Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

121 h einer Suite schien uns mit zu weicher Registrierung untersuchten Kindern. Dazu kommen Mangel eigener si wiedergegeben zu sein. Lagerstätten, Zusammenschlafen mit einer oder mehreren rf. Im letzten Kammermusik-Abend von Frl. Clara Personen in der Mehrheit der Fälle, Nachlässigkeit der ju Herrmann spielte die Konzertgeberin, die ihren besten Frauen und Mütter, Mangel beratender Wohnungsaufsicht, es Tag hatte, mit Herrn Jaques van Lier die im schlechte und seltene Lüftung der vielfach überfüllten ie Schlußallegro mehr den Musiker als den Hörer inter- Schulklassen Unmöglichkeit, die oberen Fenster zu f essierende e:moll-Sonate von Brahms und Mendelssohns öffnen, usw. Selbst den kleinsten Kindern wird die tt, D-dur-Sonate. Der Cellist gehört zu den bedeutendsten Entfernung aus der Klasse meist nur in der einzigen t Vertretern seines Instruments, seine Kantilene ist von großen Pause gestattet oder es wird doch ungern geiehen, ! fast unerreichbarer Schönheit. Das von ihm für Cello wenn sie in den kleinen Paujen ihre noch häufigen .3 übertragene Adagio von Beethoven spielte er mit un- Bedürfnisse befriedigen wollen. Mehr und längere t vergleichlicher Kunst, ein Scherzo von van Goens mit Pausen werden als nötig bezeichnet. Ergänzung der c< fabelhaster Virtuositrät. Die Beifallsstürme des zahl- Ernährung sei wichtiger als Waldschule, die nur reich erschienenen Publikums huldvollst entgegennehmend, einem kleinen Teil der Kinder nütze und die hygienischen f: revanchierte sich der Künstler durch Schumanns Abend- Fortschritte der Masse hintanhalte. Über die gesund- fr lied. Frl. Elia Rieß verstand es, sogar Lieder wie heitliche Mangelhaftigkeit der Gasbeleuchtung sind . Schuberts „Aufenthalt“ und Griegs „Jm Kahne“ die Klagen groß. Die Eltern sündigen durch Verab- Êr durch ihre Talentlosigkeit umzubringen. Zum Glück ließ reichung von Alkohol an die Kinder, Nachlässigkeit, b das Zusammenwirken zweier Künstlerindividualitäten, Unreinlichkeit. Allzuhäufig gelingt es nicht, die Kinder f als welche wir Frl. Herrmann und Herrn van Lier von Ungeziefer, Kräße usw. dauernd frei zu halten, -V zu schätzen haben, die Dissonanz schnell vergessen. weil die häusliche Mitwirkung im Stiche läßt. .§ I. Hennings. Sonst wird übrigens in der Mehrheit der Fälle - das Benreben der Eltern, besonders der Väter, aner- is Gemeinnützige Rundschau. kannt, den Ratschlägen des Schularztes zu folgen. l Wie ungeheuer notwendig die Anstellung von Von den Ausnahmeu der Feststellung gesschlechtlicher z Schulärzten ist, ergibt der Bericht über die Tätigkeit Krankheiten bei den Schulkindern sehen wir hier ab. fi der Berliner Schulärzte im Jahre 1905/06, den Ungenügender Kräftezustand war die Hauptursache der ie Prof. Dr. Arthur Hartmann der städtischen Schuldepu- schulärztlichen Überweisung (3801 Fälle im Vorjahre). rv tation Berlins erstattet hat (Berlin 1906, Druck von Gerade für die Geistigzurückgebliebenen wird eine be- cs W. & S. Loewenthal). Die Kinder siud, so schreibt sondere Fürsorge für die Ernährung gefordert. Über te die „Soziale Praxis" bei der Besprechung des Be- die gewerbliche Beschäftigung der Kinder ist nicht s richtes, zum Schulbesuch gezwungen, ein großer Teil überall genau Buch geführt. fi muß unausgesschlaten, voller Ungezie'er und nüchtern, Unsere Vermutung, daß der Kinderschutz vielfach 1 mit unzulänglichem Schuhwerk zur Schule gehen, und auf dem Papier steht, wird durch den Bericht des " weshalb ? Die Mütter sind zu bequem oder elend Schularztes Dr. Hahn bestätigt, der über seine Er- te aufzustehen und den Kindern Frühstück zu bereiten, sie fahrungen berichtet: Über die gewerbliche Beschäfti- § zu reinigen, und die Schulbehörde sorgt nicht nur gung der Kinder kann ich meine Ansicht auf Grund § nicht ausreichend mit einem warmen Frühstück, Milch der Nachfragen und Aufzeichnungen so zusammenfassen: îe und Brot für diese elenden Kinder, sondern auf- 1. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um V dpferungsfähige Schulärzte scheitern mit ihren Be- Botengänge (Lieferungen, Austragen von Milch, § mühungen, den Kindern mit Hilfe von Privatwohl- Backwaren und Heitungen). s. tätigkeit Abhilse zu schaffen, weil entweder die nötigen 2 Einzelne Kinder sind in schädlichen Betrieben tätig é; Räume fehlten oder der Schuldiener sich als unge- (ein 13jähriger Knabe der 288. Gemeindeschule f; eignet erwies oder sich ablehnend verhielt! Dergleichen in einer Darnschleimerei, ein anderer füllt z muß sich die Berliner Schulverwaltung (S. 12 des Petroleum auf Flaschen, ein dritter Flaschen in h, Berichtes) sagen lassen! einem chemischen Laboratorium), einzelne sind Und dabei ist es weit in der Unterernährung ge- Laufburschen in Gasstwirtschasften usw. z! kommen! Während die Z1hl der zum Militärdienst Hier und da sind direkt kranke Kinder erwerbs- ~ Tauglichen unter den Landbewohnern 58 v. H. beträgt, tätig (ein 12jähriger Knabe, an Herzfehler i ist dieser Prozentsag „in dem vorwiegend ländlichen, leidend, „liefert“ täglich von 27 Uhr). i! aber mit einer Dreimillionenstadt gesegneten Bezirk Zahlreiche Kinder machen ihre Botengänge 1 des 3. Armeekorps auf 41 v. H. und in Großberlin schrn am frühen Morgen von 5 Uhr ab. Bei fn selbst auf 33 v. H." gesunken. Gründe: 1. ungenügende diesen klagen die Lehrer besonders über Schläf- wm Ernährung, 2. ungenügender Schlaf in großem Um- rigkeit beim Unterricht. ' . f fange bei Kindern von 6 bis 14 Jahren, und zwar » Viele Kinder sind über die Maximalzeit des ! täglich von 1 bis 1,40 Stunden zu wenig bei 6551 Kinderschuyes tätig.
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