Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

.., ê Verhandl. d. Bürgerschaft am 4. Februar 1907. in der Erwägung, daß man in erster Linie das nachher im Seminar sehr tüchtige Zöglinge gehabt Seminar als eine Ausbildungsanstalt für zukünftige haben gerade aus Volksschulen, nicht nur aus Lübecker, Volksschullehrer betrachtet wissen und alles beseitigen sondern auch aus vielen einklassigen Volksschulen wollte, was diesen Zweck beeinträchtigen könnte. vom Lande. Fragen wir uns, welche Schüler denn Auch in diesem Punkte bitte ich die Herren, den aus diesen Schulen kommen, so sind es nur die be- Bericht der Kommission und die weitere Verhand- gabtesten und besten. Auf dem Lande ist es gewöhn- lung im Bürgerausschusse abzuwarten. lich so, daß der Ortsgeistliche auf einen solchen Wisssell: Nur eine ganz kurze Bemerkung. Es Knaben aufmerksam wird und aus ihm etwas macht. ist gesagt worden, die Sache, die wir besprochn Dann kommt der Junge wohl mit Lücken im Wissen haben, stehe eigentlich nicht auf der Tagesordnung. in die Anstalt, holt das Versäumte aber bald ein Es liegt uns heute der Antrag vor, die Präpa- durch seine geistige und körperliche Kraft. Die Zahl randenanstalt mit dem Seminar zu einer einheitlichen aber der Schüler aus den Volksschulen ist sehr gering. sechsklassigen Anstalt zu vereinigen. Das ist ein prin- Das Gros. der Zöglinge ist seit Jahren aus der zipieller Antrag, und ich meine, wenn wir diesen Mittelschule gekommen, früher aus der ersten Klasse, Antrag hier zum Beschluß erheben wollen, müssen in den legten Jahren aus der zweiten Klasse. Wenn wir auch über die Sache selbst sprechen. Dazu Sie die Zahlen einander gegenüberstellen, werden gehört aber sowohl das, was Herr Schulmerich, als Sie doch finden, ich hätte es sonst nicht gesagt, daß auch das, was nachher ich und die anderen Herren es nur wenige sind, die aus der Volksschule stammen. angeschnitten haben. Wir haben uns so eng an die Darum möchte ich wünschen, daß von der Behörde Tagesordnung gehalten, wie wir uns nur halten Maßnahmen getroffen würden, diesen tüchtigen, in können und sind in keiner Beziehung von ihr abge- der Zahl aber wirklich sehr gering bemessenen Kräften wichen. Wenn vom Senatstische gesagt ist, es be- den Zugang zur Präparandenanstalt nicht zu er- träfe dieser Antrag nur die baulichen Veränderungen, schweren. Mittel und Wege ließen sich in der Be- so wüßte ich nicht, welcher Grund vorlag, diesen gziehung schon finden. Von Herrn Wissell wurde prinzipiellen Antrag vorweg zu nehmen. Man hätte auf die Vereinigung der Präparandenanstalt mit dem dann doch ruhig die baulichen Veränderungen bean- Seminar hingewiesen. Es ist diese Frage von ihm tragen können, aber über das Grundprinzip noch bhmgeregt, und daher will ich ruhig darauf antworten. keine Entscheidung herbeiführen sollen. Wenn irgend etwas nötig ist, so ist es diese Ver- Bödeker: Ich hatte die Absicht, heute zu einigung. Es sprechen recht viele Gründe dafür, dieser Sache nicht zu sprechen, weil der Bürgeraus- einmal das Haus in der Beckergrube. Wenn Sie schuß sich noch eingehend mit der Frage der Lehrer- sich das Gebäude einmal ansehen, werden Sie sofort bildung zu beschäftigen hat. Da ich aber im Jahre sagen, daß es für die Präparandenanstalt nicht paßt. 1898 auf Anordnung der Oberschulbehörde die Es ist geradezu unmöglich, noch längere Zeit darin Reorganisation der hiesigen Präparandenanstalt habe den schon erwachsenen Menschen den Unterricht er- durchssühren müssen, darf ich Unrichtigkeiten nicht teilen zu lassen. Dann sprechen für die Vereinigung durchgehen lassen. Herr Hempel sprach von einer aber auch innere Gründe. Wir haben in Lübeck Berechtigung der Volksschulen. Ene Berechtigung nur ein Lehrerseminar und eine Präparandenanstalt. für die Aufnahme existiert überhaupt nicht mehr. Es kommt ferner für uns hinzu die finanzielle Frage, Was Herr Schulmerich dem gegenüber anführte, ist die Frage, wie wir am billigsten arbeiten. Wir auch nicht richtig, denn die Bestimmungen bestehen arbeiten doch entschieden am billigslen, wenn wir nicht mehr und sind veraltet. Die Bestimmungen nicht zwei Anstalten mit Lehrern auszurüsten haben, sind damals durch Beschluß der Behörde auf meinen sondern wenn wir eine zusammenhängende, geschlossene Antrag aufgehoben, weil sich Unzuträglichkeiten her- Anstalt haben. Dieser finanzielle Standpunkt ist ausgejtellt hatten. Die Bestimmungen sind heute jedenfalls sür die Bürgerschaft sehr wichtig. . Der sehr einfach. Derjenige, der in die Präparanden- Zusammenschluß ist aber auch für den Unterrichts- anstalt aufgenommen werden will, hat ssich einer betrieb wichtig, denn in einer sechsstufigen Anstalt Prüfung zu unterziehen, deren Ausfall entscheidet, läßt sich viel besser der Fachunterricht durchführen ob er aufgenommen wird oder nicht. So laute. als es in zwei getrennten Anstalten möglich ist. heute die Bestimmung, und von Berechtigungen kann Wenn Sie auf Preußen hinweisen, trifft das nicht nicht die Rede Fein. "Dann wurde hingewiesen auf zu. Da liegen verschiedene andere Gründe vor. Sie die Zahl der Volksschüler, die in die Präparanden- werden jetzt aber viele Seminare finden, die, wenn anstalt eintreten. Das eine gebe ich zu, und mit auch nicht so eng verbunden, neben sich eine Prä- Freuden, daß wir in der Präparandenanstalt und parandenanstalt haben. Sehr viele kleine Orte in | f
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.