Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

551 gion anderswo. Die Klagen werden aus allen Kreisen sechs Milliarden betrug, hat sich heute auf mehr hnen gewissermaßen hinausgerufen in die Welt. Der als zwölf Milliarden ausgewachsen. Und man muß phie, Kaufmann und der Fabrikant beklagen den hohen agen, bei diesen Riesensummen ist nach dem heutigen den), Diskont. Sie müssen ihn zahlen für die vielen und Zahlungssystem ein enorm hoher Geldbedarf not- großen Summen, die sie nötig haben für den Ein- wendig. chul: kauf der Rohstoffe, die sie für ihre Betriebe gebrauchen. Wenn ich noch kurz die Frage streifen darf: Der Handwerksmeister beklagt vielleicht, daß unter wer hat Vorteil von dem hohen Zinsfuß ? so muß wick: der herrschenden Geldteurung die Rechnungen weniger ich sagen, doch nur sehr wenige, die Banken in der elche gut eingehen als früher. Der Rentier sieht seit Hauptsache nicht so wie man glaubt, den Nuyen elche länger denn zwölf Monaten ängstlich auf den Kurszettel davon haben, denn was die Banken an Zinsen hat, und erinnert sich wehmütig der längst verschwundenen mehr einnehmen, müssen Sie größtenteils auf M. Tage, wo die dreiprozentige Lübeckische Staatsanleihe Effekten wieder abschreiben, wobei zurzeit recht tes: fast pari stand. Der Hauseigentümer findet plöglih, erhebliche Kurseinbußen vorhanden sind. Auch ange zum Quartal eine Kündigung der Hypotheken in diejenigen, die Hypotheken gegeben, haben nicht rung seinem Hause vor und er kann von Glück sagen, wem die richtigen Vorteile, weil Hypotheken ja oft rister ihm die Hypotheken zu erhöhten Zinsen belassen cauf längere Zeit geschlossen werden und mithin der nete. werden. Auch der Mieter muß die Konsequenzen aus Hinsfuß dafür nicht unmittelbar erhöht werden kann. mer. der Geldteurung ziehen, denn der Hauseigentimer Es ist also nur eine kleine Klasse, die Nuten inter sagt sich, warum soll ich allein diese Zinserhöhung davon hat. Und da fragt man sich dann, ist denn seine leisten, ich werde sie, soweit es irgend möglich, aaf nicht genug Geld vorhanden; wo ist das Geld ge- elöst meinen Mieter abwälzen. blieben, das für die erhöhten Ansprüche notwendig hsten Meine Herren, unter diesen Umständen ist der isté Genügen die Mittel, die wir im Deutschen n it bestehende hohe Zinsfuß zu einer wahren Kalamität Reiche an ausgeprägten Goldmünzen, an Noten der form h tyty k bett ßitefuh â d ht z ift walt Reichsbank haben, überhaupt ? Ja, meine Herren, die ätter sr die weitesten Kreise geworden unh. es ist wo Goldausmünzungen sind seit ungefähr 30 Jahren sehr iinar htgebracht. der Ursachen einmal nachzuforschen, weshalb erheblich gestiegen, von zwei Milliarden auf über t gerade bei uns im. Deutschen Reiche seit länger pier Milliarden Mark. Außerdem gibt die Reichsbank die denn einem Jahre mit einer verhältnismäßig hohen noch Banknoten aus in dem eh großen, Betrage ägen Zinse zerechzet utdet uh : , von 1700 Millionen Mark. Wo bleiben nun alle nsche . Sie erinnern, daß im Dezember vorigen Jahres diese ungeheuren Summen ? Es erweckt doch Nach- eiben die Reichsbank sogar gezwungen war, ihren Diskont denken zu fragen, in welche Kanäle sie fließen? gab: auf sieben Prozent zu erhöhen. Auch im laufenden Und man kommt unwillkürlich zu der Auffassung, idert Jahre wird vielleicht noch eine Erhöhung stattfinden daß angesichts so hoher Summen, wenn sie heute gabe, müssen. Ich hoffe aber, daß der Diskont, wenn er nicht genügen und direkt zu einer Erhöhung des lden, überhaupt eine Erhöhung erfahren sollte, nicht die Zinsfußes führen, doch im Zahlungssystem bei uns ES ccIIiaÀÀ…l.= u e E . reude wirklich schwer, sie einheitlich zusammenzufassen, empfiehlt auf Abhilfe zu : ' denn es trifft zuviel zusammen, um zu einem klaren Man fragt sich unwillkürlich, wenn die Mittel Urteil zu kommen. für die Allgemeinheit nicht reichen und wenn der . Man beklagt ja in der ganzen Welt den hohen Verkehr dies absorbierte Geld von zirka vier Zinsfuß. Wir leben seit zwei Jahren, wie Ihnen Milliarden Mark nicht hergibt, woher soll der Zahl- M bekannt, in einer Hochkonjunktur. Die Preise aller pflichtige dann das weiter benötigte Geld nehmen ? Er Waren sind gestiegen, und für ein Quantum Ware, hat dann immer nur ein Mittel, er geht an die das in srüherer Zeit vielleicht nur mit \ 10 000 Banken und diese gehen wiederum an die Reichsbank. bezahlt zu werden brauchle, müssen heute vielleicht Die leßtere muß also unter allen Umständen das M 12 000 und ./ 15 0VO aufgewandt werden. Das legitime Geld schaffen, und wenn die Ansprüche zu ; Deutsche Reich hat sich seit 30 Jahren an Volkszahl groß werden, ja, meine Herren, was ist die Kon- von 40 auf 60 Millionen vermehrt. Der Wohlstand sequenz? Die Reichsbank ist notwendig gezwungen denn hat sich in unserm deutschen Vaterlande kraftvoll ge. ihren Zinsfuß zu erhöhen, um ihren Goldbestand zu Welt hoben, nicht zum wenigsten beim Arbeiterstand, wo er s<üten und um das richtige Verhältnis zwischen n be durch höhere Löhne dokumentiert wird. Kommunen der emittierten Notensumme und ihrem Bestand an z im und Bundesstaaten gehen an den Geldmarkt, um Reichsmünzen herzustellen. Meine Herren, halten wir denn Anleihen für wichtige Kulturbedürfnisse aufzunehmen. die Summe von 3000 Millionen Mark Gold und Unser auswärtiger Handel, der vor 30 Jahren 1700 Millionen Mark Noten einen Augenblick fest. Ich
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