Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

46 baurat Launer behauptet, die Sache ist einwandsfrei, ' Wert legen. Wenn die Vorlage heute abend ange- id können wir sagen, wir haben alles getan, was in nommen wird, sollte der Bau so beschleunigt werden, j. unsern Kräften steht. Eine absolute Sicherheit für daß zu jener Zeit die ersten Aufführungen stattfinden w das Publikum beim Ausbruch eines Feuers werden können, das läßt sich zweifellos erreichen; nur bin S Sie nie bekommen, auch wenn Sie das Theater ganz ich zweifelhaft darüber, ob es möglich ist, wenn wir az frei bauen. den Bau durch unsere Baudeputation ausführen do Ich erinnere Sie an den Theaterbrand in Chikago. lassen. In der ersten Senatsvorlage wurde ausge- al Das Theater war vollständig feuersicher gebaut, führt, daß man am besten täte, den Bau einer an- fu trogdem kam das Unglück zustande, weil die vor. gesehenen Architektenfirma zu übertragen, weil man ei handenen Einrichtungen nicht benutzt wurden. Darauf dann am s’cnellsten zum Ziele komme. Das ist gi werden wir den Hauptwert legen müssen, daß durch auch meine Ansicht. Herr Heinsohn schien, soweit K die Benutzung der Einrichtungen, die da sind, die ich ihn verstanden habe, nicht dafür zu sein, weil er gi genügende Sicherheit gewährleistet wird. Diejenigen wünscht, daß auch die Lübecker Handwerker mög- hi Herren, die sich mit der Frage des Theaters genau lichst beim Bau berücksichtigt werden. Dem steht ai beschäftigt und die Sache genau verfolgt haben, nach meiner Überzeugung nichts im Wege, auch wenn he werden zu der Überzeugung kommen müssen, daß man den Bau durch eine Spezialfirma ausführen ai das, was hier vorgelegt wird, sicher allen Ansprüchen läßt. Aus der Beschreibung, die ich über den w genügen wird. Ich sage mit voller Überzeugung Theaterbau in Dortmund gelesen habe, geht hervor, ei allen Ansprüchen, nicht nur denen der oberen daß Herr Professor Dülfer auch dort die Gewerbe- L Klassen der Bevölkerung, sondern auch denen der treibenden der Stadt in jeder Weise zu den Bau- v' mittleren und unteren Klassen. Herr Wisssell, der arbeiten herangezogen hat. Ich möchte empfehlen, d vorhin für diese Klassen so warm eintrat, wird sich hier in ähnlicher Weise vorzugehen wie in Dort- lc vielleicht erinnern, daß er mich vor einiger Zeit, als mund, um die Fertigstellung des Baues bis zum br er mich in einer andern Angelegenheit aufsuchte, Herbst 1908 nach Möglichkeit zu sichern. Das ist n gerade mit dem Studium der Theaterpläne beschäfstigt. das eine, was ich sagen wollte. Meine zweite An- el fand. Ich sagte ihm, ich bedauerte, daß wir unser rege betrifft folgendes: Wenn wir heute die Theater- Y Theater nicht so bauten wie das Schillertheater in vorlage, wie ich erwarte, annehmen, dürfen wir keine Charlottenburg. Wie gesagt, war ich damals mit Zeit verlieren, uns darüber schlüssig zu werden, wie dem ersten Studium der Pläne beschäftigt. Als ich wir den Betrieb des Theaters einrichten wollen. Der . mich genauer in sie vertiefte, bin ich zu der Über. Senat sagte vor zwei Jahren in seiner Vorlage: Ú zeugung gekommen, daß dieses Projekt auch deswegen Die Frage, ob das Theater in städtische Verwaltung k. sehr annehmbar erscheint, weil es gerade die For- zu nehmen oder aber zu verpachten sein wird, muß . derungen, die Herr Wissell stellt, in ausgezeichneten späterer Entscheidung vorbehalten bleiben. Es wird l Maße erfüllt. Sie dürfen nicht annehmen, daß nur zunächst abzuwarten sein, ob die von Theaterfreunden die 166 Plätze des oberen zweiten Ranges für die gehegte Erwartung, daß die Bildung einer Betriebs- mittlere Bevölkerung vorhanden sind, durchaus nicht! gesellschaft mit hinreichend starkem Kapital gelingen Alle Plätze sollen auch der mittleren Bevölkerung werde, sich erfüllt. Inzwischen sind zwei Jahre ver- zugänglich sein und es kommt vor allen Dingen flossen. Die kapitalkräftige Gesellschaft ist noch nicht darauf an, daß alle Plätze so eingerichtet sind, daß gegründet, und ich bezweifle auch, daß sie so schnell man von ihnen bequem auf die Bühne sehen kann, gegründet wird, um bis zum Oktober 1908 den und das ist in vorzüglicher Weise vorgesehen. Sie HBetrieb des Theaters übernehmen zu können. Ich werden bei diesem Theater das Zusammenfassen des halte es aber für notwendig, daß die Frage der gesamten Publikums zu einer Einheit und zu volks- Leitung des zukünftigen Theaters schon während des : tümlichen Vorstellungen viel besser erreichen können Baues erledigt wird. Sie haben in der Theaterbau- als bei den meisten anderen Theatern. Ich glaube, kommission niemand, der in bezug auf den Theater- wenn man ein Bedenken aussprechen will, so müßte betrieb sachverständig wäre. Bis jetzt hatten Sie es im Gegenteil lauten, daß für die oberen Zehn- zwei auswärtige Sachverständige zur Verfügung. tausend nicht genügend gesorgt sei, denn im ersten Während des Baues müssen wir schon den zukünf- Range finden Sie nur genau eben so viele Logen, tigen Theaterdirektor haben, damit seine Wünsche wie sie auch in unserem alten Theater vorhanden und Anregungen, deren Erfüllung für die Praxis waren. Troßdem hoffe ich, daß der Antrag des unter Umständen von sehr großer Bedeutung ein Senates mit möglichst großer Majorität angenommen kann, noch berücksichtigt werden können. Das läßt ivird und daß wir im Oktober 1908 im neuen sich aber nur machen, wenn die Personalfrage schnell Theater spielen können. Darauf müssen wir großen erledigt wird, und da komme ich auf das letzte, was
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