Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

6 ZL kam dabei in gehaltvollen Reden zum trefflichen Verwirklichung nähergerückt wurde und dann zu Ausdruck. Ostern 1807 zur Ausführung gelangte. Besonders Eine der besten Gaben, die zu diesem Feste bein. interessant ist dieser Abschnitt dadurch, daß er auf gesteuert wurden, bildet die in der Überschrift dieses. Seite 7 und 8 den von Petersen entworfenen Orga- Artikels genannte Festschrift, die von dem Seminar- nisationsplan für die neue Anstalt enthält und direktor Dr. Möbusz im Auftrage der Oberschu l-. weiterhin den Lehrplan und die Verteilung des Lehr- behörde verfaßt worden ist. Sie ist zwar eine Ge- stoffs auf die beiden Klassen bringt. Auch liest man legenheitsschrift; aber sie ist weit mehr als das, hat gern die Namen der Männer, die den ersten Unter- doch der Bearbeiter bei ihrer Abfassung ein sorge richt erteilten. Mit einer Aufzählung und Charak: fältiges Quellenstudium der lübeckischen Schulgeschichte terisierung der ersten Schüler schließt dieser Abschnitt. getrieben und ein Werk geschaffen, das zuverlässig Der dritte Abschnitt handelt von der Aus. das Werden und Wachsen, das ganze innere Leben bildung des ersten Seminarkursus in der Zeit von unserer Lehrerbildungsanstalt von ihren ersten An- Ostern 1807 bis dahin 1809. Hier wird zuerst fängen bis auf die Gegenwart darstellt. Das Buch der Stundenplan mitgeteilt, worauf dann die auf hat nicht nur für unser lübeckisches Schulwesen, Grund der noch vorhandenen Jahresberichte und sondern auch für die allgemeine Schulgeschichte des Konferenzprotokolle zusammengestellten Lehrberichte weiteren Vaterlandes Bedeutung und verdient der einzelnen Vorsteher sowie deren Beobachtungen es, daß seiner auch in diesen Blättern ehrenvoll ge. jüber Fortschritte und Führung der Seminaristen dacht werde. und die Angaben über die benutzten Lehrbücher Auf 210 Seiten kommt der Inhalt in acht folgen. Auch wird des Einflusses Erwähnung getan, größeren Abschnitten zur Darstellung. Außerdem den das Seminar bereits in jener Zeit auf das finden sich auf einem Blatt die Bildnisse der bis- Schulwesen unserer Stadt ausübte, sowie fernerer herigen Seminardirektoren, und anhangsweise werden Zuwendungen des oben genannten Brauers Spiller noch zwei Abbildungen gebracht von dem ehemaligen und der Witwe Fargau. und dem jetzigen Seminargebäude. Am umfangreichsten und wichtigsten ist der vierte Der erste Abschnitt behandelt die Vorgeschichte HAbschnitt des Buches, behandelt er doch die weitere des Seminars. Es wird hier der Blick auf den Entwicklung des Seminars von 1809 bis 1903, traurigen Zustand gelenkt, in dem sich unser Schul- also bis zu seiner Verstaatlichung. Es ist hier die wesen am Ende des 18. Jahrhunderts befand, und Rede von der Vorsteherschaft, von der Stellung des es wird nachgewiesen, daß hierin der Anlaß zu einer Seminarvgrstandes, von der Beziehung des Seminars besseren Lehrerbildung und zur Gründung des zur „Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätig- Seminars gelegen hat, nicht aber, wie vielfach ge- keit“ und zu den staatlichen Behörden, von der Fre- glaubt wird, erst in den schlimmen politischen Ver. quenz der Seminarkurse, den Klassenverhältnissen, hältnissen unseres Vaterlandes und unserer Vaterstantt dem Schullokal und den verschiedenen Ordnungen, im besonderen zu Anfang des vorigen Jahrhunderts. welche den inneren Betrieb der Anstalt regelten. Die (s wurden von 1792 bis 1806 allein 28 Vorträge Darstellung gerade dieses lezten Stückes ist für alle pädagogischen Inhalts in der „Gesellschaft zur Be- lübeckischen Lehrer lesenswert und wohl besonders förderung gemeinnütziger Tätigkeit“ gehalten, die ein interessant, mögen sie dem Seminar als Nehmende beredtes Zeugnis für das Interesse ablegen, welches. oder vereinzelt auch als Gebende angehört haben. die Zeitgenossen an der Hebung der Schule nahmen. Es berührt wohltuend, daraus zu ersehen, daß es Männer wie Behn, Schinmeyer und Ziet, offenbar in unserer Vaterstadt allezeit Schulmänner gegeben beeinflußt durch die pädagogischen Schriften Rousseaus, hat, die sich in uneigennütziger Weise in den Dienst Basedows und des edlen Domherrn v. Rochow, der Lehrerbildung gestellt und diese zu der Höhe machten dann Vorschläge zu einer besseren Lehrer geführt haben, die unter den gegebenen ungünstigen bildung. Doch erst den Bemühungen des Predigers Verhältnissen zu erreichen war. Ausführlich bespricht Petersen gelang es, durch Gründung eines Seminars der Verfasser von Seite 93 an die Vorbildung der einen Umschwung in der Lehrerbildung herbeizuführen. Seminaristen und legt dabei auch die Wandlungen Von der Entstehung des Seminars berichtet der dar, welche die Präparandenanstalt in ihren ver zweite Abschnitt. Verfasser zeigt hier, wie gründ- sc
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