Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

21 9 hn- manche Anregung brauchte als ganz selbstverständlich beschäftigt: Wie konnte Goethe gegen dasjenige Werk, ina nicht erst gegeben zu werden. - ja Ii m dessen heiter-lebensfroher Charakter ihm doch innerlich jen So ist es überflüssig, den Konservator. der Bau- so verwandt ist, das ihm fast wie Hans Sachs an- iste und Nunstdenkmäler auf diesen „Fall“ aufmerkslam zu muten mußte, sich nicht nur verschließen, sondern das Ht- machen. Dieser Beamte ist natürlich längst zu Rate Werk sogar in entsstellender Aufführung zu Schanden en. gezogen. Alle Pläne für den Umbau, der durch die bringen? Was aus Kleist geworden wäre, wenn die 1- Baufälligkeit der alten Gebäude leider nötig geworden Sonne Goethes ihm geschienen hätte, ist nicht aus- co ist, gehen durch seine Hand und unterliegen se inen gzudenken, und Goethe selbst hätte für Schillers Verlust Zustimmung. Bei den Verkaufsverhandlungen hat der wenn nicht einen Ersatz, so doch vielleicht eine Ent- Kirchenvorstand es von vornherein betort, daß im schädigung gefunden. Herr Dr. Stodte ging nur dar- t öffentlichen Interesse bestimmte Bedingungen und Be- auf aus, die Gegensätze der geistigen Elemente beider schränkungen für die Neubauten auferlegt werden Dichter anzudeuten, da er ein Vollbild von Krleissts isse müßten. Irgendwelche Heimlichkeit kann dem Kirchen. Leben und Bedeutung zu geben beabsichtigte. In bild- Z0- vorstand oder dem Bauamt nicht vorgeworfen werden. nerischer und gedankenvoller Redeweise ließ er das die Die Anlegung einer Geichäftsstraßge hat vor Jahrn inhaltschwere, aber unstäte Leben des unglücklichen die ein Bauunternehmer beabsichtigt, der Kirchenvorstand Dichters an uns vorübergehen und schloß mit dem ist denkt nicht daran. Epigramm Hebbels: ven Übrigens sind die Verhandlungen über den Ver- Er war ein Dichter und ein Mann wie einer, um kauf des Küsterhauses noch nicht abgeichlossen. Dieser Er brauchte selbst den Höchsten nicht zu weichen. cht Verkauf wird natürlich auch noch von den höheren An Kraft sind wenige ihm zu vergleichen, en, Instanzen genehmigt werden niuüsssen. 1130. An unerhörtem Unglück, glaub' ich, keiner. jem E) zität tz! Nach einer kurzen Pause, die vielleicht durch ter Litcrarische Gesellichaft. Lortzingsche Musik stimmungbereitend hätte ausgefüllt ilie Dienstag den 16. April 1907. Kleist-Abend. werden können, ging sodann der Zerbrochene Krug über eld 1. Vortrag von Herrn Dr. Stodte. die Bühne. Die Hauptrollen lagen in den Händen den 2. Autsührung des Zerbrochenen Kruges von Mit. derer, die sich schon am vorigen intimen Abend bei N.4 gliedern der Gessellschaft. Gellert und woethe wohl bewährt hatten; es zeigte Iso Für den letzten Abend dieses Winters war anfänglieh ich aber, daß die Gesellschaft auch noch über andere en ein Vortrag von Conrad-München vorgesehen, der jedoch wohl verwendbare Kräfte zu verfügen hat. Allen der infolge von Erkrankung dieses neuerdings durch den Mitwirkenden und besonders der Leitung werden die em Prozeß Conrad-Conried wieder in weiteren Kreisen Huschauer für einen genußreichen Abend dankbar sein. icht genannten, vormals stürmischen Vorkämpfers einer z. Z. jem „neuen Richtung“ nicht stattfinden konnte. Da Conrad Luther--Festspicl [ks: ein Charakterkopf unter unsern Literaten ist, wird der uther-Fesispic .: . _2 des Vorstand der Gesellschaft ihn gewiß für später im Da das Unternehmen, das Herrig'sche Luther- sen Auge behalten. Einstweilen werden die Mitglieder dFestspiel in der ersten Hälfte des Monats Juni im in von dem eingetretenen Ersaz jedenfalls hochbefrieigt. Hansatheater aufzuführen, immer mehr das Interesse 18 seini Die üilvielen! Stävten jetzt gebildeten literarischen unserer Bevölkerung erweckt, so wird es an der Zeit 1kt, Gesellschaften yaven für manche rechte und schlechte sein, bereits jetzt einiges Orientierende über das Fest- reit Literaten die ebenso ehrenvolle wie gewinnreiche spiel selbst zu veröffentlichen. Historische Dramen ben Gelegenheit geschaffen, sich als führende Geister in der müssen im Unterschiede von anderen möglichst wahr- fin Provinz hören zu laffen was denn derenseits oft ohne heitsgetreu sein. Ein Festspiel, welches Luther darstellt, gr größere geistige Anstrengung geleistet wind, wie auh muß ihn so vorführen, wie das Volk ihn im Herzen or- wir hier zuweilen bemerkt haben Übernehmen es trägt. Die dichterische Freiheit kann sich also nur an dagegen unjere eigenen Mitglieder, der Gesellschaft Nebenhandlungen und Nebenpersonen betätigen. Na- einen literarischen Abend zu bereiten so sind die Zu- türlich kann in einem Festspiel nicht das ganze, so hörer jedenfalls davor geschügt, "mit irgendeinem s teh eres f c 2§§. L! Berliner Bezirksverein verwechselt zu werden. Auch werden, er ichter wird sich ait a ichtig le gur th der Abend am 16. pri vewits' der edlen Er) Uhr?. rer UU rü v ves htsuteter cor Kals s EE.CCc.Mi fen, slellte in einem frei gehaltenen Vortrag Heinri he Rei rg Latber D ; r boueit bee ter v. Kleists Dichterleben und Schaffen dar. Er schlug dvs s , S: " lociteur hie be. teu Leateich das Thema an, ..: uus be yrs 14. bu af ind, Das Herrig'sche Spiel hat den
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