Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

270 welche Schwierigkeiten sie überwinden mußte, welche könne, ohne wie bisher durch Gumnmihandel seine Genüsse sie mit sich brachte; und er erreichte seinen Existenz sichern zu müssen. Die erforderlichen Mittel Zweck, in dem Zuhörer ein Bild des Buschlebens betrügen die relativ sehr geringe Summe von je erstehen zu lassen, vollkommen. AM 3000 auf drei Jahre. Er hoffe, daß diese Die bescheidene natürliche Erzählung, die die günstige Gelegenheit, eine Expedition für das Lübecker eigene Person nirgends in den Vordergrund stellte, Museum auszuschicken und mit nur Lübecker Mitteln berührte sympathisch, das ausgesprochene Sprachen. gan der wissenschaftlichen Erforschung Afrikas sich zu talent, das gute Gefühl für die Eigenart des Neger- beteiligen, ergriffen werden möge, und verspreche, charakters, das Verständnis für die gegenseitigen daß die Resultate dieser Expedition nach beiden Beziehungen der Tier-, Pflanzen- und Menschenwelt Richtungen befriedigen würden. trat in vielfachen Einzelzügen zutage. Von den Diese Anregung wurde in lebhafter Diskussion, eiten Frhr. zu t G e tkt-.tsleuttt Rükor Cet s ker Br bälge, 11 000 Insekten und Schmetterlinge, ethnoo mann, Regierungsrat Thorade, Dr. Karutz und graphische Sammlung von Götzen, Hausgerät, Spiel- Tessmann beteiligten, erörtert und allgemein gebilligt. zeug usw. – kamen Stücke der leßteren zur Da außer dem ethnographischen Museum auch das Demonstration. naturhistorische und das Handelsmuseum in Betracht Nach dem Vortrage vereinigte der übliche Herren- kämen, wurde der Wunsch ausgesprochen, den abend eine außerordentlich große Zahl von Mit- Museumsfonds, der für außerordentliche Museums-. gliedern der Gesellschaft im Bildersaal. Herr Bürger- zwecke bestimmt sei, in Anspruch zu nehmen. Einen meister Dr. Schön dankte hier noch einmal dem weiteren Teil der Kosten würde die Gemeinnützige Vortragenden für seinen Bericht. Darauf sprach Gesellschaft tragen. Wenn es dann gelänge, außer- Herr Dr. Karußz in längeren Ausführungen über dem noch von Privaten einige Unterstützung zu die ethnographische Bedeutung der Tessmannschen erhalten, so würde die Expedition gesichert sein. Beobachtungen. Das Hauptgewicht sei nicht so sehr Die Agitation für diesen Zweck soll sofort in Angriff auf die Reise durch Süd-Kamerun, als auf den Auf- genommen werden, und es steht zu hoffen, daß der enthalt im sspanischen Kolonialgebiet südlich des mit einmütiger Zustimmung begrüßte Gedanke einer Campo - Grenzflusses zu legen. Denn hier seien lübeckischen Expedition ins Mpangwer.Land in Kürze wissenschaftliche Forschungen nicht zu erwarten. Da Verwirklichung findet. Herr Tessmann den Dialekt der dortigen Mpangwe Weiterhin trug Herr Tessmann noch einige beherrsche, so sei er besonders geeignet, die Lösung Märchen der Mpangwe vor. ethnographischer Fragen herbeizuführen, die mit diesem Zum Schluß zeigte Herr Medizinalrat Dr. Gebiete in Zusammenhang ständen. Redner brachte Riedel im Auftrage des Redaktionsausschusses einige eine ganze Reihe solcher Probleme zur Sprache. Proben von Wildverbiß aus dem Lauerholz. Es würde zu dem Zwecke eine zweite Reise in das- ü selbe Arbeitsgebiet notwendig werden, die nach gründ- Gesellschaft licher Vorbereitung auf das Ziel einer möglichst zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit. vollständigen Durchforschung der Volksstämme, ihrer Abgrenzung nach Rassen- und Kulturunterschieden V: und ihrer Beziehung zu weiteren afrikanischen Kultur- Bericht über die fünfte Kleinkinderschule kreisen lossteuern müsse. Von solcher intensiven für das Jahr 1906. Bearbeitung des streng umschlossenen Gebietes sei für die ethnographische Wissenschaft außerordentlich Das Leben in der Schule bewegte sich in den ge- viel zu erwarten. wohnten ruhigen Bahnen. Die Hahl der Kinder Nun stände Lübeck mit diesem Gebiete seit ging im Sommer zurück, während sie sich im Herbst fünfzig Jahren durch die Erwerbungen Heinrich wieder hob. Vielleicht findet dieser Umstand seine Brehmers und Heinrich Gättens, die den Grund- Erklärung in den häufigen Streiks, oder in der zeit stock unserer westafrikanischen Sammlungen bildeten, weiligen Verschiebung der Arbeiterbevölkerung. in Verbindung. Es wäre deshalb besonders erfreulich, In Rücksicht auf den Besuch zeigt die Schule daß die Forschungen Tessmanns auf demselben Gebiete eine Durchschnittszahl von 47 Kindern täglich. Im sich bewegten, und es wäre erwünscht, wenn das Laufe des Jahres wurden 51 Kinder neu aufgenommen, Museum an jene Sammlungen anknüpfen und sie darunter 15 schulpflichtige. Die Hahl der letzteren durch Unterstüßung einer neuen Expedition bewußt blieb verhältnismäßig eine große, und wenn sie auch ausbauent könnte. Hu dem Zwecke sei es nötig, zuweilen einige Schwierigkeiten bereitete, ist ihre Herrn Tessmann für drei Jahre pekuniär so zu Aufnahme doch geboten, da wir in St. Jürgen keinen stellen, daß er seine ganze Zeit der Forschung widmen Kinderhort haben.
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.