Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

q 2 ten sich mit den Atmungsorganen, der Zahnpflege, haft da, alle seine geistige Stärke nur noch aus der den Infektionskrankheiten, den Nasen- und Ohrenleiden Größe dieses letzten Entschlusses nährend. Diese in ihrem Einfluß auf das Schulleben, und schlossen Philosophie des Verzichts auf jeren Trost, an sich mit einem Überblick über die Krantheiten, die der eine kraftvolle Erscheinung, fand in Leopardis Lyrik Lehrer als solche zu erkennen vermag. In dankens- einen einfachen, doch, wie die mitgeteilten Proben ers werter Weise vermieden die Vortragenden, was bei kennen ließen, knappen männlich-stählernen Ausdruck, den Zuhörern, die als Lehrende durch tägliche Be- der seinem Inhalt verwandt ist. Jn dem nächsten obachtung und vielfache Lektüre reicheres Wissen ge- Vortrage wird sich Herr Dr. Ost kritisch mit dem sammelt haben, als bekannt vorausgesegt werden schopenhauerschen System des Pessimismus ausein- mußte, während sie andererseits, trefflich unterstützt andersetzen. 1054. durch vorzügliches Anschauungsmaterial (Zeichnungen, Mr - m Tt Vorführung von Kranken, Präparate, Lichtbilder), in . Dentscher Abend j klarer, fesselnder Weise alles boten, was sich im am Mittwoch den 13. Februar. Rahmen der Besprechung aus dem betreffenden Gebiet Nachdem der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des heranziehen ließ, was einen Fingerzeig geben und Deutschen Ostmarken-Vereins die zahlreich Erschienenen Zweifel zerstreuen konnte. An Beispielen aus der begrüßt, dem Hohen Senat unserer Stadt für die dem Praxis und statistischem Material gaben die Redner H auptvorstand des Deutschen Ostmaiken - Vereins ge- Belege für ihre Ausführungen. Mancher Zuhörer währte einmalige Beihülfe von & 300 den Dank fand seine Erfahrungen aus dem Schulleben bestätigt, der Ortsgruppe ausgesprochen, einige Ausführungen eine befriedigende Antwort auf ihn beschäftigende dber die Entstehung und schnelle Ausbreitung des Fragen und Anregung zu weiterer sorgfältiger Be- Schulkinderstreiks im Osten unseres Vaterlandes ge: obachtung seiner Schüler. So waren die Vorträsäe macht, sowie auf die Bedeutung des Ablebens des wohl geeignet, das Interesse zu fesseln. War auch Erzbischofs von Stablewski und der letzten Reichstags- zuweilen ein Vortrag nicht so zahlreich besucht, wie wahlen für die fernere Entwicklung der Verhältnisse man es in Anbetracht seines Wertes wünschte, so jn unseren Ostmarken hingewiesen hatte, sprach Herr war nicht der Mangel an Interesse schuld daran, Anmtsrichter Dr. Eschenburg über die , Deutsche Klein- sondern die gerade von der Lehrerschaft geforderte siedlungsgenossensschaft und ihre Erfolge.“ vielseitige Betätigung. Die ungeteilte Aufmerksamkeit Infolge der großen Abwanderung nach dem Westen aller Hörer konnte den Vortragenden ein Zeichen des würden die Ostmarken von ausländisch - polnischen, Dankes sein für ihre gründliche, uneigennütige Ar- sowie von ruthenischen und anderen slavischen Sachsen- beit. Herzlicher Dank aber gebührt auch dem Vorstande gaängern überschwemmt. Pfarrer Rosenberg in Ostrowo des Vereins für sein rastloses Streben, das Inter. und Superintendent Harhausen haben nun mit Unter- essse an schulhygienischen Fragen immer lebhafter zu stützung weiter nationaler Kreise einen gerichtlich ein- gestalten und die Weg-o zu bahnen zum gedeihlichen getragenen Verein, den „Hülfsausschuß für deutsche Zusammenwirken von Ärzten und Lehrern zum Wohle cRiückwanderer in Ostrowo“ gegründet, der den in der Jugend. 1387. Russisch-Polen wohnenden zirka 400 000 evangelischen . . Mt Deutschen die Auswanderung von dort zu erleichtern, Vorträge im Neuen Frauenverein. sie in deutschen Industriebezirken zu beschäftigen und Mit einer Darstellung des italienischen Dichter- ihnen Wohnplätze in Deutschland zu schaffen sich zur philosophen Giacomo Leopardi setzte Herr Oberlehrer Aufgabe gemacht hat. Dr. Ost am letzten Mittwoch seine Vorträge über die Bis jetzt sind 6000 solcher deutsch.russischen Rück- Geschichte des Pessimismus fort. Leopardi durfte wanderer mit Rat und Tat unterstützt und / 80 000 als ein äußerster Gipfel pessimistisscher Weltbetrachtung für diese Zwecke aufgebracht worden. in diesem Zusammenhange nicht fehlen. Sein Leben, Zur Lösung der wichtigen Ansiedlungsfrage dieser von äußerem Unglück völlig ausgefüllt, ließ ihm nur Ausgewanderten in den Ostmarken unseres Reichs hat seltene Mußestunden. In diesen aber erhob er sich Pfarrer Rosenberg ein System ersonnen, nach welchem über sein persönliches Leid zu einer ungeheuer strengen schrittweise der Eingewanderte im Verlauf von 9.12 Anschauung des Lebens, vor der alle Illusionen des Jahren in den Besitz einer Wirtschaft von 24 bis Daseins wie dünne Fäden zerflatterten. Er negiert 30 Morgen zu gelangen und damit aus einem mit unerhörter Unerbittlichkeit alle Ideale der Mensch- Sachsengänger, der er bis dahin bleiben soll, zu heit, Gott, Unsterblichkeit, Freiheit, Vaterland. Nur einem ansässigen Bauern zu werden vermag. eines bleibt als Gewisses: der Schmerz. In der In Verbindung mit der Kgl. Generalkommission Resignation, die ihm einzig das, was er inkelicita werden zurzeit zwei Bauerngüter in der Provinz nennt, übrig läßt, steht er dann aufrecht und mann- Posen in Drei- und Fünfmorgenparzellen von der
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