser Finanzdepartement, das dazu berufen ist, unsre kommen, kann das schließlich eine so große Abweichung Finanzen zu regeln, vielleicht nicht diejenige Unbe. nicht sein. Flugmaschinen werden meines Wissens fangenheit gegenüber den künstlerischen Anforderungen mehr kommen als überhaupt vorgesehen sind. hat, denen doch bei einem Theaterbetrieb Rechnung Dr. Meyer: Ich bin gern bereit, auf alle getragen werden muß. Man muß auch andre Mo. Fragen gleich zu antworten. Es freut mich vor mente zur Geltung kommen lassen, die besser gewahrt allen Dingen, aus den Äußerungen des Herrn Fehling würden, wenn wir eine besondere Theaterbehörde zu sehen, daß auch aus der Mitte der Bürgerschaft hätten. Ich möchte bitten, dieser Anregung zu am Bau des Theaters großes Interesse genommen folgen und womöglich eine dementsprechende Vor- und daß der Fortschritt des Hauses genau verfolgt lage der Bürgerschaft zu unterbreiten. wird. Dieselben Bedenken, die Herr Fehling aus- Senator Esch e n b ur g : Das Finanzdepartement gesprochen hat, sind natürlich auch im Schoße der hat gar nicht den Ehrgeiz, diese Theaterbehörde spielea Theaterbaukommission erwogen worden. Es stimmt, zu wollen. Aber es wird wahrscheinlich zweckmäßig was Herr Fehling sagte, daß Abweichungen von sein, in finanzieller Beziehung unsere Einnahmen und dem, was wir beschlossen haben, vorgekommen sind. Ausgaben für das Theater auch dem Finanzdepartement Die Sachen, die augenblicklich nicht ausgeführt zu unterstellen und die übrigen Mitglieder aus den werden sollen, betreffen aber lauter solche Ein- Kreisen zu suchen, die gerade in der Ausgestaltung des richtungen, die jeden Tag nachgeliefert werden können. Theaters besser erfahren sind als die Mitglieder des Es fehlt nichts, was mit dem Bau organisch ver- Finanzdepartements. Daß die Salome mit einer Be. bunden ist. Augenblicklich liegt die Sache so, daß sezung von 75 Musikern im neuen Theater nicht gegeben unsere Mittel hierfür anscheinend nicht ausreichen. werden kann, darüber sind wir uns bei der Beratung über Stellt sich nachher heraus, daß diese Annahme eine den Bau ganz klar gewesen. Daß wir in einer Stadt irrige i werden die fehlenden Teile, die übrigens wie Lübeck nicht die allergrößten Ausstattungen haben den Bühnenbetrieb nach Aussage der Sachverständigen können wie in einer Großstadt, liegt klar zutage. nicht wesentlich stören oder erschweren, nachgeliefert Dafür würden unsere Geldmittel nicht ausreichen. werden. In bezug auf den Orchesterraum haben Für das Orchester sind 60 qm vorgesehen. Diese von seiten der Theaterbaukommission sehr eingehende 60 qm, wahrscheinlich noch einige mehr, werden und lebhafte Erwägungen stattgefunden. Es ist be- wir erhalten. Die Erwägungen darüber schweben dauerlich, daß damals bei dem Beschluß der Bürger- tos. Wir haben, be! uneren, Heratuzgen un Prettau " sia" hi genommen wutte. Wire Schluß die Herren neulich nach unserer Sitzung ge. das geschehen sein, so würden wir vielleicht heute kommen sind, weiß ich nicht, aber ich nehme an, daß die Bemängelung von Herrn Fehling nicht zu hören seine Anfichten ficher nicht auf unfruchtbaren Boden brauchen. Ich möchte darauf hinweisen, daß damals gefallen sind. Die Wahrscheinlichkeit, daß noch ewas 1n der Eingabe des Vereins der Musiker ungefähr mehr Raum als 60 qm vorhanden sein wird, ist dieselben Befürchtungen ausgesprochen wurden wie eine sehr große. Ich hoffe, daß Herr Dr. Meyer jetzt von Herrn Fehling. Damals erwiderte der darüber näheres wird ausführen können. Das Sachverständige Herr Stadtbaurat Kullrich, die Be- Orchester jeßt, wo das Theater bald fertig ist, mit fürchtungen seien alle hinfällig. In Dortmund habe kleinen Mitteln größer zu bauen, ist ganz unmöglich. man auch nicht erheblich mehr Raum, und die verlangte Das sind zwei Sachen, die Sie nicht miteinander AnzahlMussikerwürdeinunsermgeplantenOrchesterraum in Übereinstimmung bringen können. Dann würden genügend Unterkunft finden. Herr Kullrich ist leider sie das Theater nicht fertigstellen und die Eröffnung inzwischen durch die Erfahrungen in bezug auf des Betriebes um ein Jahr hinausschieben. Außer. Dortmund eines Besseren belehrt worden. Es hat dem würde es sich nicht um kleine Summen handeln, sich herausgestellt, daß er sich damals getäuscht und sondern um solche, die wir gar nicht übersehen könnten. daß der Dortmunder Orchesterraum sich als zu klein Daß kleine Änderungen des Programms vorkommen und unzweckmäßig eingerichtet erwiesen hat. Es müssen, läßt sich nicht umgehen. Sie werden kaam haben große Umbauten stattfinden müssen, und erst - JH9G:
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