Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

i s > wenn durch den späteren Anbau und Einbau des 1905 sind 99,27 % der Bevölkerung unserer Stadt Krematoriums die Begräbnisfeierlichkeiten erheblich und der Vorstädte christlichen Bekenntnisses. Von als gestört werden könnten, besteht nach Ansicht des den übrigen 0,73 # sind 0,69 % Israeliten und beri Senates in keiner Weise. nur 0,04 %, also ausgerechnet 37 Bewohner, sind Krei Der auf die Bewilligung von M 7000 gerichtete weder Christen noch Israeliten. Die Jsraeliten gebc Antrag des Senates ist in der Versammlung der lassen bekanntlich ihre Toten meist auf dem Fried. aus; Bürgerschaft vom Mai 1906 von fast allen Rednen hofe bei Moisling beiseßen. Ich glaube nicht, daß und bekämpft worden. Die meisten Mitglieder der Kom- das später anders werden wird. Einen erheblichen des mission waren damals Gegner der Vorlage. Es ist Gehrauch von dem Krematorium werden sie jedenfalls hab. daher für den Senat nicht besonders überraschend schwerlich machen, so daß es in der Tat im wesent- wel: gewesen, daß die Kommission jetzt die Ablehnung des lichen nur diese 37 Einwohner sind, auf die Rück- [vii Senatsantrages befürwortet. Aber ich gebe doch die sicht genommen werden soll. Die von mir ange- geb. Hoffnung nicht auf, daß die Bürgerschaft heute den gebenen Zahlen sind unanfechtbar. Denn sie beruhen, erkl Senatsantrag annimmt, und ich schöpfe die Hoffnung wie gesagt, auf der Volkszählung, und zwar auf den selb daraus, daß die Kommission für die Ablehnung des eigenen Angaben der Haushaltungsvorstände. Ich dige Senatsantrages nur einen Grund geltend macht, frage Sie nun: Rechtfertigt es diese verschwindend zu obwohl in jener Versammlung der Bürgerschast eine kleine Zahl wirklich, um ihretwillen die Senatsvor- ganze Reihe von Gründen vorgebracht wurde. Denn lage für nicht angemessen zu bezeichnen, um ihret- Kor ich hoffe, diesen einen Grund entkräften zu können. willen statt des mit der Kapelle verbundenen Krema- wol Es ist zuzugestehen, daß der geltend gemachte Ein- toriums ein selbständiges Krematorium zu bauen? [wen wand auf den ersten Blick etwas Besstechendes hat. Kann diese Minderheit wirklich beanspruchen, daß fit Ich darf mir erlauben, aus dem Kommissionsbericht entweder die Mehrheit ihretwegen auf den ausschließ- te auf Seite 5 unten und Seite 6 oben das zu ver.. lich christlichen Charakter der Kapelle verzichtet, oder, ter lesen, was die Kommission darüber sagt. Es heißt da sie das nicht getan hat und die Kapelle nur wo dort: „Mußte sonach aus den angeführten Gründen Christen zur Verfügung stehen soll, daß man ein selb- fu die Kommission auch bei der zweiten Frage ständiges Krematorium baut, lediglich damit diese ben zu einer Bejahung kommen, so war die Mei- kleine Minderheit es in bezug auf das Krematorium bie nung bei der dritten Frage anfänglich geteilt, ebenso gut hat wie die Christen ? Dem Interesse der I da man meinte, die Errichtung eines Krematoriums Nichtchristen ist, glaube ich, in fast schon mehr als hit am billigsten ausführen zu können, wenn man es ausreichender Weise Rechnung getragen durch die im [u direkt mit der Kapelle verbinden würde. Nachdem Projekt vorgesehene zweite Versenkung und den dazu ge- u aber durch die inzwischen verabschiedete neue Kirch- hörigen Anbau. Ich kann mir nicht denken, daß Sie ve hofsordnung die Kapelle lediglich den Angehörigen dieser verschwindenden Minderheit eine so weitgehende R, christlichen Bekenntnisses reserviert worden ist, so daß Berücksichtigung werden zuteil werden lassen wollen, pa alle Nichtchristen auf die Vorhalle des Leichenhauses und wenn Sie nicht etwa noch andere Einwendungen fol als Trauerhalle angewiesen bleiben und die Ver.. haben als diese eine, dann vertraue ich, daß Sie die § senkung des Sarges bei Bestattung von Nichtchristen Senatsvorlage annehmen werden. Jch bitte Sie, Üb von dem ungeschützten Vorhallenanbau hinter der dabei nicht außer acht zu lassen, daß die vorgeschlagene bia Kapelle stattfinden müßten, wie es in dem zweiten Lösung des Baues eines Krematoriums doch auch, jp Projekte des Baudirektors vorgesehen ist, erschien es wenigstens für die 99,27 Prozent der Bevölkerung, ): der Kommission nicht angemesssen, bei der Trauer.. ihre ganz besonderen Vorzüge hat. Denn es wird [.! feier eine so ungleiche Behandlung zwischen den nicht geleugnet werden können, daß es den zum christ- pon Angehörigen christlichen Bekenntnisses und Anders- lichen Bekenntnis Gehörenden lieber sein wird, wenn D gläubigen stattfinden zu lassen." Das ist der Grund, die Versenkung des Sarges mit der Leiche direkt von f ! mit dem die Kommission den Antrag des Senates der Kapelle aus erfolgt, als wenn sie erst nach der la abzulehnen empfiehlt. Die Herren der Kommission Feier aus der Kapelle nach dem Krematorium hin- jut scheinen sich aber nicht genügend klar gemacht zu haben, geschafft wird, oder wenn, um dem zu entgehen, die ch; wie klein die Minderheit in der Bevölkerung ist, in Feier in dem selbständig erbauten Krematorium ver- fh deren Interesse die Allgemeinheit genötigt werden anstaltet werden muß, welches mit christlichen Emblemen j soll, größere Aufwendungen zu machen, als erforder-. nicht ausgestattet sein wird. Endlich ist der vom S lich wären, wenn auf die Minderheit keine Rücksicht Senat gemachte Vorschlag auch der billigste Weg, s genommen würde. Wieviel Christen haben wir denn um zu einem Krematorium zu gelangen. Denn eim I in Lübeck? Nach der Volkszählung vom 1. Dezember selbständiges Krematorium wird erheblich mehr kosten 2 ' 6.8
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