Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

1 70 die Benutzung des Krematoriums weiter zu betreiben, den Antrag eingebracht hat: „Die Bürgerschaft wolle E' die dem Staatsbetriebe nicht möglich sein würde. den Senat ersuchen, schon jezt bei Errichtung des ist ü Diese Propaganda ist nicht diejenige, die andere aue. neuen Friedhofes in St. Lorenz die Herstellung eines städ wärtige Feuerbestattungsvereine betrieben haben, nicht Krematoriums herbeiführen zu wollen." Dieser An. städ die Propaganda der Tat. Denn jene Vereine haben trag ist dann einstimmig zur Erwägung an den klei in erster Linie Baugelder gesammelt, und das ist hie Hürgerausschuß verwiesen. Er ging aber nicht so sagi bisher nicht geschehee. In den weitaus meisten an den Senat. Im Bürgerausschuß hat vielmehr ber Fällen – ich habe mich darüber bei den Ver- Herr Dr. Wichmann selbst seinen Antrag erheblich aud waltungen aller im Bericht erwähnten Krematorien abgeschwächt, so daß er nur noch lautete: ,Die gest erkundigt, aber noch nicht alle Antworten erhalten – Bürgerschaft wolle den Senat ersuchen, schon jett das sind von den Vereinen sehr erhebliche Mittel fun bei Errichtung des neuen Vorwerker Friedhofes in In den Bau beigesteuert, oder sie haben gar aus eigener St. Lorenz die Herstellung eines Krematoriums in ind Kraft die ganzen Baukosten aufgebracht. Auch Anteil- Erwägung ziehen zu wollen."“ Ich weiß nicht, . scheine haben sie ausgegeben oder die Zinsgarantie was im Bürgerausschuß vor sich gegangen ist; ver- Die für die Bausumme übernommen. Nur in zwei Fällen mutlich wird Herr Dr. Wichmann aber befürchtet Plc scheinen die betreffenden Städte aus lediglich öffent- haben, daß er seinen Antrag in der bisherigen Fassung int lichen Mitteln das Krematorium erbaut zu haben, dort nicht durchbringen könne. Offenbar hat der tnt und auch da können — ich habe noch nicht das HBürgerausschuß sich für die sofortige Erbauung eines So ganze Material beisammen + von den Vereinen Krematoriums so weit noch nicht engagieren wollen. hier oder anderen Privaten Garantien gegeben sein. Ein Er konnte es auch wohl kaum, denn das Material, kict Verein, der wie der hiesige nur einen geringen das damals vorlag, war noch weniger vollständig als Op Mitgliedsbeitrag fordert und nichts weiter verlangt das jetzige. Auch das inzwischen von der Kommission dür als ein theoretisches Interesse für die Feuerbestattung, beigebrachte reicht nicht aus, um daraufhin endgültig Zei ist mir selbst dann, wenn er noch mehr als fünks- zu der Frage Stellung nehmen zu können. Und Bet hundert Mitglieder hätte, noch kein Beweis dafür, dazu ist es nicht einmal ganz zutreffend. Um in erh daß das Interesse der Bevölkerung ein sehr leb. dieser Beziehung nur eins zu sagen, so heißt es auf La haftes sei. Dann sagt der Bericht unter 6 der Seite 5 des Berichtes: „Jn Heilbronn, 40 000 Ein- Ein Gründe, daß bei der Anlage und Einrichtung des wohner, dessen Krematorium ebenfalls erst seit Juli best neuen Friedhofes die gleichzeitige Herstellung eines 1905 in Betrieb ist, sind bis Ende vorigen Jahres lag Krematoriums am sschnellsten, zweckentsprechendsten bereits 364 Einäscherungen vorgenommen worden." L und billigsten sich beschaffen läßt. Dieser Grund Ich habe gestern aus Heilbronn von dem dortigen a trifft aber für ein selbständiges Krematorium nicht Verein für Feuerbestattung eine Auskunft bekommen, sich zu, sondern lediglich für das, dessen Grundlage ge: dahingehend, daß es nur ungefähr halb so viel Leichen nel legt werden soll, wenn Sie jetzt die M T7000 be- sind, die dort eingeäschert sind. Jn den ersten fünf willigen. Ein selbständiges Krematorium ist auf alle Vierteljahren sind 78 Einäscherungen vorgenommen, be Fälle teure. Wenn Sie das, statt jezt, erst naeh im lettten Jahre 111, zusammen also 189, nicht mi) einigen Jahren erbauen, wird es doch darum nicht aber 364, und daran sind die Einheimischen nur mit Kri teurer sein als heute, wenn nicht etwa die Preite. 15 und 27 Leichen beteiligt, d. h. mit 23| es steigen, die doch auch wieder fallen können. Und Prozent der Todesfälle. Alle übrigen Einäscherungen we! warum ein selbständiges Krematorium auch zwe. betreffen auswärtige Leichen. Es wird daher auch der entsprechender und schneller jezt solle erbaut werden den übrigen Zahlen des Berichtes gegenüber eine Fi1 können als später, ist mir vollends nicht klar ge. gewisse Vorschristt am Platze sein. Natürlich kann ge worden. Darum halte ich diesen Grund gleichfalls ich nicht kontrollieren, ob die mir mitgeteilten Zahlen ge nicht für beweisend zur Begründung der Notwendig, tatsächlich die richtigen sind; ich kanu nicht mehr tun, we! keit, jetzt ein Krematorium zu erbauen. Unter Ziffer dals Ihnen mein von Ihrer Angabe abweichendes Gr 8 heißt es dann endlich, daß die Bürgerschaft und dWMaterial zur Verfügung zu stellen. ; da) der Bürgerausschuß sich durch die einstimmige Weiter- Dann ist in der Frage 2 gessagt: Ist die Errich- Kr gabe der Anträge an den Senat dafür ausgesprochen tung eines Krematoriums von der Behörde int die qu hätten. Das ist nicht ganz richtig. Sie finden im Hand zu nehmen oder einem Privatverein, eventuell Ue Eingange des Berichtes der Kommission eine Dar- unter Beihülfe des Staates zu überlassen ? Es hat Ei stellung der historischen Entwicklung der Dinge. Da nun aber, glaube ich, noch niemand daran gedacht, mo finden Sie, daß Herr Dr. Wichmann im Juni 1909 daß die Verwaltung des Krematoriums in der Hand sto mit einundvierzig andern Mitgliedern der Bürgerschaft eines. Privatvereins liegen solle. Das würde auch
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