Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

411 –öM Verhandl. d. Bürgerschaft am 28. Oktober 1907. selbe Schulgeld bezahlen wie die oberen Zehntausend. die Zahl der Schüler in den Klassen erhöht, kann Und doch erforderte im letzten Schuljahre ~ das nicht das erreicht werden, was man in einer Klasse ist die Angabe, die wir direkt von der Oberschul- mit geringerer Schülerzahl erreichen kann. Was ich behörde bekommen haben — jeder Schüler des Katha- wünsche, ist, daß in die Mittelschule als eine ge- rineums einen Zuschuß von & 260, jeder des hobene Volksschule die mit besonderen Gaben und Johanneums einen solchen von rund / 110, jeder Fleiß ausgerüsteten Kinder der Volksschule kommen, der Realschule M 66, der Mittelschule Æ 34, der damit sie dort mehr lernen, als ihnen in der Volks- Volksschule ¿ 50 und der Bezirksschule / 32. schule geboten werden kann, und zwar ohne Rücksicht Wenn wir nun diesen Grundgedanken der Staffelung auf die Einkommenverhältnisse des Vaters. Ich habe des Schulgeldes nach dem Einkommen festhalten und in meinem Minoritätsgutachten darauf hingewiesen sagen, die Gerechtigkeit erfordert es, daß dieses ~ ich zweifle nicht daran, daß Sie sagen, ich greife System auf alle Schulen angewendet wird, wie vor, und ich werde es wahrscheinlich noch in mehr sehr würden wir es dann den Leuten erleichtern, oder weniger schönen Worten zu hören bekommen , denen es heutzutage, wenn sie begabte Kinder haben, ich meine, unser Schulwesen ist überhaupt noch nicht zum Teil so blutsauer wird, ihnen den Unterricht richtig organisiert. Ich habe schon darauf hinge- zuteil werden zu lassen, den die Kinder haben wiesen, daß die Schule für Schwachbefähigte noch müßten, nicht im Interesse der Eltern, auch nicht im insofern in der Luft hängt, als nicht alle schwach- Interesse der Kinder allein, nein, auch im Interesse befähigten Kinder zu ihrem eigenen Schaden dahin des Staatswesens, dem die Kinder angehören. Wie kommen, zum Schaden auch für die Schule, in die manche Kinder empfangen nur aus finanziellen Rück. sie gehen und in der sie mit ihren Leistungen hinter sichten nicht den Unterricht, den sie haben müßten. den andern Kindern zurückbleibend vielfach als Hemm- Wie mancher Arbeiter hat einen besonders begabten schuh wirken. Es kommt aber noch ein anderes hinzu. und fleißigen Sohn, kann ihn aber nur in die Die Volksschule ist zuweilen auch eine Ablagerungs- Volksschule schicken. Er möchte ihn gern wenigstens stätte für Kinder, die eine sittliche Gefahr für ihre in die Mittelschule schicken, wenn es ihm nur möglich Mitschüler bedeuten, weil sie entweder anormal ver- wäre. Wie mancher aus dem Mittelstande schickt anlagt oder sittlich verwahrlost sind. Die Volks- jeine Kinder nur in die Mittelschule, trogdem er es schule hat nicht das Recht, sie zurückzuweisen, und gern sehen würde, wenn sie eine höhere Schule durch- das halte ich für das größte Unrecht. Die Kinder machen könnten. Und umgekehrt, wie mancher drückt saollten gewiß nicht in eine Art Strafanstalt, wohl in einer höheren Schule die Bank, der in eine aber in eine besondere Erziehung kommen. Jede Mittel. oder Volksschule seinen Gaben nach hinein- höhere Schule weist ein Kind ab, sobald festgestellt gehörte! Deshalb halte ich den Grundgedanken ist, daß es seine Mitschüler in sittlicher Beziehung der Senatsvorlage, Staffelung des Schulgeldes gefährdet. Darum fordere ich, daß für die Volks- nach dem Einkommen, für richtig, wenn man schule eine Hilfsschule geschaffen werde, wo solche diesen Grundsat auf alle Schulen anwenden will. Kinder erzogen werden. Gewiß haben wir das Will man aber nach der Senatsvorlage nichts weite KRettungshaus, aber wann endlich ein Schüler hinein- tun, als eine einheitliche Volksschule durch das Zu- kommt und warum er oft nicht hineinkommt, wissen sammenwerfen von Zahl-. und Freischulen machen, wir alle. Darum sollte man auch diese Frage im dann fragt es sich, ob das ein Schritt vorwärts ist. Zusammenhang mit der ganzen Organisation unseres Ich muß sagen, daß das nicht der Fall ist. Durch Schulwesens lösen. Man sollte aber nicht dieses die Verschmelzung der Zahl. und Freischulen wird Stück erst wieder unter Dach und Fach bringen, wie die Kluft zwischen Volks- und Mittelschulen erweitert, immer gesagt wird, ehe man an die Revision des besonders wenn noch die Konsequenzen gezogen wer: Unterrichtsgeseßes herangeht. Die Schulgeldfrage den, die die Senatsvorlage andeutet, daß jede Klasse gehört mit zur Revision, und erst wenn die Frage möglichst auf ihr Maximum gebracht wird, denn da- entschieden ist, welche Organisation wir der Volks- j durch werden auch die Leistungen leiden müssen. sc
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