Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

5Z6 beschluß eine Kommission damit beauftragt, „die Reorganisierung seines Schulwesens einleitete, eine Frage über die Stellung des Seminars zur Gesell.. Aufsicht über das Seminar auszuüben. Das 1864 schaft und die Möglichkeit, seine Capitallen dem eingesetzte Oberschulkollegium mahnte die Vorsteher Willen des Testators gemäß zu verwenden, nach allen schaft, „die Jahresberichte über die Schulen der darüber vorhandenen Akten zu durchsuchen.“ Diese Gesellschaft, sowie namentlich auch über das Schul. beantragte 1867, a) „daß die dem Seminar bestimmten lehrer-Seminar, welche seit einigen Jahren dem Ober- Vermächtnisse auf der Legatentafel verzeichnet und Schulkollegium nicht mehr eingereicht sind, künftig die Capitalien des Seminars fortan in die jährliche demselben regelmäßig wiederum zugehen zu lassen." Generalrechnung aufgenommen werden,“ und b) „daß Und stärker trat der bestimmende Einfluß des Staates an dem Gefellschaftsbeschluß vom Jahre 1809, wonach auf das Seminar hervor, als 1875 der erste lübeckische die in Frage stehenden Capitalien (von coll. 12000 #) Schulrat, Dr. Schröder, seine Tätigkeit aufnahm, dem Seminar zuzuwenden sind, unverändert fesité. der nach dem Rat- und Bürgerschluß vom 27. April zuhalten sei." Dem stimmte die Deliberations. 1874 „auch für den Fall, daß das Schullehrer- versammlung auch zu. Von 1891 an hat die Ge- seminar in eine staatliche Anstalt umgewandelt wer- sellichaft, als die Kosten des erheblich erweiterten den sollte, dessen Leitung zu übernehmen“ hatte. Unterrichtbetriebes aus dem Seminarvermögen nicht. Zwar war diese Frage damals noch nicht brennend, mehr bestritten werden konnten, sogar eine jährliche zumal der Schulrat 1877 auf Wunsch sich der Vor- Beihilfe von / 1000 gezahlt. steherschaft des Seminars als Mitglied anschloß Ungleich wichtiger aber für das Seminar als und so Gelegenheit fand, auf die inneren Verhält- diese „Äbhängigkeitsfrage“", ja direkt auch das Inter- nisse und die Entwicklung der Anstalt einzuwirken. esse weitester Kreise herausfordernd, war eine zweite, Aber mit ihrer Unabhängigkeit den staatlichen Be- die allmählich auftauchte: die Verstaatlichung des hörden gegenüber war es doch mehr und mehr vor- Instituts oder doch die nähere Beziehung des bei, da nun das Oberschulkollegium teils selber Seminars zu den staatlichen Behörden. Auch diese Vorschläge in bezug auf die Organisation des Frage mußte notgedrungen kommen, sobald sich der Seminars machte, teils forderte, daß ihr alle hier- Staat auf seine Aufgaben und Pflichten in bezug auf bezüglichen Maßnahmen seitens der Vorsteher auf den Unterricht der Jugend besann. Das natür- scaft zur Genehmigung unterbreitet würden. Fest- liche Interesse des Staates an einem den An- gelegt wurde dieser Zustand in dem Unterrichts- forderungen der Zeit entsprechenden Schulwesen, geseß von 1885, in dem der Artikel 86 bestimmt: das die Jugend befähigt, dereinst als vollwertige. „Das von der Gesellschaft zur Beförderung gemein- Glieder sich in dem Staatsorganismus zu betätigen, näügiger Thätigkeit gegründete Schullehrer-Seminar mußte sich auch auf die Ausbildung der Jugend- vertritt bis auf Weiteres die Stelle eines öffentlichen erzieher, also auf das Seminar erstrecken. Er mußte Lehrer-Seminars, die von dem Vorsstande desselben sich einen maßgebenden Einfluß auf die innere Ein. zu erlassenden Ordnungen für Aufnahme- und Ent- richtung desselben, auf Unterricht und Lehrziele ver- lassungsprüfungen des Seminars unterliegen der schaffen und ~ wenn von privater Seite die Mittel Bestätigung der Oberschulbehörde. In der aus den nicht mehr aufgebracht werden konnten, die ein mit Mitgliedern des Vorstandes gebildeten Commission der Entwicklung der Zeit schritthaltendes Seminar für die Entlassungsprüfungen führt der Schulrath als erfordert – selbst die Ausbildung seiner Lehrer in Commissar der Ober-Schulbehörde den Vorsitz. Der die Hand nehmen. Das mußte, wie gesagt, note Vorstand des Schullehrer-Seminars hat der Ober- wendig kommen. Und so hatten sich schon in der sculbehörde alljährlich über seine Thätigkeit Bericht „Konfliktszeit‘ 1846 die Vorsteherschaften des zu erstatten.“ Aber wenn die Behörde so auf der Seminars und der Gesellschaft in kluger Einsicht in einen Seite dem Seminar an Rechten nahm, hat sie dem Wunsche geeinigt, das Seminar dem Staate zur ihm auf der andern Seite auch wiederum sehr Übernahme anzubieten. Es waren auch schon ge- wichtige Berechtigungen erwirkt: die Anerkennung der naue Bestimmungen ausgearbeitet worden, „welche Entlassungszeugnisse in Preußen durch die an bei einer Übernahme der Oberaufsicht über das 17. August 1888 „mit der Königlich Preußischen Schullehrer-Seminar durch eine Staatsbehörde zu Regierung getroffene Vereinbarung wegen geget treffen sein durften." Die Deliberationsversammlung seitiger Anerkennung der Zeugnisse für Volksschul- der Gesellschaft am 21. April 1846 lehnte jedoeh lehrer und Lehrer an Mittelschulen und wegen H' die Anträge der Vorstcherschaft auf Verstaatlichung lassung Lübeckischer Lehrer zu den Prüfungen für der Lehrerbildungsanstalt rundweg ab. ; Lehrer an Mittelschulen in Preußen,“ sowie die Aber allmählich fing nun der Staat an, der in Berechtigung zur Ausstellung von Zeugnissen für den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die den einjährig-freiwilligen Militärdienst am 30. Jun!
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