Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

N Verhandl. d. Bürgerschaft am 15. April 1907. Mann seine Pflicht und Schuldigkeit getan hat, in bezug auf die Pension im Verhältnis zu ihrer sollte der Staat das nicht ausnützen, daß der Mann Einnahme besser gestellt würden als die Beamten nebenbei eine Rente bezieht. Ich beantrage dahee, fselbst. Es muß alles seine Ordnung haben, auch in daß statt des Betrages von M 460,80 ein solcher diesem Falle. Ich glaube, die Leute, die dem Staat von At 600 eingesetzt wird. so lange gedient haben und eine zu ihren Einnahmen Senator Dr. Esche n b urg: Ich empfehle, daß im Verhältnis stehende Versorgung bekommen, werden Anträge dieser Art gleichmäßig behandelt werden. dem Staate dankbar dafür sein, daß sie sie erhalten. Seit Jahren ist solchen Personen, die keinen Anspruch Thiele: Ich bin für den Antrag Bruns. Ich auf Pension haben, eine Altersunterstüßzung zwar meine, was hat der Mann verdient? Aufgespart nicht versagt, aber die Invalidenrente oder eine ähn-. kann er nichts haben, und M 600 wären das wenigste, liche Rente abgezogen. Es wäre unbillig gegen was wir bewilligen sollten. Der Mann hat 23 Jahre zahlreiche Angestellte gehandelt, wenn man heute lang dem Staate gedient. Ich bitte Sie, den Antrag anders verfahren wollte. Wir müssen bei dem bis. Bruns anzunehmen. herigen Verfahren bleiben. Der Antrag Bruns wird hierauf abgelehnt und Bruns: Ich bin der Ansicht, daß, wenn man die Senatsvorlage unverändert angenommen. jahrelang die Leute unrecht behandelt hat, man Zum achten Senatsantrag ergreist das Wort keinen Grund hat, hier ebenso zu handeln. (Leb- Senator Dr. St o o ) 8 : Die Kommission hat hafter Widerspruch.) die Ablehnung des Senatsantrages beantragt und Senator Dr. Neu ma n n : Von einer unge- ferner, das Ersuchen an den Senat zu richten, der rechten Behandlung des Holzvogts Humberg kann HBöürgerschaft demnächst eine Vorlage auf Errichtung keine Rede sein, ebenso wenig wie bei denjenigen eines Krematoriums auf dem neuen Friedhofsgelände Angestellten, die früher in ähnlicher Weise behandelt in Vorwerk entgegenzubringen. Der Bericht befaßt sind. Herr Bruns vergißt, daß diese Leute keinerlei sich aber IENO E Anspruch auf Altersunterstütung haben und daß der dieses Ersuchens, nur ganz wenige Drutkzeilen auf Staat, wenn er ihnen trotzdem eine solche Unter- Seite 6 mit der Senatsvorlage und ihrer Ablehnung. stüzung gewährt, aus freiem Entschlusse ein übriges Da ich hier vor allem den Antrag des Senates zu tut. Daß man bei dieser Sachlage die Einnahmen, vertreten habe, werde ich mich zunächst mit dem die diese Personen etwa noch aus anderen Quellen hierauf bezüglichen Teile des Berichtes der Kom- beziehen, bei der Bemessung der Altersunterstützung mission zu befassen haben. Die Kommission ist für berücksichtigt, ist doch selbsstverständlich. Die Un- die alsbaldige Erbauung eines Krematoriums ein- billigkeit würde erst anfangen, wenn man heute den getreten. Über den Bau einer Kapelle auf dem Holzvogt Humberg anders behandelte, wie seine Vorwerker Friedhof besteht, soweit ich erkennen kann, Kollegen früher behandelt worden sind. zwischen Senat und Bürgerschaft ein Meinungs- Dobberstein: Herr Bruns hat recht, wenn unterschied nicht. Zweifelhaft ist nur die Art und er sagt, der Holzvogt Humberg habe Invaliditäts- Zeit der Errichtung des Krematoriums und die marken geklebt und infolgedessen ein Anrecht auf die Frage nach den Mitteln, aus denen es erbaut werden Altersrente. Herr Bruns vergißt aber, daß der sjaoll. Was nun diese Fragen anlangt, so hat der Holzvogt Humberg kein Recht auf Pension hat. Senat die Erbauung eines Krematoriums in Ver- Der Staat ist aber so freundlich, diesem Mann, der bindung mit der Kapelle beantragt und dies für die für ihn gearbeitet hat, der aber kein Recht auch auf gzweckentsprechendste Lösung angesehen. Der Senat nur einen Pfennig Altersunterstüzung besigt, eine hat daher diejenigen Mittel bei der Bürgerschaft solche in Höhe von / 600 zu garantieren. In eingeworben, die, wenn man. diese Lösung der Frage diese Summe ist die Rente, die er von Reichs wegen billigt, schon jetzt erforderlich sind. Denn später bezieht, einbegriffen. Es ist schon von seiten des. wäre diese Lösung, wenn man sie überhaupt will, Herrn Senatskommissars gesagt, daß es einem allen gar nicht mehr oder doch nur mit ganz unverhältnis- Brauch von Rat und Bürgerschaft entspricht, nicht mäßig großen Mehrkosten möglich. Die Ausführung über diesen Saß zu gehen. Vergegenwärtigen wir des Senatsplanes, die Unterkellerung der Kapelle, uns doch einmal, was für Einnahmen denn dieser sichert aber für alle Zeiten die Möglichkeit, früher Mann bisher bezogen hat. Ich glaube, daß die oder später mit dem für die Schaffung eines würdigen Einnahmen, die er gehabt hat, unbedingt in einem Krematoriums verhältnismäßig geringen Koltenauf- Verhältnis zu dieser Altersversorgung zu bringen wand von rund / 27 000 ein Krematorium zu sind, die er jezt erhalten soll. Was würden die erlangen. Die Gefahr, von der früher die Rede Beamten sagen, wenn die Arbeiter und Holzvögte war und die auch im Bericht angedeutet ist, als 1 6!
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